Flüchtlinge aus Nordafrika

02. März 2011 08:26; Akt: 02.03.2011 10:53 Print

Noch keine grosse Zunahme der Asylgesuche

von Balz Bruppacher - Die Revolutionen in Nordafrika haben im Februar noch keine Spuren in der Schweizer Asylstatistik hinterlassen.

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1262 Menschen ersuchten im Februar in der Schweiz um Asyl, wie der heute auf der Internetseite des Bundesamts für Migration aufgeschalteten Asylstatistik zu entnehmen ist. Das sind 27 Asylanträge oder zwei Prozent mehr als im Januar.

Der Blick auf die Herkunft der Asylsuchenden macht deutlich, dass bei den Gesuchen aus Nordafrika noch keine signifikante Zunahme zu beobachten ist. 14 Staatsangehörige aus Ägypten stellten einen Asylantrag, verglichen mit acht im Januar und ebenfalls 14 im vergangenen Dezember. Aus Tunesien ersuchten 48 Menschen um Asyl – vier mehr als im Januar. Die Zahl der Asylgesuche aus Tunesien war bereits im letzten Jahr massiv gestiegen, nämlich um 75 Prozent auf 358 Anträge.

Drei Gesuche von Libyern

Im Falle Libyens wurden im Februar drei Asylgesuche verzeichnet. Im ganzen letzten Jahr waren es 36 Gesuche gewesen. 30 Asylanträge stammten im Februar aus Algerien, verglichen mit 33 und 52 Gesuchen in den beiden vorangegangenen Monaten. Eine steigende Tendenz auf vergleichsweise tiefem Niveau ist bei den Gesuchen aus der Elfenbeinküste zu beobachten. Im Februar waren es 23 Anträge, nach 18 im Januar und durchschnittlich 9 Gesuchen pro Monat im letzten Jahr.

Ob und wann die Flüchtlingswelle aus Nordafrika und insbesondere aus Libyen die Schweiz erreicht, wird von Experten unterschiedlich beurteilt. Es wird jedoch erwartet, dass die Zahlen schon im März deutlich steigen könnten.

Am meisten Asylgesuche wurden auch im Februar aus Nigeria eingereicht, nämlich 117 gegenüber 137 im Januar. Dahinter folgten Serbien und Sri Lanka mit 69 beziehungsweise 51 Anträgen. Am stärksten zugenommen hat die Zahl der Asylsuchenden aus Mazedonien, und zwar auf 47 Anträge nach 14 im Januar.