Kiews Geheimdienst

23. Juli 2014 01:53; Akt: 23.07.2014 23:44 Print

«Ein russischer Offizier drückte den Knopf»

Der ukrainische Geheimdienst sagt, ein in Russland ausgebildeter Offizier habe die Boeing 777 abgeschossen. Er sei mit Moskau in Kontakt gestanden. Dem widersprechen US-Geheimdienstler.

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Am mussten die Experten am Absturzort die Ermittlungen aus Sicherheitsgründen unterbrechen. OSZE-Ermittler klagen über schlechten Zutritt und Gefahren rund um die Absturzstelle. Gemäss der ukrainischen Regierung hätten Separatisten gar Minen auf Zufahrtsstrassen gelegt. Malaysische Flugsicherheitsexperten untersuchen Überbleibsel auf der Absturzstelle der MH17. Erste Ergebnisse der Auswertung der Blackbox haben ergeben, dass diese mit dem Abschuss durch eine Boden-Luft-Rakete übereinstimmen, wie ein Experte am Samstag, 26. Juli 2014 gegenüber CBS-News sagte. Nur ein kleines Team kann vor Ort den Absturz untersuchen, weil gleichzeitig der Konflikt zwischen ukrainischem Militär und Separatisten wogt. Das Zeitfenster für die Untersuchung schliesse sich schnell, so Experten vor Ort. Niederländische Ermittler der Polizei auf dem Weg zu den Barracken von Hilversum, wo die rund 200 Leichen von Flug MH 17 zur Identifizierung hingebracht wurden. Ein erstes Opfer konnte am Samstag, 26. Juli identifiziert werden. Alexander Chodakowski bestätigte im Interview mit Reuters, dass die Rebellen im Besitz eines BUK-M-Raketensystems waren. Gegenüber Russia Today soll er seine Aussage am widerrufen haben. Bei der Eröffnung der Commonwealth-Spielen im schottischen Glasgow durch die britische Königin Elizabeth II. ist mit einer Schweigeminute der Opfer des Flugzeugabsturzes im Osten der Ukraine gedacht worden. Von den 298 Menschen die beim Absturz ums Leben kamen, stammten 82 aus Commonwealth-Staaten. König Willem-Alexander und Königin Maxima ambei der Ankunft der ersten Opfer des MH17-Absturzes am Flughafen in Eindhoven NL. 40 Särge wurden mit Militärflugzeugen aus der Ukraine nach Holland gebracht. Kinder spazieren am an einem Wrackteil vorbei, dass laut Spezialisten Spuren von Schrapnell aufweist. Diese deuten auf einen Einschlag von einer durch ein SA-11 Buk-System abgefeuerte Rakete hin. Viele Körper von Insassen der abgestürzten Malaysia-Airlines-Maschine dürften nach Einschätzung des australischen Ministerpräsidenten Tony Abbott verschollen bleiben. Es sei möglich, dass noch Leichen auf dem Trümmerfeld in der Ostukraine in der Sommerhitze lägen, sagte Abbott am 23. Juli. In Charkow ist den Opfern vor dem Rücktransport nach Eindhoven mit einer Trauerfeier gedacht worden. Blumen am Flughafen von Charkow. Wie Welt.de berichtet, richtet sich die Wut der niederländischen Bevölkerung gegen Putins Tochter, die mit einem Niederländer verheiratet ist. Vitaly Nayada, der ukrainische Geheimdienstdirektor, gibt Russland die Schuld am Abschuss. Ein in Russland trainierter, gut ausgebildeter Offizier habe den Knopf der Rakete gedrückt, die die MH 17 traf. Der Leichentransport ist am Vormittag des in Charkow eingetroffen. Die Kühlwagen sind mit Schaum versiegelt. Die Leichen der Absturzopfer sollen an eine niederländische Delegation übergeben und später per Flugzeug nach Amsterdam gebracht werden. In den Waggons befinden sich etwa 280 Leichen. In Kuala Lumpur gehen die Menschen auf die Strasse. Sie wollen Gerechtigkeit für die Opfer des Absturzes und betonen auf Transparenten, dass Malaysia sich nie auf eine Seite im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine geschlagen habe. , dass die Maschine von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde: In der Mitte dieses Wrackteils ist ein klaffendes Loch erkennbar, umgeben von kleineren Löchern und Brandflecken. Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben am die Flugschreiber der abgestürzten Boeing-Passagiermaschine an malaysische Experten übergeben. Eine Luftaufnahme zeigt die Absturzstelle des Passagierflugzeugs MH17 nahe dem ostukrainischen Dorf Grabove. Wird hier die Blackbox der abgestürzten Maschine gefunden? Während einer Live-Übertragung des Fernsehsenders Sky News vom Sonntag war zu sehen, wie ein Rettungshelfer einen orangefarbenen Gegenstand über das Feld trägt. Die 196 Leichen, die an der Absturzstelle geborgen wurden, sollen in diesem Güterzug liegen. Die Leichen werden abtransportiert. Die ukrainische Regierung wirft den Aufständischen vor, mit Lastwagen Wrackteile über die russische Grenze bringen zu wollen. Alexander Hug, stellvertretender Leiter der OSZE-Mission (M.) mit Vertretern der Mission sowie Separatisten an der Absturzstelle nahe des Dorfes Hrabove am 18. Juli. Gepäckstücke der Insassen der abgestürzten MH 17: Ein prorussischer Separatist zeigt ein Stofftier. Rebellen bei den Trümmern des abgestürzten Flugzeugs. US-Präsident Barack Obama sieht im Absturz der Maschine eine «globale Tragödie». Am Tag nach dem Absturz, am 18. Juli, suchen Helfer nach den Leichen der 298 Insassen. Ein Passagierflugzeug der Malaysia Airlines ist in der Ukraine abgestürzt. Das Flugzeug stürzte auf dem von Separatisten kontrollierten Gebiet ab. Unfallermittler sollen einen sicheren Zugang zur Absturzstelle erhalten, garantieren die Separatisten. Alle Insassen - 280 Passagiere und 15 Crew-Mitglieder - sind ums Leben gekommen. Das Flugzeug wurde mit grosser Wahrscheinlichkeit abgeschossen. Russland und die Ukraine weisen sich gegenseitig die Schuld zu. Unter den Passagieren waren offenbar Niederländer, Amerikaner, Franzosen, Briten und Belgier. Die Bergung der Maschine werde dadurch erschwert, dass die Trümmer in grossem Umkreis verstreut seien, so der Sprecher des Notfalldienstes, Sergej Botschkowski. Der «Premierminister» der selbsternannten Volksrepublik Donezk, Alexander Borodai (M.), bei der Absturzstelle der MH 17. Die Boeing 777 war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur. An der Absturzstelle liegen die Pässe der Passagiere. Ein Passagier hat vor dem Abflug in Amsterdam ein Foto von der Unglücksmaschine gepostet und schrieb auf Facebook dazu: «Für den Fall, dass sie verschwinden sollte ...» Eine Angehörige trauert um die Opfer. Angehörige der Passagiere werden von Flughafen-Mitarbeitern des Flughafens Schipol in Amsterdam in einen separaten Bereich gebracht. Mit Blumen und Kerzen gedenken die Menschen vor der niederländischen Botschaft in Kiew der Opfer der Flugzeug-Katastrophe.

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Für den ukrainischen Geheimdienst ist klar, wer hinter dem Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs MH 17 über der Ostukraine steckt: «Ein in Russland trainierter, gut ausgerüsteter und gut ausgebildeter Offizier hat diesen Knopf bewusst gedrückt», sagt Direktor Vitaly Nayda gegenüber CNN. «Wir haben Gespräche zwischen einem russischen Offizier und seinem Büro in Moskau aufgenommen.» Mehrere Minuten bevor die Rakete abgeschossen wurde, habe es einen Lagebericht an einen russischen Offizier über das Flugzeug gegeben. «Die wussten, dass die Maschine mit konstanter Geschwindigkeit in ein und dieselbe Richtung flog.» Den Verantwortlichen habe darum bewusst sein müssen, «dass es ein grosses ziviles Flugzeug war und nicht ein Kampfflugzeug», so Nayda.

Nicht ganz so eindeutig sieht dies der amerikanische Geheimdienst. Dieser hat keine Hinweise für eine direkte Verwicklung der russischen Regierung in den Abschuss der Maschine der Malaysia Airlines über der Ostukraine. Das Passagierflugzeug sei wohl von kremltreuen Separatisten mit einer Boden-Luft-Rakete vom Typ SA-11 vom Himmel geholt worden, sagten ranghohe Geheimdienstbeamte in Washington.

Russland bewaffnete Aufständische und bildete sie aus

Doch habe Russland erst die Bedingungen für den Abschuss geschaffen, indem es die Aufständischen bewaffnet habe.
Die Geheimdienstbeamten äusserten sich am Dienstag bei einem Briefing vor Reportern, wollten jedoch anonym bleiben. Dabei beriefen sich die Gewährsmänner auf abgefangene Telefonmitschnitte, Satellitenfotos und von Rebellen auf sozialen Netzwerken gepostete Nachrichten, die zum Teil von US-Experten als authentisch eingestuft wurden.

Das wahrscheinlichste Szenario sei, dass die Maschine aus Versehen abgeschossen wurde, sagte einer der Geheimdienstler. Die Rebellen hätten einen Fehler gemacht. So hätten sie in der Vergangenheit schon zwölf ukrainische Kampfjets abgeschossen. Ob russische Funktionäre beim Start der Rakete zugegen waren, könnten sie nicht sagen. Ebenso unklar sei, ob die Schützen in Russland im Umgang mit den Waffen ausgebildet wurden.

Identität des Schützen noch nicht bekannt

Doch habe Moskau seine Bemühungen um eine Bewaffnung und Ausbildung der Separatisten in den vergangenen Wochen verstärkt - sogar nach dem Abschuss der Passagiermaschine der Malaysia Airlines. Auf die Identität der mutmasslichen Schützen angesprochen, antwortete einer der Geheimdienstler verhalten: «Wir kennen keine Namen, keinen Dienstgrad und sind uns auch nicht 100 Prozent über die Nationalität im Klaren.»

Doch der nationale Sicherheitsberater Ben Rhodes sagte, die USA würden die Ermittlungen zu einer möglichen «direkten Verbindung» zwischen dem Raketenabschuss und Russland fortsetzen. Man sei der Ansicht, dass der russische Präsident Wladimir Putin und dessen Regierung eine Verantwortung für die Unterstützung der Separatisten hätten, fügte Rhodes weiter.

Russland weist jegliche Vorwürfe, für den Abschuss verantwortlich zu sein, zurück. Ein russischer General behauptete, ein ukrainisches Kampfflugzeug habe die Passagiermaschine abgeschossen.

(ann)