Proteste in Algerien

19. Februar 2011 14:33; Akt: 19.02.2011 14:46 Print

Politiker in den Bauch geschossen

Auch in Algerien stehen die Zeichen weiter auf Konfrontation. Bei einem Protestmarsch in Algier wurde ein Abgeordneter schwer verletzt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bei einer Protestkundgebung der Opposition in Algerien ist ein Abgeordneter schwer verletzt worden. Ein Polizist habe Tahar Besbes von der Oppositionspartei RCD in den Bauch geschossen, der Politiker sei daraufhin mit dem Kopf aufs Trottoir geschlagen.

Dies sagte RCD-Sprecher Mohsen Belabbas der Nachrichtenagentur AFP am Samstag in der Hauptstadt Algier. Ein behandelnder Arzt im Spital sagte, Besbes habe offenbar ein Hirntrauma erlitten.

Die Opposition hatte für Samstag zu einem Protestmarsch gegen die Regierung aufgerufen. Sicherheitskräfte umstellten jedoch bereits am Morgen den Platz des 1. Mai in Algier, wo die Kundgebung beginnen sollte.

Schlagstöcke gegen die Proteste

Mit Schlagstöcken trieben Sicherheitskräfte die Menschen auseinander und sorgten dafür, dass der Strassenverkehr entlang der Route eines geplanten Protestzugs weiter fliessen konnte.

Rund 200 Demonstranten gelang es dennoch, auf den Platz vorzudringen. Sie forderten den Rücktritt der Regierung von Präsident Präsident Abdelaziz Bouteflika.

Vor einer Woche hatte die algerische Polizei mit einem Grossaufgebot von 30 000 Mann einen Protestzug des Oppositionsbündnisses verhindert, hunderte Menschen wurden laut Menschenrechtsaktivisten festgenommen.

In Algerien sind Proteste der Opposition grundsätzlich verboten. Die Ankündigung der Regierung, den seit 1992 geltenden Ausnahmezustand «vor dem Monatsende» aufzuheben, geht der Opposition nicht weit genug. Sie fordert einen «Wandel des Systems».

(sda)