Gazastreifen

01. März 2011 23:45; Akt: 01.03.2011 23:50 Print

Hoffen auf die «Facebook-Revolution»

Inspiriert durch die Massenproteste in arabischen Staaten hoffen die Palästinenser auf ihre eigene «Facebook-Revolution». Ob sie Erfolg haben, ist fraglich.

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Eine Demonstration im Gazastreifen. Folgen bald grössere? (Bild: Keystone)

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Aktivisten im Westjordanland und im Gazastreifen wollen mithilfe des Online-Netzwerks eine riesige Demonstration am 15. März organisieren. In den vergangenen Wochen haben sie dank Facebook im Westjordanland bereits Hunderte Menschen auf die Strasse gebracht.

Ob sie Erfolg haben, ist allerdings ungewiss: Denn anders als in Ägypten, Tunesien und Libyen können die Palästinenser nur schwer gegen ein einziges gemeinsames Ziel demonstrieren. Im Gazastreifen und im Westjordanland sind rivalisierende Regierungen an der Macht, und die Aktivisten treten selbst für unterschiedliche Ziele ein. Die einen wollen Einheit der beiden Regierungen, andere fordern ihren Rücktritt. Wieder andere wollen gegen die israelische Besatzung auf die Strasse gehen.

Der Aktivist Hasan Farahat sieht trotz allem genug Gemeinsamkeiten. «Jeder hat die Situation satt. Wir wollen arbeiten, wir wollen das Recht haben, uns frei zu äussern. Wir wollen Freiheit», fasst der 22-Jährige zusammen.

Tausende bei Demo in Ramallah

Die radikalislamische Hamas im Gazastreifen liess am Montag bereits einen kleineren Protest in Gaza auflösen, wo Palästinenser für eine Versöhnung demonstriert hatten, und nahm einen Organisator fest. Schon zuvor wurden nach Angaben der Organisation Palästinensisches Zentrum für Menschenrechte Aktivisten festgenommen und ihre Telefone und Computer beschlagnahmt.

Im Westjordanland gab es etwa ein Dutzend Kundgebungen, darunter zwei in Ramallah mit rund 2000 Teilnehmern. Sicherheitskräfte der Autonomiebehörde lösten die Proteste auf und verprügelte Teilnehmer. Organisatoren berichten ausserdem von Drohungen und Festnahmen.


(ap)