Militärverbindung

27. März 2013 08:53; Akt: 27.03.2013 11:25 Print

Nordkorea kappt Telefonleitung zum Süden

Nordkoreas hat die wichtigste militärische Telefonverbindung nach Südkorea unterbrochen. Über 900 Arbeiter aus Südkorea könnten vorerst in der nordkoreanischen Stadt Kaesong festsitzen.

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Nordkorea hat die wichtigste militärische Telefonverbindung nach Südkorea getrennt. Das teilte der nordkoreanische Chefdelegierte für interkoreanische Militärgespräche am Mittwoch seinem südkoreanischen Amtskollegen mit. Über die Leitung wird der Grenzverkehr von Arbeitern geregelt, die täglich zu einem von beiden Ländern gemeinsam betriebenen Industriekomplex im nordkoreanischen Kaesong fahren.

Nach Behördenangaben waren am Mittwoch mehr als 900 Südkoreaner in Kaesong. Für die Arbeiter könnte die Unterbrechung der Telefonleitung bedeuten, dass sie vorerst in Nordkorea festsitzen. Bei einer ähnlichen Aktion Nordkoreas im März 2009 mussten 80 Südkoreaner einen Tag lang in Kaesong bleiben, bevor der Grenzverkehr wieder aufgenommen wurde. Die Leitung blieb damals bis zum Ende eines gemeinsamen Militärmanövers der USA und Südkoreas tot.

Die Industrieanlage in Kaesong ist das letzte verbliebene Zeichen einer Kooperation zwischen Nord- und Südkorea. Sie wird mit Geld aus beiden Ländern betrieben.

«Jeden Moment kann ein Krieg ausbrechen»

Auch den militärischen «heissen Draht» zum Süden will die Führung in Pjöngjang gekappt. «Ab sofort sind alle militärischen Kommunikationswege zwischen Nord und Süd unterbrochen», berichtete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA.

In einer Situation, in der «jeden Moment ein Krieg ausbrechen kann», würden solche Kommunikationsmittel nicht mehr benötigt, hiess es am Mittwoch. KCNA berief sich auf einen Militärvertreter. Der «heisse Draht» werde so lange unterbrochen bleiben, wie «die feindseligen und anachronistischen Akte» des Südens fortbestünden.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten zuletzt deutlich zugenommen, nachdem Nordkorea als Reaktion auf die Verschärfung der UNO-Sanktionen nach seinem dritten unterirdischen Atomtest den Nichtangriffspakt mit dem Süden aufgekündigt hatte.

Verstärkte Zuammenarbeit zwischen den USA und Südkorea

Zuvor hatte Nordkorea bereits den USA mit einem atomaren Erstschlag gedroht. Nach den Drohungen der nordkoreanischen Führung kündigte die US-Regierung einen Ausbau ihrer Raketenabwehr an. In Alaska würden 14 weitere Raketenabfangsysteme aufgestellt, sagte Verteidigungsminister Chuck Hagel vor zehn Tagen.

Die USA und Südkorea vereinbarten am Freitag eine verstärkte militärische Zusammenarbeit. Die US-Regierung verpflichtete sich, Südkorea selbst bei kleineren Provokationen militärisch beizustehen. Nordkorea drohte daraufhin am Dienstag mit Angriffen auf Militäranlagen in den USA.

(aeg/bee/sda)