Syrien-Krise

03. September 2013 21:48; Akt: 03.09.2013 21:48 Print

Schweden will allen Flüchtlingen Asyl geben

«Kein Konflikt auf der Welt ist derzeit so grausam, lang und blutig wie der Konflikt in Syrien.» Mit Begründung möchte Schweden allen syrischen Flüchtlingen vorerst unbefristet Asyl gewähren.

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«Kein Konflikt auf der Welt ist derzeit so grausam, lang und blutig wie der Konflikt in Syrien. Das sollte viele Politiker innerhalb und ausserhalb der EU veranlassen, über unsere Verantwortung nachzudenken.» Dies sagte der schwedische Migrationsminister Tobias Billström. (Bild: Keystone/Jonas Ekstroemer)

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Schweden will allen Asylanträgen von syrischen Flüchtlingen stattgeben. Jeder Asylsuchende aus dem Bürgerkriegsland, der in Schweden um Asyl bitte, werde aufgenommen, sagte die Sprecherin der schwedischen Einwanderungsbehörde, Annie Hörnblad, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

«Die Behörde hat diese Entscheidung getroffen, weil sie davon ausgeht, dass die Gewalt in Syrien in naher Zukunft nicht abreissen wird.» Schweden ist damit das erste europäische Land, das diesen Schritt ankündigt.

Den Flüchtlingen werde bis auf Weiteres ein zeitlich unbefristeter Aufenthaltsstatus eingeräumt. Bislang gewährte Schweden ihnen ein dreijähriges Asyl, nachdem jeder Fall gesondert überprüft wurde. Seit 2012 hat das Land 14'700 Syrer aufgenommen.

Die Einwanderungsbehörde rechnet damit, dass die grosse Mehrheit der Syrer, die bislang nur ein vorübergehendes Bleiberecht haben, sich nun um ein permanentes Aufenthaltsrecht bemühen werden. Dies würde ihnen ermöglichen, auch ihre Familien nach Schweden zu holen.

Schwedens Migrationsminister Tobias Billström rief andere Länder auf, diesem Beispiel zu folgen. «Kein Konflikt auf der Welt ist derzeit so grausam, lang und blutig wie der Konflikt in Syrien. Das sollte viele Politiker innerhalb und ausserhalb der EU veranlassen, über unsere Verantwortung nachzudenken», sagte Billström der Zeitung «Aftonbladet».

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schreiber am 03.09.2013 22:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wo soll das hin führen?

    Wenn man zehntausende Syrer in einem westlichen Land aufnimmt, verursacht dies kurz-, mittel- und langfristig enorme Kosten. Zudem ist das Risiko gross, dass massive Gewaltprobleme importiert werden und es auch hier zahlreiche indirekte Opfer gibt. Ausseredem könnte man mit dem Geld, dass man für einen Flüchtling im Westen ausgibt viel mehr Leuten in der Region helfen. Man kann sich fragen, ob eine Aufnahme von syrischen Flüchtlingen im Westen moralisch vertretbar ist - sowohl gegenüber den Kriegsopfern, wie auch gegenüber den Gastgebern. Eine Hilfe in der Region würde mehr Menschen helfen.

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  • Lflab am 04.09.2013 01:52 Report Diesen Beitrag melden

    Immer wieder

    Aus eigener Erfahrung weiss ich dass es in Schweden viel zu viele renietent Asylanten und Linke hat. Deshalb geht dieses Land auch vor die Hunde.

  • Thomas Müller am 04.09.2013 04:06 Report Diesen Beitrag melden

    Schweden und Schweiz

    Schweden war immer ein Vorläufer in der Aufnahme von Schutzbedürftigen, aber auch nur weil Schweden die Kapazitäten hat (siehe historische Kriegsereignisse). Die Schutzbedürftigen werden wahrscheinlich in Zonen mit ein paar 100 Einwohnern einquartiert, doch ganz bestimmt nicht in Stockholm oder den grösseren Städten. Die Asylanten werden ökonomisch gesehen ganz nützlich sein in den nördlichen Polarkreisen. Nach einem Monat werden sie die Kälte nicht mehr aushalten und von alleine abwandern... In der Schweiz wollen sie ja ein Asylzentrum in Zürich im Kreis 5! bauen.. da sage ich nichts dazu...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Simon Gisler am 06.09.2013 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Kapazität

    Eine etwas groteske Situation. Jetzt, da es ein Volk gibt das echte und schnelle Hilfe benötigt, befürchte ich das die Kapazität schon durch andere "Flüchtlinge" fast ausgereizt ist...ich hoffe nicht.

  • Lars vom Mars am 04.09.2013 05:16 Report Diesen Beitrag melden

    Alter Schwede...

    Alter Schwede. Die haben was drauf. - Soviel Charakterstärke kann ich mir in der Schweiz gar nicht vorstellen. Chapeau!

  • A. Fischer am 04.09.2013 04:54 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Wie gut, dass es noch Länder hat, die den Menschen sehen und nicht nur seinen Pass. Schweden hat genug Platz. Auch früher quartierte man Asylsuchende gern mal am Polarkreis ein für ein paar Jahre. Da trennte sich sehr schnell die Spreu vom Weizen. Doch wer selbst einmal in Kriegswirren geraten ist und seine Kinder zu schützen sucht, der ist dankbar für jede Tür, die sich ihm öffnet. Sicher gibt es unter Asylsuchenden solche und solche. Aber die gibt es ja bei uns auch...

  • Mick am 04.09.2013 04:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön aber funktioniert nicht immer

    Super was Sie machen. Meine Mutter musste auch fliehen. Krieg ist schrecklich. Leider aber die meisten werden bleiben und arbeitslos sein, und den Staat Millionen kosten. Belgien hat auch Hunderttausende Ausländer, und der arbeitende Belgier muss biss 55% Steuern zahlen damit diese Leute Es gut haben. Trotzdem gibt es zwischenlösungen. Brauch man aber gute Politiker. Hoffentlich endet der Krieg bald.

  • Thomas Müller am 04.09.2013 04:06 Report Diesen Beitrag melden

    Schweden und Schweiz

    Schweden war immer ein Vorläufer in der Aufnahme von Schutzbedürftigen, aber auch nur weil Schweden die Kapazitäten hat (siehe historische Kriegsereignisse). Die Schutzbedürftigen werden wahrscheinlich in Zonen mit ein paar 100 Einwohnern einquartiert, doch ganz bestimmt nicht in Stockholm oder den grösseren Städten. Die Asylanten werden ökonomisch gesehen ganz nützlich sein in den nördlichen Polarkreisen. Nach einem Monat werden sie die Kälte nicht mehr aushalten und von alleine abwandern... In der Schweiz wollen sie ja ein Asylzentrum in Zürich im Kreis 5! bauen.. da sage ich nichts dazu...