Nahost-Konflikt

26. Juli 2014 15:42; Akt: 27.07.2014 00:03 Print

Dieses Baby wurde aus toter Mutter gerettet

Eine hochschwangere Frau ist bei einem Angriff im Gaza-Streifen ums Leben gekommen. Ihr Baby lebt. Israel will derweil seine Feuerpause im Gazastreifen um 24 Stunden verlängern – die Hamas jedoch nicht.

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Bei israelischen Angriffen kamen nach palästinensischen Angaben seit dem 8. Juli bereits über 1000 Personen ums Leben, mindestens 6000 wurden verletzt. Eine davon war eine 23-jährige Schwangere. Ihr Haus wurde am Freitag bei einem Luftangriff getroffen. Chirurgen konnten ihr Kind retten, berichtet BBC. Es liegt derzeit in einem Spital in Gaza. Die Ärzte geben dem Baby eine 50-prozentige Überlebenschance.


Unterdessen haben Bewohner des Gaza-Streifens eine Feuerpause zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas genutzt, neue Vorräte anzulegen, Tote zu begraben und Schäden an ihren Häusern in Augenschein zu nehmen. Unter den Trümmern wurden laut den Behörden über 130 Tote geborgen, zahlreiche Wohnungen sind völlig zerstört. Trümmer versperrten Strassen, Stromleitungen waren unterbrochen.

Feuerpause verlängert

Israel hat seine Feuerpause im Konflikt mit der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen um 24 Stunden verlängert. Die humanitäre Waffenruhe soll bis Sonntagabend gelten, wie ein Regierungsvertreter nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts mitteilte.

Die radikalislamische Hamas erklärte darauf, dass sie die neue Feuerpause Israels nicht akzeptieren würde. Am Samstag hatten Israel und die militanten Palästinenser eine Feuerpause eingehalten, die am Abend zu Ende ging.

Einer von Israel zunächst auf vier Stunden anberaumten Verlängerung hatten sich die Hamas und andere bewaffnete Gruppen nicht angeschlossen. Nach Ende der Feuerpause feuerten militante Palästinenser wieder Raketen auf Israel ab.

Vorschläge für längere Waffenruhe

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte eindringlich nochmals alle Beteiligten auf, eine siebentägige Waffenruhe auszurufen. Auch bei einem Krisentreffen in Paris war zuvor eine Verlängerung der Feuerpause um mindestens 24 Stunden gefordert worden. An dem Treffen nahmen die Aussenminister der USA, Frankreichs, Deutschlands, Grossbritanniens, Italiens, Katars und der Türkei teil.

Hoffnungen auf eine mehrtägige Feuerpause hatten sich am Freitagabend zerschlagen. Das israelische Sicherheitskabinett unter Regierungschef Benjamin Netanjahu lehnte einen entsprechenden Vorschlag von US-Aussenminister John Kerry ab. Die Hamas pocht weiterhin auf ein Ende der Blockade des Gazastreifens als Voraussetzung für ein Ende der Kämpfe.

Bei Protesten gegen Israels Offensive im Gazastreifen wurden am Samstagmorgen im Westjordanland zwei palästinensische Jugendliche von israelischen Soldaten erschossen.

(sda)