Säbelrasseln

07. April 2013 13:38; Akt: 07.04.2013 13:45 Print

Südkorea droht mit «schwerer Vergeltung»

Südkorea hat Nordkorea mit drastischen Worten vor einem Angriff gewarnt. Der Norden müsse im Falle eines Krieges einen hohen Preis bezahlen.

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Nachdem Nordkorea den Wirtschaftsstandord Kaesong - in dem Nord- und Südkoreaner zusammenarbeiten - geschlossen hatte, fanden immer wieder Gespräche zur Wiedereröffnung statt. Am scheint ein Durchbruch gelungen. Links im Bild: Park Chol Su, der nordkoreanische Verhandlungsleiter und rechts sein südkoreanisches Gegenüber, Kim Kiwoong. Bei seinem Antrittsbesuch in China fordert US-Aussenminister John Kerry die chinesische Regierung auf, ihren Einfluss auf Nordkorea geltend zu machen, damit Kim sein Säbelrasseln endlich sein lässt. Zuvor hatte Kerry in Seoul Gespräche mit der südkoreanischen Präsidentin Park Geun-hye geführt und dabei Nordkorea eindringlich vor einem weiteren Raketentest gewarnt. Die USA befürchten den Abschuss zweier Raketen von der nordkoreanischen Ostküste. Ein Mitglied von Obamas Regierung sagte, ein solcher Angriff müsse jederzeit befürchtet werden. Auch Südkorea erhöht seine Alarmbereitschaft. Nordkorea schiesst eine Rakete mit einem Satelliten ins All und löst damit internationale Proteste aus. Der Uno-Sicherheitsrat reagiert auf den jüngsten Raketenstart Nordkoreas und verschärft die Sanktionen. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un reagiert wiederum auf die strengeren Uno-Sanktionen und verkündet neue Atom- und Raketentests, die sich ausdrücklich gegen die USA richten. Am nächsten Tag droht er auch dem Nachbarstaat mit Angriffen. Wie jedes Jahr führen die USA und Südkorea eine geimeinsames Übungsmanöver in Südkorea durch. Allen Warnungen zum Trotz unternimmt Nordkorea einen weiteren Atomtest. Es ist der bislang dritte solche Test des Landes. Die südkoreanische Regierung verkündet den Plan, neue Langstreckenraketen zu produzieren. Ausserdem erklärt es, dass das alljährliche gemeinsame Seemanöver mit den USA in Bälde beginnen werde. Die Nachricht vom gemeinsamen Manöver der USA und Südkorea kommt im Norden schlecht an. Ein US-General erhält ein Anruf von einem nordkoreanischen Armeemitarbeiter, der ihm droht, der Krieg könne «jeden Moment» ausbrechen. Truppen der USA (Bild) und von Südkorea beginnen ihre alljährliche Übung «Foul Eagle». Rund 100'000 Amerikaner nehmen daran teil. Wegen des Atomtests verhängt der Uno-Sicherheitsrat erneut scharfe Sanktionen gegen das Land. Noch am gleichen Tag droht Nordkorea mit einem «präventiven» Atomschlag gegen die USA. Nordkorea kündigt das Waffenstillstandsabkommen mit Südkorea vom 27. Juli 1953 per 11. März 2013. Auch alle anderen Entspannungsabkommen mit dem südlichen Nachbarland werden nicht mehr anerkannt. Zudem wird der «Heisse Draht» in der entmilitarisierten Zone Panmunjeom zu Seoul gekappt. Am Tag darauf doppelt Kim Jong-Un nach und kündigt an, dass er das Atomprogramm weiter ausbauen will. Nordkorea schiesst zwei Testraketen mit kurzer Reichweite ab. Die USA verstärken darauf ihre Raketenabwehr. Nach US-Übungsflügen mit atomwaffenfähigen B-52-Langstreckenbombern in Südkorea droht Nordkorea den Vereinigten Staaten mit Angriffen auf ihre Stützpunkte in Japan und Guam. Nordkorea setzt alle Feldartillerietruppen in höchste Bereitschaft. Die USA entsenden zwei atomwaffenfähige Tarnkappenbomber (Stealth Bomber) vom Typ B-2 nach Südkorea. Kim Jong-Un reagiert auf die Verlegung der US-Stealth-Bomber mit weiteren Atomkriegsdrohungen und versetzt die strategischen Raketeneinheiten in Angriffsbereitschaft. Am nächsten Tag verkündet er, sein Land sei im Kriegszustand mit Südkorea. Kim Jong-Un kündigt an, den 2007 stillgelegten und 2008 teilweise zerstörten Atomreaktor Nyongbyon wieder in Betrieb zu nehmen. Die USA verlegen eine gigantische Radarinsel (Archivbild) nach Südkorea, um nordkoreanische Truppenbewegungen und Raketenstarts frühzeitig erkennen zu können. Ausserdem wurde ein US-Zerstörer in die Region verlegt. Nordkorea verweigert südkoreanischen Arbeitnehmern den Zugang zum binationalen Industriepark Kaesong, wo nordkoranische Arbeiter zu Billiglöhnen für südkoreanische Unternehmen arbeiten. Das gemeinsame Projekt galt als Garant für den Frieden. Kim Jong-Un genehmigt einen . Gleichentags verlegt Nordkorea eine Pjöngjang erklärt, dass die sowie von internationalen Organisationen in Nordkorea ab 10. April nicht mehr garantiert werden könne. Südkorea wehrt sich – zumindest verbal: «Wenn ein lokaler Krieg ausbricht, muss Nordkorea mit rechnen», sagte der südkoreanische Sicherheitsbeamte Kim Jang Soo (l.). Der chinesische Präsident mit seinem Verbündeten Kim und mahnt ihn, das riskante Säbelrasseln einzustellen. Laut dem südkoreanischen Vereinigungsminister Ryoo Kihl Jae wurde in Nordkorea eine erhöhte Aktivität auf dem Atomtestgelände in Punggye-ri festgestellt. Dies nährt die Ängste um einen erneuten Atomtest Nordkoreas. Wenige Stunden später nimmt der Minister seine Aussagen zurück. Die USA befürchten den Abschuss zweier Raketen von der nordkoreanischen Ostküste. Ein Mitglied von Obamas Regierung sagte, ein solcher Angriff müsse jederzeit befürchtet werden. Auch Südkorea erhöht seine Alarmbereitschaft.

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Südkorea hat den kommunistischen Norden mit drastischen Worten vor einem Angriff gewarnt. «Wenn ein lokaler Krieg ausbricht, muss Nordkorea mit schwerer Vergeltung rechnen», sagte der Chef des Nationalen Sicherheitsrates, Kim Jang Soo, am Sonntag.

Der Norden werde in diesem Fall einen hohen Preis zahlen. Zwar gebe es derzeit keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Angriff. Das Risiko eines Krieges in der Region sei aber auch nicht auszuschliessen, sagte Kim nach Angaben der Nachrichtenagentur Yonhap in Seoul.

Südkorea geht nach den Worten Kims davon aus, dass Nordkorea am ehesten kommenden Mittwoch eine Rakete starten könnte. Darauf deute die Kriegsrhetorik des Nordens hin.

Schlagzeilen um jeden Preis

Nach Einschätzung Seouls handelt es sich um «ein berechnendes Muster, um weltweit in die Schlagzeilen zu kommen.» Die südkoreanische Regierung werde im Konflikt weiter besonnen und entschlossen agieren - mit allen diplomatischen und militärischen Möglichkeiten.

Der britische Aussenminister William Hague rief zur Besonnenheit im Umgang mit Nordkorea auf. Trotz der «paranoiden Rhetorik» aus Pjöngjang bestehe die Gefahr einer Fehlkalkulation seitens des nordkoreanischen Regimes, warnte Hague am Sonntag in einem Interview mit dem Sender BBC. Es sei nun wichtig, Einigkeit zu demonstrieren.

(sda)