Angriff mit Helikopter

16. Mai 2012 15:25; Akt: 16.05.2012 17:08 Print

Briten versenken somalische Piratenboote

von Ralf Meile - Grossbritannien zieht die Schraube im Kampf gegen Piraten an. Fotos zeigen, wie die Royal Navy auf hoher See kurzen Prozess mit Kriminellen aus Somalia macht.

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Flammen und Rauchsäulen steigen meterhoch in den Himmel. Getroffen von einer Rakete schaukelt ein Piratenboot im Indischen Ozean. Bald sinken die Trümmer auf den Meeresgrund.

Seit Jahren treiben Piraten vor der Küste des ostafrikanischen Landes Somalia ihr Unwesen. Sie überfallen Schiffe und lassen deren Besatzung erst nach Zahlung eines Lösegelds frei. Alleine im letzten Jahr haben sie laut Uno-Angaben rund 150 Millionen Franken erbeutet.

Piratenboot in Flammen

Die Royal Navy hat nun Bilder veröffentlicht, die zeigen, wie ernst es ihr mit dem Schutz britischer und anderer Schiffe ist. Mit einem Helikopter, der auf dem Kriegsschiff HMS Westminster stationiert ist, hat sie ein Boot der Piraten zerstört.

Die Besatzung war zuvor auf ein anderes Schiff geflüchtet, so dass beim Angriff niemand verletzt wurde. In Sicherheit retteten sich die Piraten indes nicht. Sie gehörten zu einem Dutzend Männern, die bei der gleichen Aktion festgenommen wurden.

Auch die von der EU geführte Antipiraterie-Mission Atalanta bekämpft die Piraten derzeit aktiver als auch schon. Am Dienstag wurde erstmals ein Lager der Kriminellen an Land beschossen.

Piraterie als Wirtschaftszweig

Rund 28 000 Handelsschiffe passieren jährlich die Gewässer vor Somalia. Sie transportieren mehr als ein Drittel aller weltweit gehandelten Güter. Ein lukratives Geschäft für die Piraten – und generell für Somalia. Denn während die Piraterie für die Industrieländer ein Fluch ist, verhilft sie dem Land gemäss einer Studie von Anfang Jahr zu wirtschaftlicher Entwicklung.

Der Wirtschaftszweig mit der Totenkopf-Flagge hat demnach Arbeitsplätze geschaffen und sorgt für ein gewisses Einkommen. Die Autorin der Studie warnt deshalb vor einer militärischen Lösung. Eine solche würde «einem der ärmsten Staaten der Welt eine wichtige Einkommensquelle nehmen und die Armut vergrössern». Sie schlägt stattdessen vor, die aus der Piraterie entstehenden Kosten von jährlich bis zu zwölf Milliarden Dollar für die Entwicklung der somalischen Gemeinden auszugeben.