Russland zu USA

14. Juni 2013 13:08; Akt: 02.08.2013 11:43 Print

Eure Giftgas-Beweise sind gefälscht

Nach Frankreich und Grossbritannien haben jetzt auch die USA Beweise für Giftgas-Einsätze in Syrien. Aus Russland folgt prompt eine harsche Reaktion. Auch Syrien bezichtigt die USA unverblümt der Lüge.

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Auch die US-Regierung hat keinen Zweifel mehr am Einsatz von Sarin und anderen tödlichen Giftgasen durch das syrische Regime: US-Geheimdienste haben Blutproben mehrerer Syrier auf Spuren chemischer Waffen untersucht und Abbauprodukte des Nervengases Sarin gefunden.

Aufgrund dieser Befunde plant US-Präsident Barack Obama eine verstärkte militärische Unterstützung der Rebellen. Das Wall Street Journal berichtet, Obama habe bereits jetzt erste Waffenlieferungen genehmigt. Das ist Wasser auf die Mühlen des konservativen Oppositionspolitikers John McCain, der seit Monaten Waffenlieferungen für die syrischen Rebellen fordert. Doch McCain will noch weiter gehen: Die Lufthoheit von Präsident Baschar al-Assad müsse neutralisiert und Sicherheitszonen geschaffen werden. Dafür sei auch ein Handeln ohne Uno-Mandat wie im Kosovo-Konflikt gerechtfertigt.

Puschkow: Obama wie Bush im Irakkrieg

Derlei Töne und Pläne sorgen für Nervosität bei Syriens engstem Verbündeten Russland. Man fühlt sich offenbar angegriffen – und geht zum Gegenangriff über: Der Chef des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma, Alexej Puschkow, bezichtigte die USA der Lüge.

Die Beweise für Giftgaseinsätze seien gefälscht und die Berichte darüber «an derselben Stelle fabriziert worden wie die Lüge über Massenvernichtungswaffen des irakischen Ex-Diktators Sadam Hussein», wird Puschkow von der «Zeit» zitiert. US-Präsident Barack Obama beschreite den gleichen Weg wie sein Vorgänger George W. Bush vor dem Irak-Krieg.

«Lügen» auch Grossbritannien und Frankreich?

Tatsächlich führte 2003 der damalige US-Präsident Bush den Einsatz von Massenvernichtungswaffen als Grund für den Einmarsch in den Irak an. Derlei Waffen wurden indes nie gefunden.

Dennoch sind die Vorwürfe des russischen Politikers happig – immerhin sind die USA nicht die einzigen, die dem syrischen Regime den Einsatz von Giftgas vorwerfen: Grossbritannien und Frankreich waren bereits vor Wochen zum selben Schluss gekommen.

In Frankreich waren zudem zwei Journalisten der Tageszeitung Le Monde Augenzeugen eines solchen Giftgaseinsatzes geworden. Proben, die die beiden Männer aus Syrien herausgeschmuggelt hatten, wiesen eindeutig Spuren des Nervengases Sarin auf.

Damaskus: Alles Lügen!

Die russische Schützenhilfe nahm das Regime in Damaskus gerne an. Ein vertreter des syrischen Aussenministeriums doppelte nach: Die Erklärung des Weissen Hauses sei «mit Lügen gespickt». Den US-Angaben lägen «erfundene Informationen» zugrunde.

(gux)