Formel 1 in Bahrain

17. Februar 2011 12:45; Akt: 17.02.2011 16:03 Print

Opposition warnt vor «blutigem» Grand Prix

von Peter Blunschi - Die gewaltsamen Ausschreitungen in Bahrain bedrohen den Auftakt zur Formel-1-Saison. Regierungsgegner haben bereits Proteste angekündigt.

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Vorjahressieger Fernando Alonso unterwegs auf der Rennstrecke in Bahrain. (Bild: Keystone/Hasan Jamali)

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Mit brutaler Gewalt hat die Polizei in der Nacht zum Donnerstag den zentralen Platz in der Hauptstadt Manama geräumt. Die Proteste der schiitischen Bevölkerungsmehrheit gegen das sunnitische Herrscherhaus sind damit eskaliert. Dies beunruhigt den Formel-1-Zirkus, dessen neue Saison in drei Wochen mit dem Grand Prix von Bahrain beginnen soll.

Das Rennen ist für den 13. März geplant, doch bereits vom 3. bis 6. März sollen Testfahrten auf dem Bahrain International Circuit stattfinden. «Die Gefahr besteht offensichtlich», sagte Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone dem «Daily Telegraph». Man müsse nur «auf der Startaufstellung in Bahrain ein Problem machen» und hätte weltweite Aufmerksamkeit.

«Mit Sicherheit nicht friedlich»

Genau dies haben die Regimegegner offensichtlich vor, wie Nabil Radschab vom bahrainischen Zentrum für Menschenrechte erklärte: «Die Formel 1 wird dieses Mal mit Sicherheit nicht friedlich ablaufen.» Es werde viele Journalisten und Zuschauer haben, und die Regierung werde «genauso dumm» vorgehen wie bisher. «Dann wird es blutig, aber wir werden mehr Publizität erlangen», sagte Radschab der Agentur Press Association.

Für die Opposition steht fest, dass die Proteste nicht aufhören werden, «besonders nicht jetzt, wo Menschen gestorben sind». Die Veranstalter versuchen zu beschwichtigen: Die Sicherheit der Bahrainer und ausländischen Besucher habe «Priorität», sagte Scheich Salman bin Isa al Chalifa, Chef der Rennstrecke. Man beobachte die Lage «sehr genau» und werde «angemessen» auf künftige Entwicklungen reagieren – was immer das heissen mag. Die fürs Wochenende geplanten Rennen der GP2-Asia-Serie wurden schon einmal abgesagt.

Wirtschaftlich verheerend

Eine Beeinträchtigung oder gar Absage des Grand Prix wäre für Bahrain nicht nur ein schwerer Imageschaden, sondern auch wirtschaftlich verheerend. Das kleine Königreich hat nur noch geringe Ölreserven und bemüht sich seit einiger Zeit um Diversifizierung. Dazu gehört neben dem Aufbau eines Finanzplatzes auch der Tourismus. Die Formel 1, die seit 2004 in Bahrain Station macht, spielt dabei eine wichtige Rolle.