Naher Osten

02. Juli 2014 09:19; Akt: 02.07.2014 11:10 Print

Palästinenser in Jerusalem entführt und getötet

Nach dem Auffinden der Leichen der drei entführten Isarelis ist in Ost-Jerusalem ein palästinensischer Jugendlicher verschleppt und umgebracht worden. Lokale Medien gehen von einem Racheakt aus.

(Video:Reuters)

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In einem mutmasslichen Racheakt nach der Ermordung von drei Israelis ist einem Medienbericht zufolge ein palästinensischer Jugendlicher entführt und getötet worden. Wie der israelische Militärrundfunk am Mittwoch meldete, wurde der 17-jährige Junge am frühen Morgen in Ost-Jerusalem in ein Auto gezwungen.

Einige Stunden später sei seine Leiche in einem anderen Stadtteil gefunden worden. Es handele sich vermutlich um einen Racheakt für die Verschleppung und Ermordung der drei israelischen Jugendlichen, die die Öffentlichkeit tief entsetzt hatte. Ihre Leichen waren am Montag auf einem Feld beim Dorf Halhul nordwestlich von Hebron entdeckt worden.

Die Polizei erklärte, der Tote sei noch nicht identifiziert worden. Eine Polizeisprecherin bestätigte, dass Berichte über eine Entführung geprüft würden. Es werde auch untersucht, ob die Tat im Zusammenhang mit der Ermordung der israelischen Jugendlichen stehe.

Wütende Proteste und Gummischrot

In Ost-Jerusalem löste die Nachricht vom Tod des Palästinensers wütende Proteste aus. Etwa 200 palästinensische Demonstranten griffen die Polizei mit Steinen an. Die Einsatzkräfte trieben die Menge mit Gummigeschossen auseinander.

Netanjahu machte erneut die radikalislamische Hamas für die Tat verantwortlich und drohte mit Vergeltung. Bei der wochenlangen Suchaktion nach den Jugendlichen im Westjordanland nahmen die israelischen Sicherheitskräfte 420 Palästinenser fest, die meisten von ihnen Mitglieder der Hamas. Sechs Palästinenser wurden bei dem Einsatz bisher getötet.

(sda)