Entwicklungshilfe

09. März 2011 11:55; Akt: 09.03.2011 12:37 Print

Mehr Hilfe für Nordafrika

Die Schweizer Entwicklungshilfe will sich verstärkt in Libyen, Tunesien und Ägypten engagieren. Das erklärte DEZA-Chef Martin Dahinden in Bern.

storybild

Will die zusätzlichen Mittel in Klimaschutz und die Trinkwasserversorgung investieren. DEZA-Chef Martin Dahinden. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Engagement der humanitären Hilfe in Nordafrika werde in den nächsten Wochen verstärkt. Die Region sei auch für Europa von sehr grosser Bedeutung, sagte DEZA-Chef Martin Dahinden am Mittwoch zu den Entwicklungen in Ländern wie Libyen, Tunesien oder Ägypten.

Der Aufbau eines langfristigen Einsatzes der Schweiz in dieser Region sei möglich. Die Schweiz könnte bei der Demokratisierung, im Aufbau der lokalen Verwaltung oder auch den Flüchtlingen helfen. Dies sei aber letztlich ein politischer Entscheid. Der Bundesrat müsse bestimmen, ob der Maghreb ein neuer Schwerpunkt der Entwicklungshilfe werden solle.

Mehr Geld für sauberes Wasser

Die vom Parlament beschlossene Erhöhung der öffentlichen Entwicklungshilfe auf 0,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts bis 2011 sei ein Ausdruck des Vertrauens in die geleistete Arbeit, erklärte DEZA-Chef Martin Dahinden am Mittwoch in Bern.

Die zusätzlichen Mittel werden laut Dahinden vor allem in den Klimaschutz und die Versorgung mit Trinkwasser fliessen, ein Teil auch in UNO- und andere multilaterale Projekte.

Die Ernährungssicherheit angesichts von Lebensmittelpreisen auf erneutem Rekordstand sei eines der aktuellen Hauptproblemfelder. Die immer höheren Lebensmittelpreise seien einer der Auslöser der Unruhen im nordafrikanischen Raum gewesen, erinnerte Dahinden. Hinzu kommen die autokratischen Strukturen, ohne politische Mitwirkung der Bevölkerung.

50 Jahre Entwicklungshilfe

Die Schweiz habe in den vergangenen 50 Jahren immer wieder Programme beendet und neue lanciert sowie sich geografisch neu orientiert, sagte Dahinden weiter. So laufen demnächst nach fast fünf Jahrzehnten die klassischen DEZA-Programme zur Armutsbekämpfung in Peru und Indien aus.

Seit 1961 hat sich das Engagement der Schweizer Entwicklungshilfe stark gewandelt. Anfangs stand die Milchwirtschaft im Zentrum. Von Nepal bis Peru wurden Käsereien eröffnet. In den 1970er-Jahren kam die Katastrophenhilfe hinzu.

Dieser Bereich führte im vergangenen Jahr zu zwei ausserordentlichen Einsätzen der Schweizer Hilfe: In Haiti kam es nach dem Erdbeben im Januar zum grössten humanitären Einsatz der DEZA.

(sda)