Bahrain

17. Februar 2011 11:05; Akt: 17.02.2011 12:38 Print

Journalist bei Live-Sendung verprügelt

Gewalt gegen Journalisten gehört bei den Unruhen in den arabischen Staaten beinahe zum Alltag. In Bahrain wurde ein Korrespondent live auf Sendung zusammengeschlagen.

Miguel Marquez' telefonische Berichterstattung, die live im Fernsehen übertragen wurde, zeugt davon, wie der Journalist angegriffen wird. (Quelle: YouTube)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Seit Wochen wüten die Proteste in der arabischen Welt. Und immer wieder werden Journalisten zur Zielscheibe von Demonstranten und Ordnungskräften. Allein in Ägypten wurden dutzende Berichterstatter verletzt oder verhaftet. Jüngstes Beispiel war die Korrespondentin des US-Sender CBS, Lara Logan. Sie wurde nicht nur verprügelt, sondern auch sexuell angegangen.

Nun ist auch in Bahrain ein Fall publik geworden. Der Korrespondent des US-Fernsehsenders ABC, Miguel Marquez, berichtete live vom zentralen Platz der bahrainischen Hauptstadt Manama, als er von einer «Schlägerbande» attackiert und laut eigenen Aussagen hart geschlagen wurde.

«Ich wurde geschlagen»

Marquez gab sich offensichtlich als Medienvertreter zu erkennen, wie auf der Aufzeichnung zu hören ist. Immer wieder rief er: «Journalist! Journalist!» Doch er wurde nicht verschont. Im Handgemenge ist immer seine Stimme zu hören. «Ich gehe! Ich gehe! Ich gehe! Ich gehe!... Ich wurde geschlagen!».

Dem Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) zufolge sind seit Ende Januar mindestens 140 Korrespondenten bei der Berichterstattung über die Proteste in Ägypten verletzt oder getötet worden. Auch die UNO hat die Attacken auf die freie Berichterstattung scharf kritisiert.

(aeg)