Aufruhr in Nordafrika

12. März 2011 21:03; Akt: 12.03.2011 21:11 Print

Al-Kaida lobt die Revolution

Al-Kaida wurde von den Aufständen in Nordafrika überrascht. Jetzt versuchen sie mit Sympathie-Bekenntnissen, Boden gut zu machen.

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Das Terrornetzwerk Al-Kaida hat sich erstmals zum Aufstand der Libyer gegen Staatschef Muammar al-Gaddafi geäussert. Abu Jahja al-Libi, der nach Einschätzung westlicher Geheimdienste zum Führungszirkel um Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden gehört, veröffentlichte am Samstag auf Islamisten-Websites ein Video, in dem er die libyschen Aufständischen lobte.

Auch die Tunesier und Ägypter, die ihre Präsidenten entmachtet hatten, bezeichnete er als «Helden». Abu Jahja al-Libi soll libyscher Herkunft sein. Er gehörte zu einer Gruppe von Gefangenen, die 2005 aus einem US-Gefängnis im afghanischen Bagram ausgebrochen waren.

Von den Aufständen überrascht

Vor einigen Tagen hatte bereits der Ägypter Eiman al-Sawahiri, der als zweiter Mann hinter Bin Laden gilt, zur Revolution in Ägypten Stellung bezogen. Allerdings erweckten beide Videoaufnahmen den Eindruck, dass die Terroristen von den Aufständen der Araber in Nordafrika überrascht worden waren.

Nach Ansicht von Experten können islamistische Extremisten möglicherweise von der Rebellion in Libyen und vom Machtverlust des jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Salih profitieren. In Tunesien und Ägypten spielen diese Strömungen momentan jedoch keine wichtige Rolle.

(sda)