Iran

24. August 2013 10:23; Akt: 25.08.2013 21:08 Print

Ruhani verurteilt Giftgasangriffe in Syrien

Der iranische Präsident Hassan Ruhani zeigt sich über die Chemiewaffen-Angriffe in Damaskus betroffen und rät zu Besonnenheit. Iran sei ja auch einmal Opfer von Giftgas geworden.

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Die USA verkünden am , dass sie sich bei der C-Waffen-Vernichtung beteiligen wollen. Einer der Wagen der UN-Chemiewaffeninspektoren in Syrien ist am 26. August 2013 von Scharfschützen beschossen worden. Die Mitglieder des Teams seien unverletzt, hätten ihre Mission aber unterbrechen müssen, um das Fahrzeug zu ersetzen. Die Schüsse fielen demnach in einer Pufferzone zwischen den von Rebellen und Regierungstruppen kontrollierten Teilen von Damaskus. Welche Seite sie abgegeben hat, war zunächst unklar. Angela Kane, UNO-Beauftragte in Damaskus: Chemiewaffen-Experten der UNO sind von Damaskus aus aufgebrochen, um die angeblich mit Giftgas bombardierten Gebiete in Augenschein zu nehmen. Die internationale Gemeinschaft beratschlagt sich über eine «mögliche Antwort» auf den mutmasslichen Chemiewaffen-Einsatz in Syrien. Alle Augen sind auf die USA gerichtet, die ein militärisches Eingreifen nicht ausschliessen. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel soll ihrem britischen Amtskollegen Cameron am Telefon gesagt haben, es gebe wenig Zweifel an der Schuld des Assad-Regimes am Giftgasangriff. Auch der französische Präsident François Hollande sieht ein «Bündel Belege» dafür, dass es am 21. August einen Chemiewaffeneinsatz bei Damaskus gegeben hat. Die Experten der Vereinten Nationen untersuchen den angeblichen Giftgasangriffs ab Montag, 26. August 2013. Generalsekretär Ban Ki Moon hat dem Vorfall höchste Priorität gegeben. Am 25. August teilt das syrische Aussenministerium mit, UNO-Vertreter zu einer Untersuchung in der betroffenen Region zuzulassen. Die Zustimmung gilt als Erfolg der deutschen UNO-Spitzendiplomatin Angela Kane (im Bild mit dem syrischen Aussenminister Walid al-Muallem). Ein Mann und eine Frau trauern um getötete Angehörige: Bei einem nach Angaben der Opposition 1300 Personen ums Leben gekommen sein. Ein Mann inmitten von Leichen, darunter auch Kinder, im Damaszener Vorort Duma. Syrische Oppositionelle werfen der Regierung vor, Giftgas gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt zu haben. Das Regime weist die Vorwürfe zurück. Die Waffeninspektoren, die im Auftrag der UNO früheren Vorwürfen nachgehen sollen, ... ... befinden sich im Zentrum von Damaskus.

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Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat die Giftgasangriffe in Syrien verurteilt und zugleich der internationalen Gemeinschaft zur Besonnenheit geraten. «Als Opfer von Giftgasangriffen (1988 am Ende des Iran-Irak-Krieges) hat der Iran diese stets verurteilt», sagte Ruhani am Samstag.

Viele unschuldige Menschen in Syrien seien bei diesen Angriffen ums Leben gekommen. Die internationale Gemeinschaft müsse jedoch besonnen reagieren, um in erster Linie die Lage zu beruhigen, sagte Ruhani laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr.

Sieg für Israel

«Die jüngste Entwicklungen spiegeln ausserdem eine Verschwörung unserer Feinde in der Region, besonders in Syrien und Ägypten», sagte der Präsident. Die Länder in der Region sollten besonders wachsam sein, denn Nutzniesser dieser Verschwörungen und einer Ausweitung der Krise wäre letztlich nur Israel.

Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif hatte am Donnerstag bezweifelt, dass die syrische Regierung die Giftangriffe verübt hätte. Er warf vielmehr «Terroristen» in Syrien vor, mit solchen Angriffen die Krise in Syrien noch weiter eskalieren zu wollen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Johnny Hügel am 25.08.2013 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Verurteilen brint was in's Rollen ;-(

    Verurteilen ist immer gut und wird Assad bestimmt schwer beeindrucken, vor allem hilft es der gebeutelten Bevölkerung. Iran ist vielleicht der fünfzigste Staat, der sich dazu überwindet, zu verurteilen, wirklich sehr mutig, wenn nicht sogar heldenhaft.

  • Diego am 24.08.2013 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Iran sollte....

    Solche Länder wie der Iran sollten besser ruhig sein, denn sie unterdrücken ihr Volk genau so. Man sieht wie die Menschen sind, gerade jetzt im Nahen-Osten mit all den Kriesen. Macht und Geld regiert leider die Welt.

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  • Manfred am 24.08.2013 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist nichts bewiesen!

    Die knapp 30 Inspektoren haben in Syrien (noch..) keine Spuren von C-Waffen finden können. Die westlichen Medien (ja ich bin Schweizer) behaupten, der Zugang zum "Tatort" würde den Inspektoren "erschwert" werden... Und Assad ist keines Wegs so blöd und auch nicht daran interessiert, C-Waffen in seinem kleinen Reich und gegen sein durchaus geliebtes Volk einzusetzen! Es geht einzig wieder nur darum, dass sich das Virus "usa" global ausbreiten kann. 80% der syrischen Bevölkerung will unter dem Diktatoren weiter leben. Ja die sind zurückgeblieben aber das ist ihre Entscheidung. Wo ist UN-Mandat??

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Johnny Hügel am 25.08.2013 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Verurteilen brint was in's Rollen ;-(

    Verurteilen ist immer gut und wird Assad bestimmt schwer beeindrucken, vor allem hilft es der gebeutelten Bevölkerung. Iran ist vielleicht der fünfzigste Staat, der sich dazu überwindet, zu verurteilen, wirklich sehr mutig, wenn nicht sogar heldenhaft.

  • Flüch-Tiger am 24.08.2013 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Assad kann sein Köfferchen jetzt packen

    und draussen vor seiner Türe schon in Bereitschaft stellen.

  • Manfred am 24.08.2013 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist nichts bewiesen!

    Die knapp 30 Inspektoren haben in Syrien (noch..) keine Spuren von C-Waffen finden können. Die westlichen Medien (ja ich bin Schweizer) behaupten, der Zugang zum "Tatort" würde den Inspektoren "erschwert" werden... Und Assad ist keines Wegs so blöd und auch nicht daran interessiert, C-Waffen in seinem kleinen Reich und gegen sein durchaus geliebtes Volk einzusetzen! Es geht einzig wieder nur darum, dass sich das Virus "usa" global ausbreiten kann. 80% der syrischen Bevölkerung will unter dem Diktatoren weiter leben. Ja die sind zurückgeblieben aber das ist ihre Entscheidung. Wo ist UN-Mandat??

    • Wahrheit am 25.08.2013 09:43 Report Diesen Beitrag melden

      Was die Ärtze sagen...

      Ärzte ohne Grenzen kann weder die Ursachen dieser Symptome nach wissenschaftlichen Kriterien bestimmen noch ermitteln, wer für einen möglichen Angriff verantwortlich ist

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  • mike b am 24.08.2013 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    So ein Witz

    Nur immer einstimmen ins Geschrei, liebe Medien. Assad ist sicherlich nicht so blöd (und ich denke auch nicht so grausam) zu diesem Zeitpunkt so ein Verbrechen zu begehen, dass die USA als "rote Linie" bezeichnet haben. Irgendwas ist hier faul.....

    • Chris am 24.08.2013 21:00 Report Diesen Beitrag melden

      Vielleicht kein Witz

      .. und warum lässt er die Inspektoren zwar ins Land aber nicht an den Ort, an welchem die Anschläge verübt wurden? Wenn zu viel Zeit vergeht können die Inspektoren die genaue Ursache nicht mehr ermitteln.

    • Johannes Meier am 25.08.2013 11:18 Report Diesen Beitrag melden

      Wer kontrolliert diese Gegend?

      Schon mal daran gedacht das diese Gebiet nicht von der Syrischen Regierung kontrolliert wird und somit die Verantwortung bei diesen sogenannten Rebellen liegt? Wie vertrauenswürdig sind den diese Rebellen das man denen die Sicherheit dieser UNO- Inspektoren überlassen kann? Wer kann garantieren das diese "Rebellen" nicht die Beweise dahin gehend manipuliert haben um ihre Sichtweise der Geschichte glaubhaft darzulegen?

    • peter t am 26.08.2013 16:46 Report Diesen Beitrag melden

      Amis dürfen nicht Einmarschieren.

      das sind keine REBELLEN sondern ISLAMISTEN und die würden das eigene volk umbringen nur um das zu erreichen was sie möchten.der Assad ist ein Alevit und seine Gegner sind Süniten es geht um die Religion.Unter Assad leben alle glaubens arten zusammen was ist wen Assad nicht mehr leben würde??dann werden die christen Aleviten Ortudoksen auf der flucht sein.

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  • Pit Rorschach am 24.08.2013 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    False-Flag und neue Lügen der USA

    Der Hammer ist ja, dass man uns mit Videos weis machen will, dass da Giftgas zum Einsatz kam. Man sieht, wie mit Wasser angebliche Kontaminierungen beseitigt werden. So ein Witz. Mit Wasser dürfen Chemievergiftungen niemals eliminiert werden, denn Wasser löst genau das gegenteil aus, es verstärkt das Giftgas. Und ja, die Videos wurden genau einen Tag VOR dem angeblichen Angriff aufgenommen und auf YouTube gestellt. Eine offensichtliche False-Flag, plumper gehts nicht mehr. Aber Obama kümmert das nicht, er braucht einen Krieg auch wenn wieder auf Lügen aufgebaut.

    • Roland T am 24.08.2013 14:34 Report Diesen Beitrag melden

      Re:False-Flag und neue Lügen der USA

      Das Argument mit dem Wasser verstehe ich nicht. Der menschliche Körper besteht zu hohem %-Satz aus Wasser. Wenn sich giftige Chemikalien in Wasser nicht lösen; wie soll die Interaktion (die "giftige Wirkung") mit dem Körper überhaupt erfolgen? Bitte Info für einen chemisch nicht ganz Ungebildeten geben! Wenn man nichts davon versteht, besser schweigen.

    • MadMax am 25.08.2013 09:18 Report Diesen Beitrag melden

      Erklärung vom ausgebildeten ABC Soldaten

      @Roland T: Die Resorption geschieht über die Haut, eine reaktive Substanz ist nicht erforderlich, da chem. Kampfstoffe eine hohe Penetrationsfähigkeit besitzen, sogar durch Kunstoffe. Eine Dekontamination soll zuerst durch speziellen Dekontaminationspuder vorgenommen werden, da nur dieser eine ausreichende Bindungswirkung hat, Wasser würde bei bestimmten Kampfstoffe nur eine grössere Verteilung des Kampfstoffes auf der Haut bewirken. Siehe weiterführende Literatur, Kampfstoffe und deren Wirkungsweise.

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