Aufstand in Syrien

29. Dezember 2011 23:46; Akt: 30.12.2011 11:05 Print

Chef der Beobachter soll zurücktreten

Ungeachtet der Beobachter der Arabischen Liga sterben bei erneuten Protesten mindestens 28 Menschen. Inzwischen kommen Zweifel an der Integrität des Leiters der Beobachter-Mission auf.

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UN-Beobachter treffen sich am 3. Mai mit Mitgliedern der Freien Syrischen Armee in Homs. Ein aus Libyen kommendes Schiff mit Waffen ist am 28.4.2012 in Beirut von der libanesische Armee beschlagnahmt worden. Die Waffen waren für syrische Rebellen bestimmt. Im Zentrum von Damaskus explodierte am 27. April eine Bombe. Mindestens sieben Menschen wurden getötet und mindestens 20 verletzt. Eine gewaltige Explosion erschütterte am 26. April die Stadt Hama. Laut dem Regime haben Aufständische falsch mit Sprengstoff hantiert. Aktivisten behaupten dagegen Regierungstruppen hätten die Stadt beschosssen. Neeraj Singh, Leiter der UNO-Beobachtermission in Syrien (2. von rechts), erläutert am 25. April in einem Hotel in Damaskus die Arbeit der Beobachter. Am 21. April sind vier Mitglieder der UNO-Beobachter-Mission in Homs und sprechen mit Anwohnern. Gegen das Blutvergiessen können aber auch sie nicht viel ausrichten. Seit dem 12.4.2012 um 5 Uhr MESZ ist der Waffenstillstand in Kraft. Doch die Bilder sprechen eine andere Sprache: Ein Amateurvideo vom 15. April zeigt Explosionen und Bombeneinschläge in Homs. Zerstörte Gebäude in Homs. Syrische Truppen eröffneten am 9. April 2012 das Feuer auf ein Flüchtlingslager auf türkischem Boden. Am 5. April besetzte die syrische Armee die Stadt Duma bei Damaskus. Kämpfer der Freien Syrischen Armee: Wie am bekannt wurde, wollen mehrere Golfstaaten die Rebellen mit 100 Millionen Dollar unterstützen. Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan sieht vor dem Treffen der «Freunde Syriens» wenig Hoffnung. Der UNO-Sondergesandte Kofi Annan wirbt am 27. März in China um Unterstützung für den Friedensplan für Syrien. 16 000 Syrer sind bis zum 16. März über die Grenze in die Türkei geflohen. Laut Human Rights Watch wurde das syrische Grenzgebiet zur Türkei mit Minen ausgelegt. Derweil wird auch am 13.3.2012 die Forderung der Opposition nach internationaler Hilfe laut. Am 10. März 2012 trifft sich der UNO-Sondergesandte Kofi Annan mit dem syrischen Machthaber Baschar Assad - erfolglos. Gleichentags sterben bei Angriffen der Regierungstruppen erneut über 60 Menschen. Am 8. März berichtet UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos von ihrem Besuch in Homs tags zuvor. Sie zeigt sich erschüttert über die schweren Zerstörungen in der syrischen Stadt. 6. März 2012: Die syrische Armee hat das aufständische Viertel Baba Amr in Homs gestürmt. Am 1. März geht das Leiden in Syrien weiter. Regierungstruppen setzen ihren Angriff auf die Stadt Homs fort. Die UNO kann ihre Nothilfe immer noch nicht starten. Der britische Fotograf Paul Conroy konnte am 28. Februar 2012 aus dem belagerten Viertel Baba Amr evakuiert werden. Mitten im grossen Blutvergiessen hat der syrische Präsident die Bevölkerung aufgerufen, über eine neue Verfassung abzustimmen. Ein beschossenes Gebäude in Homs zeugt am 19. Februar von den heftigen Bombardements, die die Stadt erdulden muss. Noch immer werden in Syrien Städte bombardiert. Am 21. Februar 2012 fordert Russland daher einen UNO-Sondergesandten einzusetzen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon spricht am 16.2.2012 von Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Syrien. In der Stadt Zabadani patroullierten Assad-Truppen mit Panzern (rechts) Am 16.02.2012 wurden in Syrien 14 Menschenrechtsaktivisten festgenommen. Darunter auch die Bloggerin Rasan Ghassawi. Der britische Aussenminister Hague spricht sich am 13.2.2012 für eine Friedenstruppe aus - jedoch ohne westliche Beteiligung. In der Stadt Daraa kam es zu Gefechten zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Das Satellitenbildunternehmen Digital Globe hat Aufnahmen veröffentlicht, auf denen nach Angaben des Unternehmens Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge der syrischen Streitkräfte in der Stadt Homs zu sehen sind. Demnach wurden die Bilder am 10.2.2012 aufgenommen. Auf einigen der Fotos sei zu sehen, dass gepanzerte Fahrzeuge in der Nähe von Wohngebäuden stehen. Am 10. Februar 2012 erschüttern Detonationen Aleppo. Es gab viele Tote und Verletzte. Am 7. Februar 2012 trifft der russische Aussenminister Sergej Lawrow auf Syriens Präsident Baschar al-Assad (links). Die Oppositionshochburg Homs steht weiter unter beschuss. Am Montag, den 06. Feburar, kamen laut Oppositionsangaben mindestens 95 Menschen ums Leben. Während die Gewalt in Syrien anhält, protestieren Regierungsgegner in Jerusalem gegen Baschar al-Assad und das systematische Töten von Regierungsgegnern. Am 30.Januar gehen die Kämpfe zwischen Opposition und Regierungstruppen weiter. Viele Zivilisten sterben. Bei schweren Ausschreitungen in der Stadt Hama wurden am 27. Januar mindestens 44 Menschen getötet. Syrische Soldaten der freien Armee bei einem Protest gegen Präsident Baschar al-Assad in der Stadt Khalidieh am 26. Januar 2012. Am 24.1.2012 gaben sechs Golfstaaten bekannt ihre Beobachter aus Syrien abzuziehen. In den Strassen von Daraa patrouillieren schwer bewaffnete Polizisten... In Ghabagheb versammeln sich mehrere Hundert Syrer, um gemeinsam an einem Protestmarsch in die Provinzhauptstadt Daraa teilzunehmen. In Daraa kam es in der vergangenen Woche zu den bisher grössten Ausschreitungen gegen das Regime in Damaskus. Um die 100 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein... ... In einem improvisierten Konvoi - bestehend aus Motorrädern, Taxis, PWs, Pickups - fahren die Protestierenden von Ghabagheb nach Daraa und schwenken syrische Flaggen... ... Der Grund: Die Trauerfeier für neun Syrer, die bei Zusammenstössen mit der Polizei ums Leben kamen, weiten sich während des Tages zu einem Massenprotest aus, dem sich um die Einwohner anschliessen. ... Zur gleichen Zeit lässt das Regime in Damaskus protestieren: Regierunsnahe Aktivisten demonstrieren in der Hauptstadt, halten Fotos von Präsident Bashar Assad in die Höhe und singen patriotische Lieder. ... Augenzeugen berichten, Sicherheitskräfte hätten die al-Omara-Moschee, wo regimekritische Demonstranten Zuflucht suchten, gestürmt... ... Über 40 Leute sollen bei der Erstürmung ums Leben gekommen sein. ... und schiesst auf Demonstranten. Mehrere kommen ums Leben. Nur Stunden vorher soll es in einer Moschee in Daraa zu einem richtiggehenden Massaker gekommen sein... In Daraa kommt es zu schweren Zusammenstössen zwischen zumeist jugendlichen Protestierenden und Sicherheitskräften. Die Polizei setzt Tränengas ein... Die Proteste gegen die syrische Regierung gehen weiter. Bei den blutigen Kämpfen sind bereits 55 Menschen gestorben. : Baschar Assad spricht vor dem Parlament. Er sieht eine Verschwörung gegen sein Land im Gange. : Das Militär stärkt Präsident Baschar den Rücken und ist bereit mit allen Mitteln gegen Demonstranten vorzugehen. Wenn nötig auch mit Waffengewalt. Bei Protesten in Syrien sind am zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden. Hier eine Demo in Daraa. Unterstützer des syrischen Regiimes haben am die Städte Baida und Beit Dschnad angegriffen. Als am 10. April die Stadt Bania angegriffen worden war, kam es zu mehreren Todesopfern. Am stellte Syrien ein neues Kabinett vor. Am wird eine Sitzblockade in der Stadt Homs gewaltsam aufgelöst. In Homs nehhttp://www.20min.ch/diashow/36477/syrien2-9fcc52cdbb342d2d40df83f1db04fd2c.jpgmen tausende Demonstranten an der Beerdigung der am Vortag an einer Trauerfeier getöteten vier Menschen teil. Die Proteste gehen auch nach der Gewalteskalation der letzten Tage weiter. Die Gewalt geht auch am Samstag weiter. Zuvor war heftige Kritik von Seiten Barack Obamas an die syrische Regierung geäussert worden. Der «Freitag der Wahrheit» hat begonnen. Sicherheitskräfte haben wiederum massive Gewalt angewandt. Beim Einsatz der syrischen Sicherheitskräfte gegen regierungskritische Demonstranten in der Stadt Daraa sind am dutzende Menschen getötet worden. Die Sicherheitskräfte feuerten mit schwerer Artillerie auf die Stadt. Trotz heftiger internationaler Kritik am Vorgehen der syrischen Regierung gehen die Sicherheitskräfte immer noch mit aller Härte gegen die Proteste vor. Trotz hartem Vorgehen der syrischen Regierung gegen die Opposition gehen die Proteste in zahlreichen Städten weiter. Die syrische Regierung hat daher am 1. Mai erneut Reformen angekündigt. Syrische Regierungstruppen nehmen die Protesthochburg Banias ein und verhaften über 1000 Oppositionelle. Panzer der syrischen Armee rollen in der Küstenstadt Banias ein. Die Opposition widersetzt sich dort dem Präsidenten Assad. Die Stadt Hama wird von der syrischen Armee belagert. Die Demonstranten werden massenhaft abgeführt. Das syrische Militär ist an der Grenze zum Libanon eingerückt - von dort flüchten immer mehr Syrier ins benachbarte Land. herunter. Teilnehmer an einer Trauerfeier für am Vortag getötete Demonstranten in der Stadt Homs. Gemäss Angaben von Menschenrechtsaktivisten sollen Sicherheitskräfte den Trauerzug und dabei mehrere Menschen getötet haben. Eine unabhängige Überprüfung der Echtheit dieser Videos ist allerdings wegen der schwierigen Nachrichtenlage nicht möglich. Die syrische Opposition hatte zu einem «Tag der Wut» aufgerufen. Dabei gingen die Sicherheitskräfte brutal gegen die Demonstranten vor. Baschar Assad erlässt eine Generalamnestie für politische Gefangene. Eine weitere Aufnahme aus dem Camp. Diese Bilder sind allerdings kaum von unabhängiger Seite zu überprüfen. Im Internet veröffentlichte Videos zeigen, wie Angehörige des Militärs in der Nähe der Stadt Homs einen wehrlosen Mann misshandeln. Kinder posieren im Flüchtlingslager für den Fotografen und machen das Victory-Zeichen. Ein Flüchtling mit seinem Baby im Lager nahe der türkischen Ortschaft Yayladagi an der Grenze zu Syrien. Die syrische Armee rückt im Norden Syriens immer mehr vor. Der syrische Aussenminister bestreitet iranische Hilfe bei der Gewalt gegen Demonstranten. Zu Hunderten flüchten Syrer über die Grenze in die Türkei. Sie fürchten die Gewalt des syrischen Militärs. Erstmals haben die Proteste auf Aleppo übergegriffen, die zweitgrösste Stadt und das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Mehrere hundert Menschen protestieren gegen das Regime. US-Präsident Barack Obama spricht dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad die Legitimität ab. : Der internationale Druck auf Bashar Assad steigt. Die EU will eine internationale Verurteilung erwirken. Die EU verschärft die Sanktionen gegen Bashar Assad. Panzer greifen gleichentags die Stadt Hama an. Regierungstruppen bringen hunderte Panzer vor den Städten Hama und Deir al-Zor in Stellung. Am gibt es weitere Massaker in Syrien. Die USA beziffern die Zahl der Toten auf über 2000. ...als auch am Tag. In vielen Teilen gleicht Homs aber einer Geisterstadt. Sowohl in der Nacht... : Die Militärpräsenz in Homs ist massiv. : Die USA und die EU fordern Baschar al-Assad erstmals direkt zum Rücktritt auf. Die Demonstrationen gegen Baschar Assad nehmen zu. Wieder sterben Menschen bei den Protesten. Hiobsbotschaft am Die UNO zählt bereits 2600 Tote in Syrien seit Beginn des Aufstandes. Origineller Protest in Homs am : Taucher zeigen ein Anti-Assad-Plakat mit der Aufschrift «Menschen und Fische wollen, dass der Mörder verschwindet». Gleichzeitig mehren sich Berichte, wonach die Regimegegner zum bewaffneten Kampf übergehen. Am stürmen Assad-Truppen die Stadt Rastan. : Die staatliche syrische Zeitung «Al Baath», ein Sprachrohr der Regierung, warnte US-Botschafter Robert Ford davor, Stellung zu beziehen. Im Januar 2011 traf sich der Botschafter noch mit Syriens Präsident Baschar al-Assad. 4. November 2011: Ein Demonstrant stellt sich in der Nähe von Homs der Polizei in den Weg. Befürworter von Assad an einer Demo in Aleppo am 19. Oktober. Gaddafi ist weg, der nächste ist Assad: Mit Schuhen wird am 21. Oktober auf Assad-Porträts von Exil-Syriern in Libanon eingeschlagen. Auch nach der Friedensvereinbarung zwischen Assad und der Arabischen Liga vom 2. November 2011 dauern die Unruhen in Syrien an. Amateuraufnahmen eines Videos zeigen wie syrische Soldaten eine Leiche wegschleppen (11. November 2011). Bei schweren Gefechten in der Stadt Daraa kamen am 14. November 2011 bis zu 90 Menschen ums Leben. Das Bild zeigt einen brennenden Panzer der syrischen Armee. Ein Screenshot aus einem Youtube-Video, das am 19. November 2011 hochgeladen wurde, soll offenbar Dissidenten der syrischen Armee zeigen. Ob die Angriffe auf ein Gebäude der regierenden Baath-Partei in Damaskus auf ihr Konto gehen, ist unklar. Am 28. November 2011 protestieren tausende Syrier in Damaskus gegen die Sanktionen der arabischen Staaten. Auch am 3. Dezember, nach dem Beschluss von Sanktionen gegen Syrien, geht das Blutvergiessen weiter. Am 13.1.2012 warnt die Arabische Liga eindringlich vor einem Bürgerkrieg. Die Gewalt nimmt kein Ende: Am 17. Dezember sind in Syrien erneut 21 Zivilisten von Sicherheitskräften getötet worden. Die arabische Liga verliert langsam die Geduld mit dem syrischen Machthaber, stellt ein neues Ultimatum - und will sich bei einem Nichteinhalten «wahrscheinlich» an den UNO-Sicherheitsrat wenden. Präsident Baschar al-Assad (rechts) hat derweil eine irakische Delegation in Damaskus empfangen. Am Dienstag 27. Dezember schickt die Arabische Liga Beobachter nach Syrien: Desertierte Soldaten verschanzen sich in zerbombten Häusern. Beobater der Arabischen Liga erkunden am 28. Dezember Baba Amr, einen Stadtteil von Homs. Trotz der internationalen Mission gehen die Proteste und tödlichen Schiessereien weiter. Der Leiter der Beobachtermission in Syrien, General Mustafa al Dabi, gerät unter Druck: Am 29. Dezember wird von der syrischen Opposition seine Abberufung gefordert. Syrier in Daraa sprechen am 30. Dezember 2011 mit einem Delegierten der Arabischen Liga. Die syrische Armee hat ihre schweren Waffen aus den Städten abgezogen. Dies melden die Beobachter der Arabischen Liga (Bild) am 2. Januar. Eine Gruppe von Beobachtern der Arabischen Liga inspiziert am 2. Januar die Strassen von Idlib in Nordsyrien. Bei einem schweren Selbstmordanschlag in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind am 6. Januar mehrere Personen ums Leben gekommen. Diese Amateur-Aufnahmen aus einem Video sollen zeigen, wie Demonstranten im syrischen Hama vor Schüssen mit scharfer Munition fliehen müssen. Eine Überprüfung der Bilder auf ihre Echtheit ist jedoch von unabhängiger Seite nicht möglich. France 2-Journalist Gilles Jacquier stirbt am 11.1.2012 bei einem Granatbeschuss in Homs.

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Die syrische Opposition hat die Abberufung des Leiters der ins Land entsandten Beobachtermission der Arabischen Liga gefordert. General Mohammed Ahmed Mustafa al Dabi diene «dem repressiven Regime des sudanesischen Präsidenten Omar al Baschir», erklärte Omar Idilbi vom Örtlichen Koordinationskomitee. Es sei zu befürchten, dass al Dabi nicht neutral sein könnte.

Der in Paris ansässige Dissident Hajtham Manna forderte die Arabische Liga auf, al Dabi entweder abzulösen oder dessen Befugnisse einzuschränken. «Wir kennen seinen Hintergrund und seine dürftige Erfahrung in diesem Bereich», sagte er mit Blick auf al Dabi.

«Was ist von einem Leiter einer Beobachtermission zu erwarten, dem in seinem eigenen Land Völkermord vorgeworfen wird?», sagte Oppositionspolitiker Ausama Monadsched vom Syrischen Nationalrat. Der Nationalrat sehe «die Stellung al Dabis als Leiter der Beobachtermission angesichts der Anschuldigungen mit tiefer Sorge». Deshalb werde man in einem Antrag an die Arabische Liga um dessen Ablösung bitten, erklärte Monadsched.

«Willkürliche Festnahmen und Folter»

Al Dabi ist ein Vertrauter al Baschirs und leitete einst den sudanesischen Militärgeheimdienst. Derzeit führt er die Beobachtermission der Arabischen Liga, die die Lage in Syrien untersuchen soll.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtete, dass der sudanesische Militärgeheimdienst unter der Führung al Dabis zu Beginn der 1990er Jahre für «willkürliche Festnahmen und Inhaftierungen, das Verschwindenlassen, Folter und andere Misshandlungen zahlreicher Menschen im Sudan» verantwortlich gewesen sei. Gegen den sudanesischen Präsidenten al Baschir liegt ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag wegen Völkermords und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur vor.

Ein Vertreter der Arabischen Liga in Kairo verteidigte die Wahl al Dabis. Er geniesse die Unterstützung aller Mitglieder der Liga. «Wir folgen unserem Gewissen. Die Mission und deren Abschlussbericht werden über die Zukunft Syriens entscheiden», erklärte er.

Erneut Tote bei Protesten in Syrien

Ungeachtet der Anwesenheit der Beobachtermission gingen syrische Soldaten laut Aktivisten in Damaskus gewaltsam gegen Regimegegner vor. Etwa 20 000 Menschen hätten vor der Grossen Moschee in Duma demonstriert, als auf sie geschossen worden sei, sagte Rami Abdul Rahman von der in London ansässigen Menschenrechtsorganisation Syrian Observatory for Human Rights. Dabei seien vier Menschen getötet worden. Ganz in der Nähe hätten Mitglieder der Beobachtermission der Arabischen Liga ein städtisches Gebäude besucht.

Insgesamt seien am Donnerstag 21 Menschen von Sicherheitskräften des Regimes getötet worden, die meisten in Vororten der Hauptstadt, sagte Abdul Rahman. Die Örtlichen Koordinationskomitees sprachen gar von 28 Getöteten.

Bundesaussenminister Guido Westerwelle verlangte nach Mitteilung des Auswärtigen Amtes für die Beobachtermission «ungehinderten Zugang zu allen neuralgischen Punkten im Land». Dazu gehörten «nicht nur kritische Städte wie Homs und andere, sondern auch die Möglichkeit, ungehindert mit Vertretern der Opposition, der Zivilgesellschaft und auch mit Inhaftierten des Regimes zu sprechen». So sei es wichtig, dass die Gewalt des Regimes zu einem Ende komme und politische Gefangene freigelassen würden, hiess es weiter.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cello am 30.12.2011 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kindergarten Spiel

    Und all diese Vorwürfe gegenüber dem Chef der Beobachter, realisiert man erst jetzt? Dass Syrien den Beobachtern nur das zeigt, was diese auch sehen sollen ist dich klar. Machen ja die Kleinen im Kindergarten schon. Noch eine Ähnlichkeit fällt mir da auf: Fragt der schwerhörige Musiker den Blinden im Dancing: "Du, spielen wir schon?" Fragt der Blinde zurück: "warum? Tanzen sie schon?"

  • Ali Ben Mustafa am 30.12.2011 07:04 Report Diesen Beitrag melden

    Vordergründig - Hintergründig

    Mit seiner Herkunft kann er ja nciht sauber sein - selber in Massaker verwickelt und dann Beobachter spielen - Lippenbekenntnis der arabischen Liga - will oder kann diese sich nicht einmischen? Grossartig Reden - nicht handelen - genau wie alleandern vermeintlich massgebenenden Politiker auch.

  • Dr. J. H., Historiker am 30.12.2011 00:52 Report Diesen Beitrag melden

    Arabien oder Afrika?

    Zudem haben afrikanische Länder in der Arabischen Liga nichts zu suchen. Arabische Länder liegen auf dem asiatischen Kontinent und nicht in Afrika. Also hat der sudanesische Beobachter da nichts zu suchen. Gleiches für Ägypten, Lybien, Tunesien, Algerien und Marokko. Arabische Liga hat mit gemeinsamer Sprache oder Religion nichts zu tun. Niemand getraut sich dies zu bemerken. Schon eigenartig.

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  • Cello am 30.12.2011 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kindergarten Spiel

    Und all diese Vorwürfe gegenüber dem Chef der Beobachter, realisiert man erst jetzt? Dass Syrien den Beobachtern nur das zeigt, was diese auch sehen sollen ist dich klar. Machen ja die Kleinen im Kindergarten schon. Noch eine Ähnlichkeit fällt mir da auf: Fragt der schwerhörige Musiker den Blinden im Dancing: "Du, spielen wir schon?" Fragt der Blinde zurück: "warum? Tanzen sie schon?"

  • Ali Ben Mustafa am 30.12.2011 07:04 Report Diesen Beitrag melden

    Vordergründig - Hintergründig

    Mit seiner Herkunft kann er ja nciht sauber sein - selber in Massaker verwickelt und dann Beobachter spielen - Lippenbekenntnis der arabischen Liga - will oder kann diese sich nicht einmischen? Grossartig Reden - nicht handelen - genau wie alleandern vermeintlich massgebenenden Politiker auch.

  • Dr. J. H., Historiker am 30.12.2011 00:52 Report Diesen Beitrag melden

    Arabien oder Afrika?

    Zudem haben afrikanische Länder in der Arabischen Liga nichts zu suchen. Arabische Länder liegen auf dem asiatischen Kontinent und nicht in Afrika. Also hat der sudanesische Beobachter da nichts zu suchen. Gleiches für Ägypten, Lybien, Tunesien, Algerien und Marokko. Arabische Liga hat mit gemeinsamer Sprache oder Religion nichts zu tun. Niemand getraut sich dies zu bemerken. Schon eigenartig.

  • Lars am 29.12.2011 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Manipulation

    Ich hoffe, die beobachtermission deckt auch die greuel der aufständischen auf, die man mittlerweile zu hauf als handyvideos bei youtube findet. UND die in unseren medien TEILWEISE dem syrischen Regime zur last gelegt werden.