Im Syrien-Konflikt

18. November 2013 10:20; Akt: 19.11.2013 09:40 Print

Deutscher Ex-Natispieler stirbt im Dschihad

Burak Karan spielte einst in der deutschen U17-Fussballnationalmannschaft. Nach seiner Fussballkarriere wurde er offenbar Islamist. Jetzt starb er bei einem Luftangriff.

Mit nur 20 Jahren beendete Burak Karan seine Fussballkarriere und wurde offenbar Islamist. (Video: Reuters)
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Burak Karan hätte ein erfolgreicher Fussballer werden können. 2003 spielte er in der deutschen U17-Nationalelf. Doch er entschied sich für einen anderen Weg. Jetzt ist Karan tot. Der 26-Jährige wurde am 11. Oktober im Syrien-Konflikt nahe der türkischen Grenze von einer Bombe zerfetzt, berichtet die «Bild».

Rückblende: Burak Karan (damals 16) spielte in derselben Mannschaft wie die Fussballgrössen Sami Khedira, Kevin-Prince Boateng und Dennis Aogo. Letztere drei verdienen heute Millionen. Auch Karan hätte eine grosse Karriere vor sich gehabt. «Er hätte von dem Job als Fussballer sicher leben können», sagte Thomas Hengen, Karans letzter Trainer bei Alemannia Aachen, zum Boulevard-Blatt. Doch am 1. Juli 2008 beendete das junge Talent seine Fussballkarriere – mit nur 20 Jahren.

Vom Nati-Spieler zum Islamisten?

«Burak sagte mir, Geld und Karriere seien ihm nicht wichtig. Stattdessen durchsuchte er ständig das Internet nach Videos aus Kriegsgebieten. Er war verzweifelt, voller Mitleid für die Opfer. Er begann, nach Wegen zu suchen, seinen Glaubensbrüdern zu helfen. Als Wuppertaler stiess er dabei zwangsläufig auf Emrah Erdogan», so Bruder Mustafa.

Erdogan ist ein vorbestrafter Salafist. Nach einem Bombenanschlag 2012 in Nairobi (Kenia) wurde er verhaftet. Zurzeit steht er wegen «Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung» vor dem Oberlandsgericht in Frankfurt.

«Er sprach nur noch von Dschihad»

Offenbar wurde auch Karan Islamist. Die deutsche Bundesanwaltschaft ermittelte wegen «Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung». Burak Karans Schwester Zuhal schildert gegenüber «Focus», wie gross Erdogans Einfluss auf Karan war: «Burak hat nur vom Dschihad und anderem kriegerischen Zeug gesprochen.»

Als der Bürgerkrieg in Syrien 2011 ausbrach, fand Karan offenbar seine Bestimmung. «Er sammelte Spenden, schickte Hilfsgüter, meist Medikamente. Da viele Pakete nicht ankamen, reiste er mit Frau und Kindern vor sieben Monaten an die türkische Grenze, um die Verteilung zu organisieren», sagt sein Bruder Mustafa.

Verbindung zu Al Kaida?

Karan habe sich nur bewaffnet, um Transporte zu schützen. Er habe ihm stets gesagt, dass er nicht kämpfen wolle. Doch ein Video auf Youtube, das kurz nach Karans Tod veröffentlicht wurde, vermittelt einen anderen Eindruck: Es zeigt den ehemaligen Fussballer mit einer Kalaschnikow in der Hand.

Mustafa verteidigt seinen Bruder. Er habe nichts mit der Al Kaida am Hut: «Das (Video) wurde nach seinem Tod ins Netz gestellt. Möglich, dass jemand ihn vor seinen Karren spannen will. Es enthält sicher Teile seines Gedichts an unsere Mutter, das meiste ist aber hundertprozentig nicht von ihm. Es ist auf Arabisch. Burak wollte die Sprache lernen, perfekt sprechen konnte er sie jedoch nicht.»

Mustafa sucht Karans Familie

Mustafa will jetzt nach den sterblichen Überresten seines Bruders suchen. Auch klappert er Flüchtlingslager an der Grenze ab, um Buraks Ehefrau Gülsüm und seine Söhne Abdullah und Abdul-Ramahn zu finden. Mustafa will sie zurück nach Deutschland holen.

(woz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • J.R Smith am 18.11.2013 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Er suchte den Tod

    Er wollte in das Kriegsgebiet. Deutschland und andere westliche Länder müssen viel veil härter durchgreifen und die Salafisten sowie andere extreme Islamisten Verurteilen und ins Gefängnis stecken. Sie sollen zurück in ihr Land gehen und dort ihren sogennanten besseren Lebenstil Leben. Das grösste Probelm mit diesen Leuten ist das sie nicht fähig sind sich in unsere Gesellschaft anzupassen weil sie einfach zu schwach sind.

  • Chamaleon am 18.11.2013 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Islamisten...

    ... aus Europa, da sieht man was für eine Gefahr sie sind! Menschen helfen in allen ehren, aber wer in den Dschihad zieht (und ich meine ausdrücklich Dschihad) verdient den Tod, den Glaubenskrieg ist der Untergang aller Menschen! Es fängt an beim Wort "Glaubensbruder", alles was da nicht in die definition passt wird umgebracht... wahrscheinlich wurde er sogar von einem seiner Glaubenbrüder getötet, weil er nur gebrochen arabisch spricht, man kann nur hoffen das diese gewaltbereiten "europäischen" jungislamisten aussterben, denn sie sind keinen deut besser als links- oder rechtsextreme!

  • Chamaleon am 18.11.2013 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Glaubenskrieg

    Wer sich für den Dschihad entscheidet wählt den Tod, kein Mitleid von mir, man kann nur beten das sich dieser gewaltbereite Terror in Deutschland, Frankreich & Britannien auflöst und die Islamisten auch ein Teil der zivilisierten Menschheit werden! Falsch interpretierter Glauben ist der Untergang der Menschen, denn alles was nicht ins Schema passt stirbt, was nicht stirbt, wehrt sich und schon eskaliert ein Krieg, ein Glaubenskrieg!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Klarsicht am 19.11.2013 03:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wie peinlich und dumm...

    *Er war verzweifelt, voller Mitleid für die Opfer.* Ja ne ist klar, indem er andere Familien auch zu Opfer machte..... Kinder zu Waisen, Mütter zu Kinderlose und Ehemenschen zu Witwern und Witwen. Sein Allah war nunmal wichtiger als der Allah der anderen........

  • Dr. Hans Wurst am 18.11.2013 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    ...evtl. recht so

    Falls er nur gutes tun wollte und wirklich nur Medikamente verteilen wollte dann tut es mir leid um den Jungen Mann. Falls er aber im Dschihad mitmischen wollte dann geschieht im sein Schiksal zu recht. Überhaut ist ein Krieg in dem es darum geht anderen den eigenen Glauben auf zu drinngen Falsch und sollte mit allen Mitteln im Keim erstickt werden!

  • Thomas am 18.11.2013 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Konvertiten

    Es ist eine Frage der Zeit bis die ersten Konvertiten vom IZRS in den Krieg ziehen und sterben. Wieso kann man nicht normal konvertieren und muss immer vom einen ins andere Extrem abgleiten? Wieso meinen die Konvertiten vom IZRS, dass sie den Muslimen vorzeigen müssen, wie man richtig gläubig ist?

  • Jens am 18.11.2013 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Verheizt

    von Extremisten die hier warm und sicher mit Stütze im Asyl hocken. Hassprediger und Kriegstreiber gehören sofort ausgeschafft damit sich das nicht wiederholt.

  • A. C. am 18.11.2013 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    Islamisten

    Also, ganz gut finde ich ja den letzten Satz. Deutschland wurde verlassen, um dem Dschihad zu frönen (auch wenn der Bruder natürlich etwas anderes behauptet). Nach dem - mit seinem Leben bezahlten - "Misserfolg", kehr der Rest der Familie wieder reumütig nach D zurück! Nicht zu fassen. Man sollte Sie wohl nie mehr wieder einreisen lassen. Da fällt mir ein: Was ist mit dem Bieler Schüler passiert, der nach Afrika "reiste", um sich radikalen Islamisten anzuschliessen? Zurück in der CH? Weiss jemand Näheres?