Grossdemonstration

14. Februar 2011 10:07; Akt: 14.02.2011 14:50 Print

Schiiten in Bahrain erheben sich

Die von der sunnitischen Regierung unterdrückten Schiiten im Emirat Bahrain wollen auf die Strasse gehen. Die Polizei geht mit Gewalt dagegen vor.

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In Bahrain setzen Ordnungskräfte Tränengas gegen Demonstranten ein. (Bild: Keystone)

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Vor einer geplanten Protestaktion gegen die Regierung im Golf-Emirat Bahrain ist es am Montag zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Polizisten setzten nach Angaben von Augenzeugen Tränengas und Gummigeschosse gegen die Demonstranten in der überwiegend von Schiiten bewohnten Ortschaft Newidrat im Südwesten des Inselstaats ein. Mehrere Menschen seien verletzt worden.

Die Opposition hat für Montag zu einer Grossdemonstration gegen die sunnitische Regierung aufgerufen. Es soll die erste grössere Kundgebung in der Golfregion seit dem Beginn der Proteste in Tunesien und Ägypten sein. Die schiitische Bevölkerungsmehrheit in Bahrain wirft der sunnitischen Führungsschicht Diskriminierung vor. Nach der Festnahme schiitischer Aktivisten war es im vergangenen Jahr zu Zusammenstössen gekommen.

Das kleine Emirat ist insbesondere für die USA als Sitz der 5. Flotte der US-Marine von Bedeutung. Etwa 70 Prozent der Bevölkerung sind Schiiten.

Proteste in Jemen gehen weiter

Die Proteste gegen die jemenitische Führung dauern an, obwohl die Polizei Gewalt einsetzt. Am Montag demonstrierten in der Hauptstadt Sanaa etwa 500 Regierungsgegner. Sie riefen die gleichen Slogans, die in der vergangenen Woche auf dem Tahrir-Platz in Kairo zu hören gewesen waren: «Das Volk will den Sturz des Regimes» und - an die Adresse von Staatspräsident Ali Abdullah Salih - «Verschwinde!»

Ihnen standen nach Angaben von Augenzeugen etwa 100 Gegendemonstranten gegenüber, die Bilder des Präsidenten in die Höhe hielten. Es war bereits der vierte Tag in Folge, an dem im Jemen demonstriert wurde.

Am Sonntag war es bei einer grösseren Demonstration in Sanaa zu schweren Zusammenstössen zwischen Regierungsgegnern und den Sicherheitskräften gekommen. Die Polizei hatte mehrere Demonstranten und Journalisten vorübergehend festgenommen.

(sda/ap)