Simbabwe

07. Dezember 2008 10:23; Akt: 07.12.2008 10:41 Print

EU-Sanktionen für Cholera-Ausbruch verantwortlich?

Die staatlichen Medien in Simbabwe haben die EU für den Ausbruch der Cholera-Epidemie verantwortlich gemacht.

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Die Seuche sei eine Folge der EU-Sanktionen gegen das südafrikanische Land, hiess es am Sonntag im Leitartikel der staatlichen Zeitung «The Sunday Mail».

«Der Ausbruch der Cholera ist ein anschauliches Beispiel für die Auswirkungen von Sanktionen auf unschuldige Menschen.» Die Menschen, die am meisten litten, seien nicht die Politiker, die durch die Sanktionen bestraft werden sollten, sondern «das arme Volk», hiess es weiter.

Dem Land würden Devisen vorenthalten, die dringend für den Kauf von Chemikalien zur Trinkwasserdesinfektion benötigt würden.

Die EU-Aussenminister werden nach Angaben der französischen Ratspräsidentschaft voraussichtlich am Montag die Sanktionen gegen die simbabwische Führung verschärfen. Dabei wird vermutlich die Liste der in der EU «unerwünschten Personen» um zehn Namen erweitert.

Derzeit umfasst sie rund 170 Simbabwer, unter ihnen auch Staatschef Robert Mugabe. Auch dessen Vermögen sowie die seiner Vertrauten wurden in der EU eingefroren.

Die Schweiz hatte sich den von der EU verhängten Sanktionen angeschlossen. 168 Personen aus dem Umkreis von Präsident Mugabe dürfen nicht mehr in die Schweiz einreisen und ihre Vermögenswerte in der Schweiz wurden gesperrt.

In einem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Erklärungsentwurf bedauern die EU-Aussenminister die sich verschlechternde humanitäre Lage und den politischen Stillstand in Simbabwe.

Seit August starben in Simbabwe nach UNO-Angaben mindestens 575 Menschen an Cholera, mehr als 12 700 erkrankten. Am stärksten betroffen ist demnach die Hauptstadt Harare mit mindestens 179 Todesopfern und rund 6450 Infizierten.

(sda)