Jemen

26. Februar 2011 08:42; Akt: 26.02.2011 13:51 Print

Stammesführer distanzieren sich von Regierung

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei in der jemenitischen Stadt Aden sind vier Menschen getötet worden. Stammesführer schlossen sich der Opposition an.

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Verletzter Demonstrant in Jemen wird gepflegt im Spital von Aden. (Bild: Reuters)

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Tausende Demonstranten hatte sich bis in die Nacht in der grössten Stadt im Süden des Landes Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften geliefert. 40 Menschen seien verletzt worden, sagten Ärzte.

Die Polizei schoss mit scharfer Munition, um die Proteste gegen Staatschef Ali Abdallah Saleh aufzulösen, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Damit wurden seit Beginn der Proteste vor zehn Tagen in Aden mindestens 15 Menschen getötet.

Stammesführer distanzieren sich

Inzwischen haben sich mehrere wichtige Stammesführer mit zehntausenden ihrer Anhänger von Präsident Ali Abdallah Saleh losgesagt. Bei einer Stammesversammlung in Amran nördlich von Sanaa schlossen sich Führer der Hasched und der Bakil, zwei der bedeutendsten Stämme des arabischen Landes, der Opposition an, wie aus Stammeskreisen verlautete.

Einer der Führer der Hasched, Scheich Hussein bin Abdallah al- Ahmar, verkündete seinen Austritt aus der Partei Salehs, um «gegen die Repression friedlicher Demonstranten in Sanaa, Tais und Aden» zu protestieren.

Die Ankündigung von Scheich Hussein wurde in Amran von einer Menge von zehntausenden meist bewaffneten Männern begrüsst. Darunter befanden sich auch Stammesführer der Bakil. Die Hasched gelten als der wichtigste Stamm des Landes, auch Präsident Saleh gehört zu einem seiner neun Zweige.

Die Bakil ihrerseits sind der grösste und der zweitwichtigste Stamm im Jemen, in dem die Stämme eine zentrale Rolle in der Politik spielen. Der oberste Führer der Hasched und Chef der islamistischen Partei al-Islah, Scheich Hamid bin Abdallah al-Ahmar, hatte bereits vor einigen Tagen Saleh die Treue aufgekündigt.


(sda)