Nordkorea

15. April 2013 03:29; Akt: 15.04.2013 09:10 Print

USA sind laut Kerry offen für Verhandlungen

Während das Kim-Regime an der Eskalationsspirale dreht, bemühen sich die USA um eine friedliche Lösung des Korea-Konflikts. Aussenminister John Kerry sieht aber Pjöngjang am Zug.

Eher Taube als Falke: der neue US-Aussenminister John Kerry zu Besuch in Japan. (Video: Reuters)
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US-Aussenminister John Kerry hat sich offen für «echte und glaubwürdige» Verhandlungen mit Nordkorea über die atomare Abrüstung gezeigt. Allerdings müsse die Führung in Pjöngjang jetzt ihren Willen beweisen, internationale Verpflichtungen einzuhalten.

Kerry sagte am Montag in der japanischen Hauptstadt Tokio, der Ball liege im Feld der Führung in Pjöngjang. Um seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen, müsse Nordkorea «bedeutende Schritte» hin zu einer Denuklearisierung unternehmen.

Das nordkoreanische Nuklearprogramm bedrohe nicht nur die Nachbarstaaten, sondern auch das nordkoreanische Volk. «Die Welt braucht nicht noch mehr Potenzial für Kriege», sagte Kerry.

Bei einem Treffen mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe bestätigten beide Seiten ihre Zusammenarbeit bezüglich der Entwicklung auf der koreanischen Halbinsel. Abe begrüsste die Botschaft der USA, ein Hauptaugenmerk auf den asiatisch-pazifischen Raum zu legen. Dies verleihe der Region Mut, sagte Abe laut Medien.

«Wir stehen zusammen»

US-Aussenminister Kerry zeigte sich überzeugt davon, dass die internationale Gemeinschaft im Umgang mit Nordkorea an einem Strang zieht. «Eins ist sicher: Wir stehen zusammen», sagte er. In den vergangenen Tagen habe er sich in dieser Frage unter anderem mit südkoreanischen und chinesischen Politikern ausgetauscht.

Die USA setzen derzeit verstärkt auf China, um Nordkorea vom Kriegspfad abzubringen. China gilt als einziger echter Verbündeter des kommunistischen Landes, das Südkorea und den USA zuletzt mehrfach mit einem Angriff drohte. Das verarmte, aber hochgerüstete Nordkorea hängt wirtschaftlich am Tropf Chinas.

Hochrangige Vertreter der USA, darunter auch der amerikanische Generalstabschef und Geheimdienstvertreter, werden nach Angaben von Kerry bald für weitere Diskussionen nach China reisen, um neue Lösungen in der Krise zu suchen.

Kim Jong-Un besucht Mausoleum

Nordkorea begeht derweil den Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il-Sung. Am Montagmorgen (Ortszeit) besuchte Machthaber Kim Jong-Un in Pjöngjang das Mausoleum, in dem sein Grossvater Kim Il-Sung und sein Vater Kim Jong-Il begraben sind.

Der Machthaber habe seinen Vorgängern Respekt gezollt, hiess es. Der etwa 30 Jahre alte Kim wurde von Vertretern von Partei, Militär und Regierung begleitet. Nach Berichten südkoreanischer Medien war Kim Jong-Un seit der Frühjahrssitzung der Obersten Volksversammlung am 1. April nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. Die Gründe dafür waren unklar.

Bilder von Militärübungen am TV

Im Staatsfernsehen waren Dokumentationssendungen über Kim Il-Sung zu sehen, der vor 101 Jahren geboren wurde. Auch wurden erneut Bilder von Soldaten bei Militärübungen gezeigt. In Pjöngjang wurde eine grosse Militärparade abgehalten.

Es wurde erwartet, dass Nordkorea um den wichtigen Termin von Kim Il Sungs Geburtstag herum einen neuen Raketentest durchführt. Eine offizielle Ankündigung aus Pjöngjang gab es bisher jedoch nicht. 2012 hatte Nordkorea kurz vor dem Geburtstag eine Rakete getestet.

(hhs/sda)