Lästige Vergangenheit

10. April 2012 13:00; Akt: 10.04.2012 13:47 Print

UBS-Konto verfolgt Mitt Romney

Barack Obama will seinen republikanischen Herausforderer als abgehobenen Schnösel hinstellen. Was passt da besser, als die alte Geschichte mit dessen Schweizer Bankkonto aufzuwärmen.

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Mitt Romney sei «out of touch», zu Deutsch «abgehoben». Mit dieser Charakterisierung versucht Barack Obama, seinen Widersacher in Misskredit zu bringen. (Bild: Keystone/AP/Steven Senne)

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Mitt Romney hat seine Beziehungen zur UBS bereits 2010 auf Drängen seiner Berater aufgelöst. Ein Schweizer Bankkonto könnte im Wahlkampf zur Hypothek werden, warnten sie - zu Recht und zu spät: Waren es zunächst seine innerparteilichen Mitbewerber für die Nomination der republikanischen Partei, welche die Episode genüsslich ausschlachteten, ist nun auch Barack Obamas Wahlkampfteam auf den Geschmack gekommen.

Laut der «Huffington Post» wies der demokratische Senator aus Illinois, Dick Durbin, am Montag in einer Pressekonferenz darauf hin, dass bisher noch kein Präsidentschaftsanwärter ein solch exotisches Portfolio besessen hat: «Ich habe kürzlich Warren Buffett gefragt, ob er jemals ein Schweizer Bankkonto hatte. Er sagte nein, es gebe genug gute Banken in den USA.» Durbin nannte zwei Gründe, warum jemand ein Konto auf einer Schweizer Bank haben könnte: Grösseres Vertrauen in den Schweizer Franken als in den US-Dollar oder man «habe etwas zu verstecken». Er drängte die Presse, Romney mit diesen Fragen zu konfrontieren.

Mitt Romneys Schweizer Bankkonto dürfte den Kandidaten weiter verfolgen. Barack Obamas Wahlkämpfer liessen in den vergangenen Tagen durchblicken, dass sie die Themen Reichtum und Abgehobenheit als Hauptangriffspunkte gegen den republikanischen Herausforderer einsetzen werden.

(kri)