Spannender US-Wahlkampf

05. November 2012 05:32; Akt: 06.11.2012 13:52 Print

Kopf an Kopf auf der Zielgeraden

Gemäss den letzten Umfragen liegt Barack Obama vor der Wahl am Dienstag mit einem hauchdünnen Vorsprung vor Herausforderer Romney. Beide Kandidaten geben in den Swing States nochmals alles.

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Selten ist das Rennen ums Weisse Haus so spannend wie dieses Jahr. Amtsinhaber Obama (r.) liegt nur wenige Punkte vor Herausforderer Romney. (Bild: Reuters/Keystone)

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Nach einem monatelangen erbitterten Schlagabtausch zwischen Barack Obama und Mitt Romney geht der Wahlkampf in den USA am (heutigen) Montag mit einem letzten Marathon der beiden Kandidaten durch die Swing States zu Ende. Das Rennen um die US-Präsidentschaft ist weiterhin offen wie kaum eines zuvor. In landesweiten Umfragen liegt Obama vor der Wahl am Dienstag mit einem hauchdünnen Vorsprung in Führung. Ausserdem zeichnete sich für ihn ein leichter Vorteil in Swing States wie Ohio und Wisconsin ab, die die Wahl entscheiden könnten. Romney versuchte am Sonntag mit einer Wahlkampfoffensive im mehrheitlich demokratischen Pennsylvania, die Wähler in diesem Staat noch für sich zu gewinnen.

Obamas Team sprach von einem verzweifelten Versuch Romneys, der angesichts der jüngsten Umfragen in Ohio - ein Sieg dort ist praktisch Pflicht für den Republikaner - seine Felle davonschwimmen sehe. Bei einem gemeinsamen Auftritt mit seinem Vizekandidaten Paul Ryan in Morrisville kam Romney am Sonntag zur Titelmusik von «Rocky» auf die Bühne. «Die Menschen in Amerika verstehen, dass wir uns das Weisse Haus zurückholen werden, weil wir in Pennsylvania gewinnen werden», sagte Romney vor einer grossen Menge von Unterstützern. Bei den vergangenen fünf Wahlen hat Pennsylvania immer demokratisch gewählt, doch nach jüngsten Umfragen rechnet sich Romney dort Chancen aus. Sein Wahlkampfteam intensivierte in den vergangenen Tagen in dem Staat die Werbung und auch die Demokraten wollten zur Absicherung ihres Terrains am Montag Top-Wahlkämpfer Bill Clinton nach Pennsylvania schicken.

Vorsprung für Obama

In absoluten Wählerzahlen liegt Obama in den jüngsten Umfragen knapp in Führung. In einer am Wochenende veröffentlichten Erhebung von NBC und dem «Wall Street Journal» kam er auf 48 Prozent der Stimmen, Romney auf 47 – bei einer Fehlerquote von 2,25 Prozentpunkten. Die letzte Umfrage des Pew Research Centers attestierte Obama sogar einen Vorsprung von 48 zu 45 Prozent – bei einer Fehlerquote von 2,2 Prozentpunkten. Auch bei den Wahlmännern, auf die es bei der Abstimmung letztlich ankommt, zeichnete sich vor allem durch gute Umfragewerte in Iowa, Wisconsin und Ohio ein möglicher Vorteil für Obama ab.

Dieser tourte am Sonntag durch New Hampshire, Florida, Ohio und Colorado und wollte am Montag in Wisconsin, Iowa und noch einmal in Ohio Station machen. Unter anderem war für Montag auch ein Auftritt mit Rocksänger Bruce Springsteen geplant und auch andere prominente Unterstützer wie Scarlett Johansson und Samuel L. Jackson intensivierten mit Interviews in Radio- und Fernsehsendern noch einmal ihre Wahlwerbung für Obama. In New Hampshire versprach der Präsident am Sonntag über die Parteigrenzen mit den Republikanern zusammenarbeiten, betonte aber gleichzeitig, dass einige Dinge nicht verhandelbar seien wie Stipendien für Universitätsstudenten oder seine Gesundheitsreform. «Das ist kein Preis, den ich gewillt bin zu bezahlen», sagte er.

Buhlen um die letzten 83 Wahlmänner

Romney machte neben Pennsylvania am Sonntag auch Wahlkampfstopps in Ohio, Iowa und Virginia. Für den letzten Tag vor der Wahl standen erneut Ohio, Virginia und New Hampshire auf dem Programm.

Romney muss mehr der besonders umkämpften Staaten gewinnen, um die 270 Wahlmännerstimmen zu erreichen, die für einen Wahlsieg nötig sind. Nach der jüngsten Berechnung der Nachrichtenagentur AP kann Obama bereits ziemlich sicher mit 249 Wahlmännerstimmen rechnen, wenn man Staaten wie Iowa, Nevada und Pennsylvania einrechnet, die zu dem Demokraten tendieren. Sein Herausforderer hat erst 206 Stimmen auf der Haben-Seite. Übrig bleiben damit 83 Wahlmännerstimmen in den Staaten Colorado, New Hampshire, Florida, Ohio, Virginia und Wisconsin. Wer 270 Wahlmänner gewinnt, hat auch die Wahl für sich entschieden.

Wie geht die Wahl am Dienstag aus? Wer wird Ihrer Meinung nach neuer Präsident der USA? Und wie würden Sie wählen? Nehmen Sie teil an der grossen Umfrage zu den Wahlen in Amerika!

(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pavel P. am 05.11.2012 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja, Umfragen...

    Diese Umfragen sind so ein Witz. 48% zu 47% mit über 2 % Fehlerquote? Das ist doch alles an den Haaren herbeigezogen, damit man im Nachhinein bei beiden toll erklären kann, dass die Umfragen eben doch was bringen. Dabei sagt man einfach 50/50... Am Anfang lag Obama in Umfragen mit noch etwa 15% vorne. Ich glaube, die machen es einfach absichtlich spannend und sichern sich mit den 50/50 Aussagen ab und bei der Wahl gewinnt Obama haushoch. Dann hat man dann eine Ausrede parat, wieso es doch nicht so knapp war.

  • Adrian am 05.11.2012 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    statistische Unsicherheit

    Praktisch alle Umfragen sind im statistisch unsicheren Bereich. Es weiss niemand, wer gewinnen wird. Obama hat den Vorteil, dass er in den meisten Swing-States noch einen hauchdünnen Vorsprung hat. Es ist durchaus möglich, dass Romney mehr Stimmen macht, aber trotzdem verlieren wird.

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  • Roland Muster am 05.11.2012 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Schwierige Zeit

    Obama hat auf dem Arbeitsmarkt nicht das Bewegen können, was er vor der Wahl angekündigt hat. Fakt ist aber, dass zuvor wohl noch kaum ein Präsident vor so einer Herausforderung gestanden ist. (Banken pleite, Autobauer pleite, USA mehr oder weniger pleite). Da gibt es für keinen Präsidenten ein Rezept.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurt am 05.11.2012 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie objektiv ist unsere nationale Berichterstattun

    Bin ich froh, dass die Wahlen bald wieder passeé sind und damit die auffällig einseitige Berichterstattung unserer Medienlandschaft! In den vergangenen Monaten ist mir eines klar geworden: nicht nur die Presse, sondern auch die Radiolandschaft hatte ein Ziel. Pro Demokraten resp. contra Republikaner.

  • Danny am 05.11.2012 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    Bedrückend und beängstigend

    Was mich am allermeisten bedrückt ist die Tatsache, dass die Amis, auch einen Mann (oder Frau), mit einem IQ von 160, welcher für diverse Probleme eine reelle Lösung hätte, nicht wählen würde, wenn diese Person offen zugäbe, nicht an Gott zu glauben. Das ist beängstigend!

  • Roland Muster am 05.11.2012 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Schwierige Zeit

    Obama hat auf dem Arbeitsmarkt nicht das Bewegen können, was er vor der Wahl angekündigt hat. Fakt ist aber, dass zuvor wohl noch kaum ein Präsident vor so einer Herausforderung gestanden ist. (Banken pleite, Autobauer pleite, USA mehr oder weniger pleite). Da gibt es für keinen Präsidenten ein Rezept.

    • Reto Gubser am 05.11.2012 12:04 Report Diesen Beitrag melden

      Da kann ich nur zustimmen

      Unter dem Strich bleibt aber die Frage: Was kommt die nächsten vier Jahre? Obama hat vieles nicht einhalten können, aber doch einiges erreicht. Von Romney hingegen weiss man so gut wie gar nichts über seine Pläne - er schweigt konsequent, wenn es darum geht, die Details seiner Ideen für die Wirtschaft des Landes auszubreiten. Im Gegenteil, diverse Berechnungen und Statistiken zeigen, dass seine Pläne nicht einmal ansatzweise funktionieren. Da fällt die Wahl dann doch relativ leicht.

    • Danny am 05.11.2012 16:25 Report Diesen Beitrag melden

      Kontinuität

      Die Lösung heisst Kontinuität. Wenn man jetzt wieder den Präsidenten wechselt, wechselt auch die ganze Administration. Der neue Presi und alle seine Berater, Minister, Botschafter müssen sich neu einarbeiten, neu die Kontakte knüpfen, Neues lernen u.s.w. Das bringt momentan rein gar nix.

    • Pat Hill am 05.11.2012 22:27 Report Diesen Beitrag melden

      Romney...

      ...ist Unternehmer und nicht ein Traeumer und Fantast wie Obama. Romney rettete die Winterspiele in Salt Lake. Obama ruinierte die USA und beschuldigt auch nach vier Jahren immer noch die Vorgaenger. Ja die Wahl ist klar.

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  • Adrian am 05.11.2012 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    statistische Unsicherheit

    Praktisch alle Umfragen sind im statistisch unsicheren Bereich. Es weiss niemand, wer gewinnen wird. Obama hat den Vorteil, dass er in den meisten Swing-States noch einen hauchdünnen Vorsprung hat. Es ist durchaus möglich, dass Romney mehr Stimmen macht, aber trotzdem verlieren wird.

    • Manuel Oder am 05.11.2012 12:02 Report Diesen Beitrag melden

      Statistisch..

      .. hat Obama allerdings bereits mit einer Wahrscheinlichkeit von über 80% gewonnen (siehe Auswertung der New York Times). Die Auswertung bezieht sich nicht auf Umfragen, sondern rein auf die Wahrscheinlichkeit, mit der die verbleibenden Elektorenstimmen an Romney oder Obama fallen könnten.

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  • G. O. Obama am 05.11.2012 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahlkampf

    Es ist anzunehmen, dass bei Kosten von 2 Milliarden für den Wahlkampf einige Leute Interesse daran haben, dass der Wahlkampf spannend bleibt. Z.B. die Unternehmen, welche die Umfragen erstellen. Wer würde sich für einen schon entschiedenen Wahlkampf noch interessieren und neue Umfragen in Auftrag geben? Egal wer gewählt wird, das Resultat wird weit eindeutiger fallen als die Umfragen es suggerieren.