Jemen

20. Juni 2011 14:38; Akt: 20.06.2011 14:51 Print

Proteste gegen Saleh-Söhne

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa wollen zehntausende Demonstranten, dass die Söhne von Präsident Saleh das Land verlassen.

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Mit mehr als 99,8 Prozent ist Abed Rabbo Mansur Hadi am 24.2.2012 zum neuen Präsidenten des Jemen gewählt worden. Ein historischer Moment: Im saudiarabischen Staatsfernsehen ist zu sehen, wie der langjährige jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh das Dokument zur Abgabe seiner Macht unterzeichnet. Auf den Strassen Sanaas demonstrierten die Menschen dagegen, dass die Unterschrift unter das Dokument Saleh und seiner Familie Immunität vor Strafverfolgung zusichert. Auch am gehen in der Hauptstadt Sanaa die Demonstrationen gegen den Präsidenten Saleh weiter. Zehntausend Menschen sind am in Jemens Hauptstadt Sanaa auf die Strassen gegangen und haben gegen Präsident Saleh demonstriert. Am kehrt Präsident Ali Abdullah Saleh erstmals nach vier Monaten in die Hauptstadt Sanaa zurück. Am wird mit neuen Granatangriffen im Jemen weitergemacht. Die Waffenruhe wird gebrochen. Die Proteste in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa gehen auch am weiter. Tags darauf werden bei einem Granatenangriff auf diesem Platz mindestens drei Demonstranten getötet. Auch in der Stadt Taiz im Süden Jemens werden die Protestierenden von Sicherheitskräften vertrieben. Bei Protesten in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind am mindestens 26 Demonstranten getötet und 200 weitere verletzt worden. Nach dem blutigen Wochenende herrscht im Jemen Ausnahmezustand. Im Jemen haben tausende Demonstranten zum Beginn des Studienjahres am die größte Universität des Landes gestürmt. Am haben Zehntausende Demonstranten die Söhne von Präsident Ali Abdullah Saleh zum Verlassen des Landes aufgefordert. Am schliessen sich 100 000 Menschen in einem Trauerzug in Sanaa zusammen. Nachdem bekannt wurde, dass Präsident Ali Abdullah Saleh das Land in Richtung Saudi-Arabien verlassen hat, bricht am Jubel auf den Strassen aus. Lautstark verlangen die Regierungsgegner in der Hauptstadt Sanaa den Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Saleh. Am Rande eines Bürgerkriegs: Rauch steigt auf in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Regierungsgegner leisten einem verwundeten Stammeskämpfer, der bei Gefechten mit der Armee verletzt wurde, erste Hilfe. Ein klares Ziel vor Augen: Dieser Demonstrant zeigt mit seinem Slogan unmissverständlich, wo er Präsident Saleh haben möchte. Ein Teil der Armee ist zu den Demonstranten übergelaufen. Als Zeichen der Solidarität mit ihnen strecken die Soldaten die Hände zusammen. Siegeszeichen der übergelaufenen Soldaten. Auch Frauen ... ... und ältere Stammeskämpfer gehen auf die Strasse, um ihren Frust mit lauten Parolen kundzutun. Rauchschwaden von brennenden Reifen steigen empor. Oppositionelle versuchen einen Strassenabschnitt zu blockieren. Auch die Stadt Taiz im Süden von Jemen kommt nicht zur Ruhe. Bei nächtlichen Auseinandersetzungen wurden mindestens 20 Aufständische getötet sowie über 150 verletzt.

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Zehntausende Demonstranten haben am Montag in Jemens Hauptstadt Sanaa die Einsetzung eines Übergangsrats als provisorische Regierung gefordert. Zudem verlangten sie, Angehörige und Vertraute von Staatschef Ali Abdallah Saleh aus ihren politischen Ämtern zu entfernen.

Namentlich erwähnten sie Salehs Sohn Ahmed und seinen Neffen Ammar als Chefs der Präsidentengarde und der Nationalen Sicherheitstruppen.

Der 42-jährige Ahmed galt lange Zeit als wahrscheinlichster Nachfolger seines Vaters. Die Demonstranten forderten auch die Absetzung von Ahmeds Bruder Chaled, der einen führenden Posten im Heer innehat.

Gegen Präsident Saleh gibt es im Jemen seit Monaten landesweite Proteste, bei denen der Rücktritt des seit 33 Jahren regierenden Präsidenten gefordert wird. Am 4. Juni war er zur medizinischen Behandlung nach Saudi-Arabien geflogen worden, nachdem er am Tag zuvor bei einem Angriff auf den Präsidentenpalast in Sanaa verletzt wurde.

Rückkehr fraglich

Die jemenitische Regierung hat bisher stets erklärt, der Staatschef werde nach der Behandlung im Ausland in den Jemen zurückkehren, um die Amtsgeschäfte wieder aufzunehmen. Aus der saudi- arabischen Regierung hiess es dagegen, Saleh werde nicht in die Heimat zurückkehren.

Trotz des Drucks aus dem In- und Ausland weigert sich Saleh, ein von den Golfmonarchien vorgeschlagenes und von den USA und EU unterstütztes Abkommen zur Abgabe der Macht zu unterzeichnen.

Bei der Niederschlagung der Proteste im Jemen wurden in den vergangenen fünf Monaten mindestens 200 Demonstranten getötet. Seit Salehs Abwesenheit hat sein Stellvertreter Abd Rabbo Mansur Hadi die politische Führung übernommen. Die Demonstranten fordern von ihm die Bildung eines Übergangsrates zur Machtübergabe.

Kämpfe im Süden

Bei Gefechten mit mutmasslichen militanten Islamisten wurden in der südjemenitischen Stadt Sindschibar sechs Militärangehörige getötet. Wie ein Armeeoffizier am Montag weiter sagte, gab es auch auf Seiten der Aufständischen zahlreiche Tote und Verletzte.

An den Gefechten sei auch die Luftwaffe beteiligt gewesen, sagte der Armeevertreter. Sindschibar wird nach Behördenangaben seit dem 29. Mai von Al-Kaida-Mitgliedern kontrolliert.

Erst in der Nacht zum Sonntag waren nach Armeeangaben bei Kämpfen in der Stadt 13 mutmassliche Islamisten und zwei Soldaten ums Leben gekommen. Der Süden des Jemen gilt schon lange als Rückzugsgebiet von Al-Kaida.

(sda)