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23. Juli 2014 16:20; Akt: 24.07.2014 12:22 Print

Niederländer wollen Putins Tochter ausweisen

Wut und Trauer in den Niederlanden, wo die Opfer von Flug MH17 eingetroffen sind. Der Unmut richtet sich gegen die Tochter des russischen Präsidenten, die in Voorschoten wohnt.

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Das soll Putins Tochter sein (an der Seite ihres Vaters und ihrer Mutter Ludmilla bei einem heimlichen Besuch Putins in Voorschoten im letzten Jahr). Vergleichsbilder von ihr gibt es jedoch keine (Quelle: Screenshot Youtube).

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Maria (29), die Tochter von Wladimir Putin, lebt seit zwei Jahren in Voorschoten bei Den Haag. In einem hohen Apartmentkomplex, das – welche Ironie – in einem Quartier mit dem Namen Krimwijk (Krim-Distrikt) steht. In dem schlanken, beigen Steingebäude soll «Mascha» Putin mit ihrem niederländischen Freund das gesamte oberste Stockwerk bewohnen, wie letztes Jahr bekannt wurde.

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Den Nachbarn des unauffällig lebenden Paars ist seither nicht wohl. «Putin hat viele Feinde», sagte einer der Regionalzeitung «Leidsch Dagblat». Das Unbehagen der Bewohner im Krimwijk-Quartier dürfte seit dem mutmasslichen Abschuss der malaysischen Boeing 777 erheblich gewachsen sein. Da zwei Drittel der 298 Passagiere von Flug MH17 Niederländer waren und mit den Opfern in der Ostukraine nicht gerade sensibel umgegangen wurde, richtet sich die Wut der Bevölkerung jetzt gegen Putins Tochter.

«Die ultimative Sanktion an die Adresse Putins»

So wurde auf Twitter nicht nur zu Demonstrationen vor dem Haus der russischen Wahlniederländerin aufgerufen – der Bürgermeister der Nachbargemeinde Hilversum, Pieter Broertjes, setzte noch einen drauf: In einem Radiointerview legte er nahe, dass Maria Putin des Landes verwiesen werden solle, berichtet die überregionale Tageszeitung «Trouw» (Bezahl-Artikel). Die Ausschaffung von Maria Putina sei, so Bürgermeister Broertjes, die «ultimative Sanktion an die Adresse des russischen Präsidenten».

Seine Forderung dürfte auf einigen Zuspruch stossen. Immerhin wird im Land heiss debattiert, ob Putins Tochter in den Niederlanden noch willkommen sei. Ein niederländischer Künstler schrieb etwa auf Facebook : «Ich würde die Tochter von Putin totfahren, wenn meine Tochter im Flugzeug gesessen hätte.» Und Hans de Borst aus dem Küstendorf Monster schrieb in einem persönlichen Brief an das russische Staatsoberhaupt: «Vielen Dank, Herr Putin, für das Ermorden meines einzigen Kindes, Elsemieke.»

Die Wut der Niederländer auf Russland ist so gross, dass der Polizeischutz der russischen Botschaft in Den Haag verstärkt wurde.

Unklarheit über den Verbleib von Leichen

Broertjes ist der Bürgermeister der Stadtgemeinde Hilversum – hierher werden die niederländischen Opfer zur Identifizierung gebracht. Ein Flugzeug mit den ersten 14 Särgen wird heute dort erwartet. Sechs Tage nach dem mutmasslichen Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs herrscht immer noch Unklarheit über den Verbleib zahlreicher Opfer.

Nach Angaben der australischen Regierung ist offen, wie viele der 298 Toten in der Ostukraine geborgen und in Eisenbahnwaggons in sicheres Gebiet gebracht worden sind. Viele Leichname von Insassen der abgestürzten Malaysia-Airlines-Maschine dürften nach Einschätzung des australischen Ministerpräsidenten Tony Abbott verschollen bleiben.

US-Geheimdienstvertreter hatten am Dienstagabend in Washington neue Erkenntnisse vorgelegt, wonach es bisher keine zwingenden Hinweise für eine direkte Verwicklung der russischen Regierung in den Abschuss der malaysischen Maschine gibt. Allerdings habe Moskau die «Bedingungen» für den Abschuss «geschaffen», indem es die Aufständischen bewaffnet habe.


(gux)