Tschernobyl und die Folgen

13. März 2011 15:30; Akt: 13.04.2011 16:07 Print

Cäsium, Plutonium und Strontium verseuchten Mensch und Umwelt

Nach dem GAU im ukrainischen Tschernobyl verseuchte die Radioaktivität Teile Weissrusslands und der Ukraine. Auch den Westen Russlands, Nord- und Westeuropa, darunter die Schweiz, erreichte die radioaktive Wolke.

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Wie stark ein Gebiet verseucht wurde, hing von der Windrichtung ab und ob es regnete. Allein auf das weissrussische Territorium fielen 76 Prozent des radioaktiven Niederschlags. 21 Prozent der Wälder und 22 Prozent der Äcker und Weiden wurden verstrahlt.

Der Hauptharst geht auf das Element Cäsium-137 mit einer Halbwertszeit von 30 Jahren zurück. Es gelangt heute noch via Milch, Beeren, Pilze, Wild und Gemüse in den Körper.

Auch Flüsse, Seen und Teiche wurden verseucht. Heute liegt die Radioaktivität der Fliessgewässer in Weissrussland unter den Grenzwerten; Seen und Teiche dagegen bleiben verstrahlt. Die radioaktiven Elemente lagern in den Sedimenten, wo Fische ihre Nahrung suchen.

In der Ukraine sind auch die Wasserläufe noch belastet, weil die Flüsse aus dem Norden, wo Tschernobyl liegt, in den Süden fliessen. Am stärksten belastet sind der Prypjat und der Dnjepr.

Grundwasser bedroht

Dämme sollen Felder, Dörfer und Städte schützen. Doch die Radioaktivität dringt bei Überschwemmungen ein. Ferner bedroht wasserlösliches Strontium das Grundwasserbecken des Dnjepr, aus dem 30 Millionen Menschen ihr Trinkwasser beziehen.

Auch Plutonium gelangte in die Umwelt. Einige seiner Isotope haben eine Halbwertszeit von 24 000 Jahren. Eines davon, Americium (Halbwertszeit 433 Jahre), bedroht ebenfalls das Grundwasser.

Jod

Nur etwa 10 Tage aktiv war Jod-131. Das reichte, um bei mindestens 1800 Kindern Kehlkopfkrebs zu verursachen. Ärzte fürchten, dass diese Zahl auf 100 000 steigen wird. Damit bleibt Kehlkopfkrebs ein Problem, auch wenn die Überlebenschancen gut sind - gemäss Angaben der UNO liegen sie bei 99 Prozent.

(sda)