OSZE-Team in Freiheit

28. Juni 2014 19:54; Akt: 28.06.2014 23:26 Print

Burkhalter zeigt sich erleichtert

Vier weitere Mitarbeiter der OSZE wurden in der Ukraine freigelassen. Somit befinden sich alle festgehaltenen Beobachter in Freiheit. Der OSZE-Vorsitzende Dider Burkhalter bedankt sich.

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Die prorussischen Separatisten in der Ukraine haben die zweite Beobachtergruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) freigelassen. Die vier Mitglieder des Teams seien in der Stadt Donezk freigekommen, teilte die Organisation am Samstagabend über Twitter mit.


Wie die OSZE berichtet, befänden sich die freigelassenen Beobachtet in guter Verfassung. Zu den Nationalitäten der Freigelassenen machte die OSZE keine Angaben, jedoch zum Geschlecht: Es handle sich um eine Frau und drei Männer. Die vier festgehaltenen Beobachter waren in der Region Lugansk tätig und befanden sich seit dem 29. Mai in den Händen prorussischer Kräfte. Erst gestern liessen die Separatisten vier andere OSZE-Beobachter frei, welche seit über 30 Tagen gefangen gehalten wurden. Darunter war auch ein Schweizer.

«Wir haben unsere Verpflichtung gegenüber der ukrainischen Seite erfüllt», sagte Alexander Borodaj, einer der Anführer der Separatisten.

Burkhalter erleichtert

Der OSZE-Vorsitzende und Schweizer Bundespräsident Didier Burkhalter zeigt sich erleichtert über die Freilassung der zweiten Gruppe von OSZE-Beobachtern in der Ukraine. Burkhalter habe den unermüdlichen Einsatz der Beobachtermission für die Freilassung der vier Teammitglieder gelobt, heisst es in einer Mitteilung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vom Samstagabend.

Die OSZE sei bereit, zu der Implementierung des Friedensplans des ukrainischen Präsidenten beizutragen, hat Burkhalter der OSZE-Mitteilung zufolge wiederholt. Er äusserte die Erwartung, dass die Freilassung aller Beobachter den Beginn einer sich verbessernden Sicherheitssituation im Osten der Ukraine darstellt. Dies würde der Beobachtermission die Gelegenheit bieten, ihr Mandat bestmöglich auszuüben und ihre Rolle in dem Land zu stärken, sagte er.

Auf Druck der EU

Die OSZE hatte Ende Mai den Kontakt zu zwei Teams in den Städten Donezk und Lugansk verloren. Ein Team hatte die Region Donezk überwacht, die zweite Gruppe wurde bei Lugansk verschleppt. Beide Teams wurden an unbekannten Orten festgehalten.

Die Freilassung der Beobachter war eine der Forderungen der EU an die Separatisten gewesen. Die EU-Staaten haben Moskau bis Montag Zeit gegeben, mit konkreten Schritten zur Entspannung der Lage in der Ukraine beizutragen. Ansonsten könnten «bedeutende» weitergehende Massnahmen ergriffen werden, warnten die EU-Staats- und Regierungschefs am Freitag bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel. Einzelheiten zum Ausmass der möglichen neuen Sanktionen wurden noch nicht beschlossen.

Moskau reagierte scharf. Die Regierung in Washington versuche, «die ukrainische Führung auf den Weg der Konfrontation zu bringen», sagte Aussenminister Sergej Lawrow im Staatsfernsehen. Das Verhalten führe nicht zu einer Beruhigung der Lage in der Konfliktregion

Poroschenko hatte am Freitag eine einwöchige Waffenruhe um drei Tage verlängert. Sie gilt bis Montag 22.00 Uhr (Ortszeit). Dennoch wurden in der Nähe der Stadt Slawjansk mindestens drei Soldaten getötet und vier verletzt. Separatisten hätten Regierungstruppen unter Beschuss genommen, sagte ein Militärsprecher.

(cho/sda)