Gewalttätig

02. Mai 2013 19:29; Akt: 02.05.2013 19:34 Print

Wieso Algerien Gaddafis Tochter hinauswarf

Nach dem Sturz des libyschen Diktators Muammar Gaddafi setzte sich seine Tochter Aisha nach Algerien ab. Dann verschwand sie. Jetzt kennt man den Grund: Die jähzornige Aisha hat den Palast ihres Gastgebers angezündet.

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Ein Fotoalbum, das die Aufständigen im Strandhaus Muammar Gaddafis in Tripolis gefunden haben, zeigt das Ehepaar in jungen Jahren - ganz nach der damaligen Mode gekleidet. Erst später wird der Diktator seine Vorliebe für Fantasieuniformen entdecken. Sein Sohn Hannibal, im Portrait. Auch Papa Gaddafis Bild in Gewinnerpose wird zunächst von den Rebellen zerrissen und verbrannt. Muammar Gaddafi als Familienmensch, mit seinen Kindern in der Wüste und im Zelt. Die Fotos und die Objekte aus Gaddafis Häuser werden inzwischen für das breite Publikum ausgestellt. Gaddafis Ehefrau Safia am 12. Januar 1986, zusammen mit ihrer Tochter Aisha und den Söhnen Hannibal und Mohammed. Klein Hannibal auf Mamas Schoss und in Papas Beduinenzelt. Familienausflug: Die Gaddafis zeigen sich am 6. Juni 1999 in Kapstadt zusammen mit Nelson Mandela. Saif al-Islam in jungen Jahren, zwischen Mama und Papa. Damals war er offenbar noch kamerascheu. Die Gaddafis liessen sich auch mit «normalen» Menschen ablichten - wie hier mit der Crew eines Flugzeugs. Aisha Gaddafi im Hochzeitskleid: Im Jahr 2006 heiratete die Despoten-Tochter Ahmed Gaddafi al-Qahsi, einen Cousin ihres Vaters. Aisha auf einer Europareise, ... ... Aisha auf Passbildaufnahmen, ... ... und Aisha im Leopardenkostüm. In Libyen selbst war die 35-Jährige in den zwei Jahren vor Beginn des Aufstands Botschafterin des guten Willens für das UN-Entwicklungshilfeprogramm. In dieser Position sollte sie sich vor allem dem Kampf gegen Armut, HIV und Gewalt gegen Frauen widmen. Selbst hat sich Aisha Gaddafi gerne als Philanthropin dargestellt. Die Gaddafi-Tochter und ihr Bruder Khamis im trauten Gespräch. An der Wand von Aishas Residenz hängen Portraits ihrer drei Kinder. Der Sohn des bisherigen libyschen Machthabers, Saadi, mag schnelle Wagen, grosse Jachten und Fussball... ... und offenbar schöne Frauen. In seiner Fotokollektion hatte er zwei Bilder von «Pussycat Dolls»-Sängerin Nicole Scherzinger. Die Fotos soll ihm eine New Yorker Freundin namens Linda im Jahr 2006 als Neujahrsgeschenk geschickt haben.

Aus dem Fotoalbum der Gadaffis.

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Als Muammar Gaddafi im Jahr 2011 gestürzt wurde, musste seine Familie so rasch wie möglich Libyen verlassen. Die 37-jährige Tochter Aisha floh zusammen mit ihrer Mutter, zwei Brüdern und Schwägerinnen und ihren Kindern nach Algerien. Dort stellte ihnen die Regierung von Präsident Abdelaziz Bouteflika eine staatliche Luxus-Residenz im Süden des Landes zu Verfügung. Obwohl Aisha und Bruder Hannibal von der Interpol gesucht werden, wurden sie im Nachbarland beschützt.

Trotz der grosszügigen Gastfreundschaft hatte die jähzornige Aisha Mühe, sich zu benehmen. Sie randalierte immer wieder, setzte Regale in der Bibliothek in Brand, zerschlug Möbel und attackierte das Wachpersonal. Sie warf den Algeriern vor, die Schuld an ihrer misslichen Lage zu tragen. Als die «Claudia Schiffer Nordafrikas» ein Bild von Präsident Bouteflika zerschmetterte, verlor die Regierung endgültig die Geduld: Sie warf Aisha samt Anhang aus dem Land.

Seit 2012 in Oman

Der Vorfall soll bereits im Oktober 2012 passiert sein. Nach einem Zwischenstopp im Niger, befinden sich die Gaddafi-Flüchtlinge seit März in Oman. Laut «Telegraph» ist der Grund des – unfreiwilligen – Umzugs erst jetzt bekannt geworden. Im Sultanat Oman werde die höchst umstrittene Vergangenheit der Gaddafi-Angehörigen wohlwollend übersehen, schreibt die britische Zeitung weiter. Denn Aisha wie die gesamte Diktatorenfamilien hätten jahrzehntelang in Saus und Braus gelebt, während das libysche Volk in Not und Elend lebte.

Aisha Gaddafi ist die einzige leibliche Tochter des getöteten Tyrannen. Als Anwältin arbeitete sie für Saddam Hussein. Im Jahr 2006 heiratete sie ihren Cousin Ahmed al-Gaddafi al-Qahsi, mit dem sie vier Kinder hatte. Al-Qahsi und zwei von Aishas Kinder wurden während des libyschen Rebellenaufstands getötet. Das vierte Kind brachte die Gaddafi-Tochter während ihrer Flucht nach Algerien zur Welt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sasha Bino am 03.05.2013 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apfel und der Stamm

    Naja von wemm sie die Seite wohl hat...

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  • Evilla am 03.05.2013 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit?

    Schaut euch mal "die wahrheit über Gaddafi" auf youtube. com an - wird bestimmt viele Meinungen ändern. Er hat sehr vieles für sein Volk getan, aber dass wird natürlich nicht in den Medien bekanntgegeben - schade

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  • Daniel s. am 02.05.2013 23:31 Report Diesen Beitrag melden

    Rauswurf

    War kürzlich auch in Algerien. Hatte das Gefühl dass sie mich auch bald rauswerfen weil zu oft mein Fotoapparat zückte... Aber wer Regale anzündet und sich wie ne Diva benimmt soll doch gehen oder nen Schoggoriegel mit Erdnuss-Karamellfüllung (darf ja keine Werbung machen) essen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ali Mansour am 03.05.2013 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Telegraph flunkert

    Dass die Familie Gaddafi in Saus und Braus lebte, möchte ich auf keinen Fall anzweifeln. Aber dass die libysche Bevölkerung in Not und Elend lebte, stimmt so einfach nicht. Vom Telegraph war wohl noch nie jemand in Libyen, oder dann nur vor oder nach der "Schreckensherrschaft".

    • Abdul am 03.05.2013 13:23 Report Diesen Beitrag melden

      Merkwürdig...

      Wenn es dem Volk so super ging, warum gabs dann einen Aufstand? Die Tausende verschleppte/gefolterte Menschen gehört nicht zur Bevölkerung? Hmmm...

    • nana am 04.05.2013 22:29 Report Diesen Beitrag melden

      Elend in Libyen

      Ich hab in Libyen gelebt und dort gearbeitet. Mein Lohn, weil ich Libyerin bin, betrug 200 Dinar im Monat - umgerechnet 50Dollar auf dem Schwarzmarkt (denn wir konnten keine Fremdwährungen legal kaufen unter Gaddafi). Die Ausländer hingegen in dieser Firma, bekamen eine Villa zur Verfügung und über 5000.- Dollar Lohn.. Ist das kein Elend? Und das war nicht das einzige Unrecht in diesem Land.

    • CH/Thai am 05.05.2013 12:50 Report Diesen Beitrag melden

      Nein, das war kein Elend...

      Zumindest nicht wenn man Libyen mit anderen Afrikanischen Staaten vergleicht. Der Human Development Index Wert von Gaddafis Libyen liegt weit über dem anderer Länder Afrikas. Davon mal abgesehen kann man nicht einfach westeuropäische Verhältnisse auf Zweit- und Drittweltstaaten übertragen. Wenn man das macht, müssten selbst die Menschen in Thailand in grösstem Elend leben, was so einfach nicht stimmt. Unsere Verwandten leben gut dort drüben.

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  • Evilla am 03.05.2013 07:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit?

    Schaut euch mal "die wahrheit über Gaddafi" auf youtube. com an - wird bestimmt viele Meinungen ändern. Er hat sehr vieles für sein Volk getan, aber dass wird natürlich nicht in den Medien bekanntgegeben - schade

    • Fabian am 03.05.2013 08:39 Report Diesen Beitrag melden

      Youtube-Intelligenz

      Was für ein Quark! Jaja die Amis waren nicht auf dem Mond, haben ihr WTC selbst gesprengt, Gaddafi und Saddam waren ganz toll, Kim-Jong Un will nur spielen... blabla, immer diese ganzen dummen Youtube-Videos mit denen die Leute sich schlau machen

    • Pädel am 03.05.2013 09:58 Report Diesen Beitrag melden

      Hallo?

      Klar hat er: er liess Tausende hinrichten....wenn man als etwas für's Volk nennt, dann gute Nacht!!

    • B. Anker am 03.05.2013 11:10 Report Diesen Beitrag melden

      Verklärte Sicht?

      Ja, Zuckerbrot und Peitsche; Brot und Spiele. Hat vor allem aber viel für sich selbst und seine Sippe getan, das Volk mit Almosen ruhig gehalten um selbst nicht in Gefahr zu kommen. "Ein Hund beisst nicht die Hand, die ihn füttert".

    • Evilla, bitte... am 03.05.2013 12:56 Report Diesen Beitrag melden

      Wahrheit!

      Moment mal, weil er am Anfang seiner Karriere Guter tun musste ist er jetzt ein netter? Sorry, aber viel Weltfremder als Sie kann man kaum sein. Mao war demnach auch kein Mörder von 60 Millionen Menschen, sondern ein missverstandener kleiner Mensch der doch nur Gutes wollte...läck

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  • Angie am 03.05.2013 06:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wut...

    Also die Interpretation ihres Behnemens in diesem Artikel ist ja fragwürdig... Mal im ernst, wenn man innerhalb von ein paar Tagen, deinen Vater, Ehemann und vor allem 2 deiner Kinder tötet, würdest du auch nicht die ganze Welt hassen? Immerhin ist sie ja auch Mutter und ihren Vater hat sie sich auch nicht ausgeaucht, ich finde bei solchen Themen soll man vorsichtig sein, wir sind alle nur Menschen und wir haben auch Gefühle...

    • Pädel am 03.05.2013 10:01 Report Diesen Beitrag melden

      gestern im Gewitter?

      Ich wünschte Sie und Ihre ganz Familie hätten in Libyen gewohnt und wären den 'Gefühlen' der Gaddafi ausgesetzt gewesen!! Hier in der heilen Schweiz wohnen und solche Kommentare abgeben...

    • helga am 03.05.2013 12:06 Report Diesen Beitrag melden

      aha...

      ....hatte sie auch Gefühle, oder besser 'Mitgefühl' als sie ihr Hausmädchen mit heissem Wasser verbrannt hat?? Mehrere Male und absichtlich!!!

    • Angie, bitte... am 03.05.2013 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      Wut????

      Und nochmal, diese Menschen haben nichts besseres verdient. Bei allem Respekt, aber ausser den Berichten auf 20min haben Sie rein gar nichts über diese Menschen gelesen und trotzdem fühlen Sie sich verpflichtet, diesen stumpfen Kommetar voller Schreibfehler zu posten. Auch hier: Augen auf!

    • Johnny W. am 03.05.2013 13:35 Report Diesen Beitrag melden

      Oh die arme Frau....

      Und wie erklären Sie sich, dass sie vor diesen ganzen Vorfällen erwiesenermasen ihre Kindermädchen regelmässig verprügelt hat? Hmm, da bin ich mal gespannt...

    • Diräktr am 03.05.2013 16:27 Report Diesen Beitrag melden

      Ja, vorsicht ist geboten...

      das mag sein. und ich sage nicht, es geschieht ihr recht. Aber auch bei Dummheit und Fehler ist Reue und Einsicht zwingend, damit man jemandem vergeben kann. Wenn man aber von nichts etwas wissen will und im Endeffekt "einfach dabei gewesen ist", sich "sein Leben nicht aussuchen konnte" etc. und dann noch die Schuld beim Rest der Welt statt sich sucht, ist dass doch auch mies. Mies jenen gegenüber, die Jahrezente lang wegen ihnen leiden mussten, die "das gleiche" Schicksal erdulden mussten und nur Hohn und Spott im Sinne von "Selber schuld" ernteten.... Eben da sollte man vorsichtig sein ;)

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  • Sasha Bino am 03.05.2013 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apfel und der Stamm

    Naja von wemm sie die Seite wohl hat...

    • Bushido Barisha am 03.05.2013 08:29 Report Diesen Beitrag melden

      Ganz Genau

      Genau

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  • K-H Felger am 03.05.2013 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur vordergründiges sehen

    Ich kenne diese Frau nicht und kann daher auch nichts über ihren Charakter sagen. Aber wie ich dem Artikel entnehme, war sie Hochschwanger, als ihr Ehemann und zwei ihrer Kinder starben. Ich denke man darf ihr nicht absprechen, dass einen so ein Erlebnis aus der Bahn werfen kann...