Nordkorea aggressiv

23. April 2012 07:25; Akt: 23.04.2012 11:16 Print

Kim droht mit Angriff auf Südkorea

Bizarre Drohung: Mit drei- bis vierminütigen «besonderen Aktionen» will Nordkorea das verfeindete Bruderland aufschrecken. Besteht Terror-Gefahr oder sind es bloss Einschüchterungs-Versuche?

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Die nordkoreanischen Streitkräfte haben Südkorea mit einem Angriff gedroht. Nordkorea werde bald «besondere Aktionen» durchführen, die maximal vier Minuten lang dauern würden, hiess es in einer am Montag in Staatsmedien veröffentlichten Erklärung des Oberkommandos der Volksarmee. Diese Aktionen würden mit «noch nie da gewesenen Mitteln und Methoden» umgesetzt. Weitere Details wurden nicht genannt.

Mit den Aktionen sollten die konservative Regierung und Medienunternehmen in Südkorea «zu Asche» gemacht werden. Erst in der vergangenen Woche hatte Pjöngjang dem Süden mit einem «heiligen Krieg» gedroht, weil sich der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak über die Hundertjahrfeiern zur Geburt von Staatsgründer Kim Il-Sung lustig gemacht habe.

Das Besondere an der Drohung vom Montag war, dass kurzfristig eine Aktion angekündigt wurde und eine genaue Zeitdauer beschrieben wurde. Einige Beobachter in Südkorea spekulierten, dass die Erklärung Seoul beunruhigen solle. Andere vermuteten, dass Pjöngjang möglicherweise Terroranschläge plane. Das Verteidigungsministerium in Seoul erklärte, es seien keine ungewöhnlichen Militärbewegungen im Norden beobachtet worden.

Peking erwartet Wohlstand

China sprach dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-Un nach dem umstrittenen Raketenstart des Regimes in Pjöngjang unterdessen sein Vertrauen aus. Unter Kim werde Nordkorea seinen Weg zum Wohlstand fortsetzen, sagte der chinesische Staatskommissar Dai Bingguo am Sonntag nach einem Treffen mit einer nordkoreanischen Delegation unter Führung des Sekretärs des Zentralkomitees der regierenden Arbeiterpartei, Kim Yong Il. Westliche Staaten hatten den letztlich gescheiterten Start der Langstreckenrakete vor zehn Tagen scharf verurteilt, und auch China hatte ihn mit Sorge aufgenommen.

(ap)