Facebook & Yahoo

12. September 2013 02:55; Akt: 12.09.2013 07:34 Print

So setzt die NSA Tech-Firmen unter Druck

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat die Internet-Spionage durch den US-Geheimdienst NSA scharf kritisiert. Unterstützung erhält er von Yahoo-Chefin Marissa Mayer.

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Edward Snowden reichte am 9. Juli 2014 einen Antrag auf Asyl-Verlängerung in Russland ein. Am 1. August wurde sein Asyl um weitere drei Jahre verlängert. Die durch Snowdens Enthüllungen losgetretene Überwachungs-Affäre ist noch immer in vollem Gange: Am 2. Juli 2014 sagte der ehemalige NSA-Mitarbeiter Thomas Drake im Geheimdienstausschuss des deutschen Bundestages aus. Laut Drake hat der deutsche Geheimdienst den USA Daten für ihre Drohnen geliefert. Am 27. Dezember befanden US-Bundesrichter das massive Abschöpfen von Telefondaten von Millionen von Amerikanern durch den Geheimdienst NSA für legal. Am forderte eine Expertengruppe Barack Obama auf, die Arbeit der NSA zu beschränken. Am 2. November 2013 berichtete der «Guardian», dass mehrere Geheimdienste in Europa angeblich bei der Entwicklung von Spionage-Technik mit dem britischen Geheimdienst zusammengearbeitet haben sollen. Das sollen Snowden-Dokumente zeigen. Am . Darin bietet der Whistleblower Deutschland bei der Aufklärung der NSA-Affäre seine Hilfe an. Ströbele (r.) hatte Snowden am 31. Oktober in Moskau an einem geheimen Ort besucht. Diese Skizze aus einer internen NSA-Präsentation, veröffentlicht am von der «Washington Post», zeigt, wie die Google-Cloud aufgebaut ist. Am wurde bekannt, dass die NSA zwischen dem 10. Dezember 2012 und dem 8. Januar 2013 auch den Vatikan abgehört hatte. Seit 2005 sei zudem Jorge Bergolio im Visier des Geheimdienstes gewesen. Auch habe der Geheimdienst massenhaft Mails von Google und Yahoo abgegriffen. Am der Vorwürfe an. Am haben soll. Die Abhörungen wurden laut der US-Webseite Cryptome vom 10. 12. 2012 bis am 8. 1. 2013 durchgeführt. (Bild: US-Aussenminister John Kerry und Italiens Premierminister Enrico Letta) Am hat. Die Telefonnummern und Ortsangaben von mehr als 60,5 Millionen Telefonaten seien zwischen Dezember 2012 und Januar 2013 bespitzelt worden. Die Madrid bestellte umgehend den US-Botschafter James Costos ein. Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy (Bild) hatte noch zwei Tage zuvor erklärt, ihm liege kein Beweis für eine US-Spionage in Spanien vor. Als Reaktion auf die Bespitzelung durch den US-Geheimdienst wollen Frankreichs Staatspräsident François Hollande und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel am Rande des EU-Gipfels vom . Ende Oktober wird bekannt, dass der US-Geheimdienst sogar . Diese rief darauf ihren amerikanischen Amtskollegen Barack Obama an und las ihm die Leviten. Ihr Nokia hatte sie im Juli 2013 durch ein «abhörsicheres» Blackberry ersetzt. Als Reaktion auf die Snowden-Enthüllung, dass die USA französische Telefone abhörten, bestellt belauscht haben. «Guardian»-Journalist Glenn Greenwald gab am zu enthüllen. Am 8. August schloss Ledar Levison seinen überwachungssicheren E-Mail-Betrieb Lavabit. Das FBI wollte verfiel, packte Levison aus und erzählte, mit welchen Mitteln die Behörden gegen ihn vorgingen. Im und ihren Mitarbeitern überwacht. Zudem sollen Unternehmen wie der Ölkonzern Petrobras und Millionen brasilianischer Bürger ausgespäht worden sein. Verärgert verschob Rousseff einen für Oktober geplanten Staatsbesuch in den USA auf unbestimmte Zeit. Ebenfalls im September erfuhr die Öffentlichkeit, dass es einer NSA-Spezialabteilung gelungen ist, in das E-Mail-Konto des damaligen mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón einzudringen. Zudem soll die NSA auch Calderóns Nachfolger (Bild) ihn während des Wahlkampfs 2012 ausgespäht haben. Am . Neuste Enthüllung aus dem Datenmaterial von Edward Snowden: Der Spiegel berichtet am in Washington, New York und Brüssel unter anderem Wanzen installiert und interne Computernetzwerke infiltriert haben soll,. Neuste Enthüllung aus dem Datenmaterial von Edward Snowden: Wie der «Guardian» am . Betroffen sind Firmen wie Google, Yahoo und Microsoft. Gleichentags gab die Zeitung bekannt, dass sie aufgrund des grossen Drucks seitens der britischen Regierung die brisanten Daten von Edward Snowden wird. Am (l.), der die Snowden-Daten bearbeitet. Mirandas elektronischen Geräte wie Mobiltelefon, Laptop, Kamera, Speicherkarten, DVDs und Spielekonsolen wurden beschlagnahmt. Kurz darauf gab der Chefredaktor des worden sei. Um einer Klage von der Regierung zu entgehen, musste er einwilligen, dass Festplatten der Redaktion zerstört wurden - unter Aufsicht von Agenten des Government Communications Headquarters. «Die Methoden der NSA haben nichts mehr mit dem Rechtsstaat zu tun, den wir geschaffen haben», sagt der . Er sitzt im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten und Justiz, der bis Ende Jahr einen Bericht zu den Enthüllungen von Whistleblower Edward Snowden verfassen wird. Wie sich die Affäre Snowden in den vergangenen Wochen entwickelt hat, sehen Sie auf den folgenden Bildern. Mit einem Lächeln in die Freiheit: Der 30-jährige Whistleblower Edward Snowden hat am nach über sechs Wochen der Ungewissheit den Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo verlassen. Snowden darf zunächst für ein Jahr in Russland bleiben. Sein Anwalt Anatoli Kutscherena präsentierte ein Dokument, das dem Whistleblower erlaubt, den Moskauer Flughafen zu verlassen. Das freut auch Ex-Spionin 00-Sex Anna Chapman, die Snowden auf Twitter einen Heiratsantrag machte. Am ist der Transitbereich im Flughafen Scheremetjewo für Ed Snowden keine Einbahnstrasse und keine Sackgasse mehr: Der Whistleblower hat Papiere erhalten, die es ihm erlauben in Russland einzureisen. Damit ist der Weg für ihn frei: Er darf den Transitbereich verlassen und in Russland einreisen. Am hatte Snowden im Beisein von Menschenrechtsaktivistinnen bekanntgegeben, dass er ein Asylgesuch in Russland stelle. Snowden hatte das Gesuch ... ... auf einen einfachen Fresszettel gekritzelt. Der prominente russische Anwalt Anatoli Kutscherena informiert am die Medien, dass Snowden seinen Antrag auf politisches Asyl in Russland unterschrieben habe. Am schien klar, dass sich Snowden nach Venezuela absetzen möchte. Die so lautende Twitter-Nachricht des russischen Politikers Alexej Puschkow erwies sich aber als verfrüht. Weil Boliviens Präsident Evo Morales angedeutet hat, er würde Asyl für Snowden in Erwägung ziehen, wurde sein Flieger in der in Österreich kurzerhand zur Landung gezwungen. Snowden befand sich allerdings nicht an Bord. Morales war auf dem Weg von Russland nach Bolivien. Morales nutzte die Gelegenheit und traf sich mit dem Österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer vor dem Weiterflug. Gemäss Wikileaks hätte Snowden in insgesamt beantragt. Namentlich aufgeführt waren neben der Schweiz 18 andere Länder: Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Irland, Holland, Norwegen, Polen, Russland, Spanien, Bolivien, Brasilien, China, Kuba, Indien, Nicaragua und Venezuela. Viele Länder lehnten aus formalen Gründen ab: Um ein Gesuch zu stellen, müsste sich Snowden auf dem Entsprechenden Staatsgebiet oder an der Grenze befinden. Asyl in Russland schien im Bereich des Möglichen. Putin selber sagte: «Wenn er hierbleiben möchte, gibt es eine Bedingung: , die darauf gerichtet ist, unseren amerikanischen Partnern Schaden zuzufügen - so merkwürdig sich das aus meinem Mund auch anhören mag». Die Bedingungen akzeptierte Snowden nicht und zog seinen Antrag zurück. Seinen ersten - erfolglosen - Asylantrag stellte Snowden in . Das südamerikanische Land gewährte bereits dem australischen Wikileaks-Pionier Julian Assange Zuflucht vor der englischen Justiz. Als Snowden am , seither sitzt er im Transitbereich des moskauer Flughafens Scheremetjewo fest. Am hat Snowden Hongkong verlassen in Richtung Moskau. Er hat sich nach Angaben der Regierung in Hongkong in ein «Drittland» abgesetzt. Zuvor hatten die USA bestätigt, Hongkong wegen einer Auslieferung Snowdens kontaktiert zu haben. Die «Washington Post» berichtete unter Berufung auf Experten, . Ein Auslieferungsgesuch stellte die USA an Russland. Nach ein paar Tagen Funkstille meldete sich Snowden am 13. Juni in einem Interview mit der «South China Morning Post» wieder zu Wort. Er habe vor, . Ausserdem verriet er neue Details: Die USA soll seit 2009 Computer in China und Hongkong hacken. Snowden war zuerst . Die frühere britische Kronkolonie gehört zu China, ist aber eine Sonderverwaltungszone und hat ein Auslieferungsabkommen mit den USA. (Im Bild: das US-Konsulat in Hongkong) Snowden outete sich am 6. Juni 2013 in der (im Bild: Journalist Glenn Greenwald). Snowdens Identität sei auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin publik gemacht worden, schreibt der «Guardian». «Ich habe nicht die Absicht, mich zu verstecken, weil ich weiss, dass ich nichts Falsches getan habe», wird Snowden zitiert. Sein einziges Motiv sei es gewesen, die «Öffentlichkeit darüber zu informieren, was in ihrem Namen» geschehe. In der UN-Mission der USA in Genf, wo auch die CIA untergebracht ist, arbeitete Edward Snowden von 2007 bis 2009. Über seine Zeit in der Schweiz . Edward Snowden kam wo er für die CIA tätig war und Zugang zu klassifiziertem Material hatte. Dort habe er als Angestellter im Bereich IT-Sicherheit zum ersten Mal das Verlangen verspürt, an die Öffentlichkeit zu bringen, was er über das NSA-Programm der Internet-Überwachung wusste. Snowden wohnte laut «Guardian» zuletzt mit seiner Freundin in diesem Haus auf wo er auch die letzten Geheimdokumente kopierte und weitergab. Danach habe er seinen Vorgesetzten mitgeteilt, dass er für einige Wochen wegfahren müsse, um sich wegen Epilepsie behandeln zu lassen, hiess es. Er bereut nichts: Der junge Techniker steckt hinter den Enthüllungen über den gigantischen Überwachungsapparat der USA. Die US-Geheimdienste erfassen täglich Millionen Telefondaten und durchforsten grossflächig das Internet nach Terrorverdächtigen.

Zum Thema
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Facebook-Chef Mark Zuckerberg geht mit der US-Regierung hart ins Gericht. «Ich denke, die Regierung hat es vergeigt», sagte er am Mittwoch auf einer Technologiekonferenz in San Francisco.

Als Regierungsvertreter erklärt hätten, man spioniere keine Amerikaner aus, sei das für ein weltweit tätiges Unternehmen wie Facebook nicht gerade hilfreich gewesen. «Das war echt übel.»

«Es ist mein Job und der von Facebook, alle zu schützen, die Facebook nutzen», sagte Zuckerberg. Er wünsche sich, dass die Regierung von sich aus mehr dazu beitrage, die Sache aufzuklären.

«Fügst du dich nicht, ist es Landesverrat»

Facebook und andere Internetkonzerne wie Yahoo, Microsoft und Google fordern in der Öffentlichkeit und mit Klagen vor einem Geheimgericht, dass sie den Umfang der geheimdienstlichen Anfragen bekanntgeben dürfen. Die Internetfirmen fürchten einen Vertrauensverlust bei den Nutzern und damit letztlich geschäftliche Einbussen.

«Wenn du dich nicht fügst, ist es Landesverrat», hatte Yahoo-Chefin Marissa Mayer zuvor auf der gleichen Konferenz gesagt, die von der Technologie-Website TechCrunch veranstaltet wurde. «Wir halten bei Anfragen dagegen», versicherte sie.

Mayer zeigte sich bei dem Thema aber insgesamt zurückhaltender als Zuckerberg. Bislang hatten sich vor allem die juristischen Vertreter der Internetfirmen zur Internetspionage geäussert.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • thurgauer am 12.09.2013 05:33 Report Diesen Beitrag melden

    PR - Stunt

    Warum nur kann ich den beiden Unschuldslämmern nichts glauben ? Nach anderen Informationen sind sowohl Yahoo als auch FB 'sehr kooperativ' gegenüber den 3-Buchstaben-Agenturen gewesen ... und jetzt laufen ihnen die Kunden davon, sowas ...

  • Michael W. am 12.09.2013 06:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umzug?

    Vielleicht sollten die Unternehmen einfach in die Schweiz oder ein anderes europäisches Land ziehen. Dann könnten sie alle Daten schützen.

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  • Markus am 12.09.2013 06:24 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdig

    aha, jetzt wo das Business leidet findet man auf einmal Worte für die "geschätzten" Kunden. Leider sind auch diese Worte "Lug und Betrug" Ihr seit unglaubwürdig alle zusammen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • George Orwell am 12.09.2013 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    1984

    ...und mit dem neuen I-Phone haben sie dann noch unsere Fingerabdrücke. Niemals werde ich so ein Teil kaufen.

  • M@ch.ch am 12.09.2013 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    der gläserne Mensch

    Ja genau! der einzige der den Datenschutz noch mehr missachtet als die NSA will dies auch noch kritisieren!

  • Willi Will am 12.09.2013 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Recht so. Wehren muss man sich gegen diese

    Schnüffeleien. Ich habe nichts zu verbergen. Ich will einfach meine P R I V A C Y Danke.

  • Bieten wir es ihnen an am 12.09.2013 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    die Chance

    hier ist die Chance: Yahoo und Facebook Headquarter in die Schweiz. CH-Gesetz, Server in der Schweiz, Arbeitskräfte in der Schweiz und Steuergelder in der Schweiz.

    • Time am 12.09.2013 08:52 Report Diesen Beitrag melden

      Denkste

      Glaubst du wohl selber nicht, dann kommt Amerika wieder angeschossen und wir übernehmen wieder amerikanisches Recht.

    • Alpen Bunker am 12.09.2013 08:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gute Idee. Schneider Ammann soll ein Angebot

      lancieren. Das wär mal eine lobenswerte Aktion.

    • Mike am 12.09.2013 09:11 Report Diesen Beitrag melden

      Sicher?

      Ja, und hier sind sie dann vor den Amis sicher, frag mal bei den Banken nach, wie das genau funktioniert... Wenn die Amis den grossen Hammer schwingen, spielt es keine Rolle wo auf der Welt sich eine Firma befindet. Es gibt immer Mittel und Wege.

    • Anonymous am 12.09.2013 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Keine gute Idee!

      Ja und dafür gehen in den Staaten weitere, abertausende Arbeitsplätze flöten.

    • Kathrin Stehrenberger am 12.09.2013 10:02 Report Diesen Beitrag melden

      Nun....

      ...darauf müssen die selber kommen, resp. das wissen die doch schon längst! Aber frag sie doch mal, WARUM sie es nicht tun!

    • ristretto am 12.09.2013 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      blabla

      und noch mehr wohnungsnot und was alles so dazugehört...

    • Marion F. am 12.09.2013 10:16 Report Diesen Beitrag melden

      Lol, die Schweiz geht in einem Tag ...

      ... in die Knie. Sie doch, wie Sie jetzt schon alles beinahe Blanko unterschreibt, sobald ein Staat Druck ausübt. Nicht nur die Schweizer, sondern auch die ausländischen Staaten verlieren das Vertrauen in die Schweiz.

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  • Dan Brown am 12.09.2013 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    wissen es schon

    das schöne ist doch, dass wir immer auf solche sachen vorbereitet werden.... siehe "Diabolus" von Dan Brown...

    • Herr O. am 12.09.2013 09:50 Report Diesen Beitrag melden

      Oder

      der Film Staatsfeind No.1....

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