Papst in Bethlehem

25. Mai 2014 12:20; Akt: 25.05.2014 19:51 Print

Franziskus betet an israelischer Grenzmauer

Auf seiner Nahostreise stoppte Papst Franziskus unplanmässig sein Papamobil an einer israelischen Sperranlage zum Westjordanland. Er verweilte einige Minuten zum Gebet.

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Bei einem unplanmäsigen Stopp betet Papst Franziskus an einer israelischen Sperranlage. (Bild: Keystone/AP)

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Papst Franziskus hat in Bethlehem ein Ende des Nahost-Konflikts und eine Zwei-Staaten-Lösung gefordert. Es sei an der Zeit, der Situation, die «immer unerträglicher» werde, ein Ende zu setzen, sagte der Papst am Sonntag bei einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in der Stadt im Westjordanland.

Alle Beteiligten müssten den «Mut» zum Frieden aufbringen, der auf dem Recht zweier Staaten beruhen müsse, «in Frieden und Sicherheit und innerhalb international anerkannter Grenzen zu existieren und zu leben», sagte der Papst.

Gebet an Betonmauer

Abbas war Israel vor, Christen und Muslime aus Jerusalem verdrängen zu wollen. Er habe den Papst über die «tragische Situation in Jerusalem informiert», sagte Abbas. Israel versuche «systematisch», die Identität und den Charakter Ost-Jerusalems zu verändern. Dazu schneide es sowohl christlichen als auch muslimischen Palästinensern «die Luft ab» – mit dem Ziel, sie aus dem Ostteil der Stadt zu verdrängen.

Nach dem Treffen mit Abbas legte Franziskus auf dem Weg zum Krippenplatz im Bethlehem einen ungeplanten Zwischenstopp an der israelischen Sperranlage zum Westjordanland ein. Er stieg aus seinem weissen Papamobil aus und ging zu Fuss zu der acht Meter hohen Betonmauer, wo er einige Minuten lang zum Gebet verweilte.

Messe unter freiem Himmel

Auf dem Krippenplatz am Geburtsort Jesu will der Papst am Vormittag eine Messe unter freiem Himmel feiern und anschliessend zurückgezogen in der Geburtsgrotte beten. Einen politischen Höhepunkt seiner dreitägigen Nahostreise bildet die anschliessende Begegnung mit hundert palästinensischen Flüchtlingskindern, deren Sorgen Franziskus anhören will.

In der Grabeskirche in der Jerusalemer Altstadt steht am Abend das ökumenische Gebet mit dem orthodoxen Patriarchen Bartholomeos im Mittelpunkt. Auch eine gemeinsame Erklärung der beiden Kirchenführer wird dort unterzeichnet.

(ale/sda)