Ex-NSA-Chef

13. Mai 2014 22:01; Akt: 14.05.2014 16:02 Print

«Wir töten auf Grund von Metadaten»

Wer glaubt, er sei sicher, weil Geheimdienste keine konkreten Inhalte lesen, für den hat der ehemalige NSA-Chef Michael Hayden unangenehme Neuigkeiten. Metadaten sagen alles.

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An einem Podium der Johns Hopkins Universität in Baltimore gab sich der ehemalige NSA-Chef und Ex-CIA-Direktor Michael Hayden im April freimütig: «Wir töten Menschen auf Grund von Metadaten.» Das Zitat war eine Ergänzung auf eine Äusserung des ehemaligen NSA-Beraters Stewart Baker: «Metadaten sagen einem absolut alles über irgendjemandes Leben. Wenn man genügend Metadaten hat, braucht man den Inhalt gar nicht mehr zu wissen.»

Der Professor für Recht, David Cole, konstatierte darauf in einem Artikel für die «New York Review of Books»: Das Argument, die Bedrohung der Privatsphäre sei vernachlässigbar, da die NSA ja «nur» Metadaten sammle und nicht tatsächlichen Inhalte von E-Mails und Gesprächen, sei «hochgradig irreführend».

Gesetzesänderung in Beratung

Wer hat mit wem wie häufig, wie lange und von wo aus kommuniziert – diese Daten nennt man Metadaten. Der konkrete Inhalt wird davon nicht erfasst und sei gemäss Baker auch nicht mehr so wichtig. Gerade bei den Abermillionen an Daten sind die Metadaten auch wesentlich einfacher maschinell auswertbar als der konkrete Inhalt eines Telefongesprächs oder E-Mail-Wechsels.

In den USA wird zurzeit eine Gesetzesänderung behandelt, die die Befugnisse der NSA einschränken soll, Metadaten zu sammeln. Statt wie bisher nahezu ohne Kontrolle alle Daten einziehen zu können, sollen Kommunikationsanbieter die Daten lokal speichern und der NSA nur noch gegen Vorlage einer richterlichen Anordnung abgeben. Diese Änderung würde aber nur für die USA gelten – Beschränkungen für die internationale Suche sind auf der Prioritätenliste des US-Parlaments bestenfalls zweitrangig.

(pwe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mikw wisler am 14.05.2014 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schräg

    einfach Metadaten sammeln und bei bedarf mit Drohne zum Abschuss freigeben. Wären es die Russen wir wären empört, sind es unsere Westlichen Freunde, dann finden wir das ganz ok. Es lebe der Friedensnobeltpreisträgee Obama. ( hat schon mindestens 3000 Drohnenopfer aud dem Gewissen)

  • falamanki am 14.05.2014 06:16 Report Diesen Beitrag melden

    tot wegen metadaten..

    wie war das noch mal..? "wer sich nichts zu schulden kommen lässt, der hat auch nichts zu befürchten.." diesen spruch haben wir hier tausend mal lesen können.. bin gespannt was jetzt für sprüche kommen..

  • Roland Mc Schlawin am 14.05.2014 06:20 Report Diesen Beitrag melden

    Klein wenig arrogant, nicht?

    Finde diese Aussage bezeichnen für die Arrogants der NSA. Wieso sich die Mühen machen und genau hinhören und genau abzuklären, zu analysieren? Es reichen ja die Metadaten, die Lizenz zum Killen: «Wir töten Menschen auf Grund von Metadaten.» Eine sehr traurige Entwicklung. Vor allem da nie erhoben wurde ob diese Art der Ermittlung auch wirklich zuverlässig ist... Aber es geht ja nur um Menschenleben...!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sarkas Mus am 14.05.2014 07:06 Report Diesen Beitrag melden

    Geduld. das Problem löst sich selbst

    Über die NSA wird viel negatives geschrieben und damit viel negativ behaftete Metadaten generiert. In logischer Konsequenz werden die sich also selbst vernichten müssen.

  • Beobachter am 14.05.2014 07:02 Report Diesen Beitrag melden

    Scheinsicherheit

    Und die Welt schaut zu...

  • Demäsi am 14.05.2014 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kaum zu glauben

    Das muss heissen: wir spielen GOTT auf Grund von Metadaten In was für einer Welt leben wir eigentlich. ? Ich versteh überhaupt nichts mehr. Wie kann man über den Holokaust sich beschweren und gleichzeitig solche Sprüche in die Welt versenden ? Einfach unglaublich

  • Kira am 14.05.2014 06:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Arbeit

    Zum Glück gibt's Medien, die sorgfältig recherchieren und diese Themen unerschrocken aufnehmen.

  • Roland Mc Schlawin am 14.05.2014 06:20 Report Diesen Beitrag melden

    Klein wenig arrogant, nicht?

    Finde diese Aussage bezeichnen für die Arrogants der NSA. Wieso sich die Mühen machen und genau hinhören und genau abzuklären, zu analysieren? Es reichen ja die Metadaten, die Lizenz zum Killen: «Wir töten Menschen auf Grund von Metadaten.» Eine sehr traurige Entwicklung. Vor allem da nie erhoben wurde ob diese Art der Ermittlung auch wirklich zuverlässig ist... Aber es geht ja nur um Menschenleben...!