Flächenbrand in Nordafrika

01. Februar 2011 15:24; Akt: 01.02.2011 16:03 Print

Ist Algerien der nächste Dominostein?

Die Entwicklungen in Tunesien und Ägypten gehen an Algerien nicht spurlos vorüber. Der Widerstand gegen das System und die sozialen Missstände gewinnt an Fahrt.

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Sie machten den Anfang, seither wächst der Widerstand: Protestierende Algerier am 22. Januar 2011 in Algier (Bild).

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Knapp 90 000 Krankenpfleger legten am Dienstag die Arbeit nieder. Auch für die kommenden Tage kündigten mehrere Gewerkschaften kündigten grosse Streiks an. Am Montag hatten wieder junge Arbeitslose mit grausamen Selbstverletzungen gegen die Perspektivlosigkeit im Land protestiert. Drei Männer im Alter zwischen 27 und 33 Jahren schlitzten sich mit Rasierklingen die Haut auf.

Banker im Solidaritätsstreik

Etliche andere Algerier hatten zuvor mit öffentlichen Selbstverbrennungen für Schlagzeilen gesorgt. Zu den jüngsten Fällen gehörte der eines Wachmanns einer Entwicklungsbank. Er versuchte, sich aus Verzweiflung über seine Situation zusammen mit seiner schwerbehinderten zehnjährigen Tochter anzuzünden. Alle Bankmitarbeiter traten daraufhin aus Solidarität in den Streik.

Für den 12. Februar haben Anhänger der Opposition für Freiheit und Demokratie zu einer Demonstration in Algier für einen Sturz des Systems und für ein Ende des seit 1992 geltenden Ausnahmezustands aufgerufen.

Algerien wird seit 1999 vom autoritären Präsidenten Abdelaziz Bouteflika regiert. Nach Jahren mit blutigen Angriffen islamistischer Rebellen hatte er lange für Stabilität im Land gesorgt. Die grosse Kluft zwischen Arm und Reich führte jedoch zu immer grösseren Spannungen in der Gesellschaft.

(sda)