«Fühle mich leer»

30. Dezember 2011 15:01; Akt: 30.12.2011 15:44 Print

Auch der Doppelgänger trauert

Jahrelang war der Südkoreaner Kim Young Sik als Kim Jong-Il auf Tour. Nach dessen Tod sieht sich der Doppelgänger nun in einer schweren Krise.

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Kim Young Sik muss sich eine neue Aufgabe suchen. (Bild: AFP)

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Mit dem Tod des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-Il geht ein Lebensabschnitt für dessen inoffiziellen Doppelgänger zu Ende. «Ich fühle mich leer, als ob ein Teil von mir gestorben wäre», sagte der Südkoreaner Kim Young Sik der Nachrichtenagentur AFP am Freitag.

Seit mehr als zehn Jahren schlüpfte der 61-jährige Mann aus der Nähe von Seoul regelmässig in die Rolle Kim Jong-Ils. Sein Leben als Doppelgänger einer gefürchteten Persönlichkeit war indes manchmal hart.

«Werde die Kleider nicht mehr anziehen können»

Beleidigt hätten sie ihn auf der Strasse, und «Diktator» sei er genannt worden, erzählte er. Aber wer ihn kannte, habe «Kim Jong-Il» gerufen und gewunken. «Dann habe ich zurückgewinkt und einige von Kims Bewegungen vorgeführt.»

Vier Anzüge und fünf Paar Schuhe im Stil der Modelle, die Kim Jong-Il in der Öffentlichkeit trug, besitzt Kim Young Sik. Früher habe er sie fast jeden Tag getragen. «Es ist schade, ich werde sie nicht mehr anziehen können», sagte er.

Gerne würde er in Zukunft weiter als Kim Jong-Il auftreten, aber seiner Auffassung nach sei es an der Zeit für eine neue Generation von Doppelgängern. «Sie werden jemanden für die Rolle Kim Jong-Uns finden», sagte Young Sik.

Alles begann unter der Dusche

In den vergangenen Jahren trat Kim Young Sik aufgrund seiner Ähnlichkeit zum nordkoreanischen Machthaber in zahlreichen Fernsehsendungen auf und spielte in Filmen mit.

Die Ähnlichkeit entdeckte er nach eigenen Angaben eher zufällig. «Eines Tages kam ich aus der Dusche und mein Haar war sehr wellig. Da sagten die Leute zu mir, ich sähe aus wie Kim Jong-Il», erinnerte er sich.

Für seine Karriere als inoffizieller Doppelgänger musste er dieses Aussehen gut pflegen und ging alle drei Monate zum Coiffeur. Den echten Kim Jong-Il lernte er indes nie kennen, und auch nach Nordkorea konnte er niemals reisen - die Behörden des Nachbarlandes wollten ihm kein Visum ausstellen.


(Kim Young Sik als Kim Jong-Il. Video YouTube)

(sda)

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