Piraten vor Somalia

22. Dezember 2008 16:03; Akt: 22.12.2008 16:15 Print

Schweizer Hochseeflotte nicht zum ersten Mal bedroht

Nicht zum ersten Mal in ihrer Geschichte wird die Schweizer Hochseeflotte durch bewaffnete Konflikte bedroht.

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In ihren Gründerjahren während des Zweiten Weltkrieges gingen mehrere Schiffe in Folge von Kampfhandlungen verloren.

Die Versorgungsnotlage nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zwang die Schweiz zur Gründung einer eigenen Hochseeflotte. Die ersten vier Schiffe wurden 1941 erworben. 1941-45 wurden insgesamt 14 Schiffe im schweizerischen Hochseeschiffsregister eingetragen.

Die kriegsführenden Mächte sicherten der Schweiz zwar ungehinderte Fahrt ihrer Schiffe mit Ladung für die Heimat auf den Meeren zu. Vier Schweizer Schiffe gingen dennoch durch Kriegshandlungen verloren:

- Die «Maloja» (1781 BRT) wurde am 7. September 1943 nördlich Korsika - vermutlich durch britische Bomber - versenkt; drei Seeleute starben.

- Die «Chasseral» (3126 BRT) wurde im April 1944 vor Sète von britischen Bombern angegriffen und schwer beschädigt, ein Seemann kam ums Leben.

- Die «Albula» (1220 BRT) wurde im Juli 1944 im Hafen von Marseille bei einem Gefecht zwischen deutschen Truppen und französischen Widerstandskämpfen so schwer beschädigt, dass sie nicht wieder repariert werden konnte.

- Die «Generoso» (1437 BRT) lief bei einem Manöver vor dem Hafen von Marseille am 19. September 1944 auf eine deutsche Seemine auf und sank. Der russische Kapitän kam dabei ums Leben.

Nach dem Krieg hatte die schweizerische Hochseeflotte nur noch wenige Totalverluste zu vermelden: Die «Zürich» sank 1946 im Sturm vor Gibraltar, die «Sempach» 1953 vor Algerien nach Auflaufen auf eine Zweitweltkriegs-Seemine, die «Rhône» 1955 vor Tobruk (Libyen).

Die «Nyon» und die «Carona» sanken 1962 vor Portsmouth respektive 1964 vor den Friesischen Inseln nach Kollisionen mit anderen Schiffen. Die Besatzungen konnten sich jeweils retten.

(sda)