Duell der Republikaner

11. Dezember 2011 10:55; Akt: 11.12.2011 12:01 Print

Romney und Gingrich kreuzen die Klingen

Im Kampf um die Präsidentschaftkandidatur hat Newt Ginrich die Nase vorn. Bei einer Debatte mit Mitt Romney nahm er auch Stellung zur Kritik nach seinen Äusserungen über die Palästinenser.

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Schenken sich nichts: Der ehemalige Gouverneur des Bundesstaates Massachusetts, Mitt Romney (l.) und der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich am 10. Dezember 2011 beim Schlagabtausch an der Drake Universität in Des Moines, Iowa. (Bild: AFP)

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Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner läuft augenscheinlich alles auf ein Schlussspurt zwischen Newt Gingrich und Mitt Romney hinaus. Bei einer Debatte der Bewerber am Samstag in Des Moines (US-Staat Iowa) gerieten beide Spitzenkandidaten kräftig aneinander.

Dabei ging es um den persönlichen Werdegang und die aktuelle Nahost-Politik. In Iowa beginnen am 3. Januar die Vorwahlen der Republikaner. Gingrich führt derzeit die Umfragen klar an, Romney folgt mit einigem Abstand.

Gingrich, Mitte der 90er Jahre republikanischer Parlamentschef, verteidigte bei der Debatte seine umstrittene Äusserung, nach der die Palästinenser ein «erfundenes Volk» seien. Diese Sicht sei «historisch wahr», erklärte er. Kontrahent Romney nannte die Äusserung einen Fehler. «Man spricht nicht im Namen von Israel», sagte er.

Kritik der Palästinenser

Die Palästinenser reagierten mit scharfer Kritik auf die Worte Gingrichs. Seine Äusserungen «werden für lange, lange Zeit die Munition für die Bin Ladens und alle Extremisten liefern», sagte der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat dem US-Sender CNN.

Gingrich sagte hingegen: «Jemand muss den Mut haben, die Wahrheit zu sagen. Über den Nahen Osten gibt es zu viele Lügen».

Auch beim persönlichen Werdegang stritten sich die beiden Spitzenbewerber. Gingrich warf Romney vor, dass er lediglich wegen einer verlorenen Wahl um einen Senatssitz von Massachusetts 1994 gegen Ted Kennedy kein Karrierepolitiker geworden sei. Romney erwiderte, was das Land am wenigsten brauche, seien Politiker, die ihr ganzes Leben in Washington zugebracht hätten.

Gingrich verteidigte auch Honorarzahlungen des inzwischen verstaatlichten Immobilienfinanzierers Freddie Mac von 1,6 Millionen Dollar. Er sei nur für «strategische Beratung» bezahlt worden. Nie habe er als Lobbyist gearbeitet.

Gingrich führt deutlich

Nach einem von der Webseite realclearpolitics.com ermittelten Durchschnitt verschiedener Umfragen führt Gingrich das Feld derzeit souverän mit über 33 Prozent Zustimmung an. Dahinter folgt mit weitem Abstand Romney mit rund 21 Prozent.

Experten erwarten, dass der Sieger frühestens am 6. März feststeht, dem «Super Tuesday», an dem in zahlreichen Staaten die republikanische Kandidatenkür stattfindet.

Auch in Iowa liegt Gingrich in den Umfragen klar vorn. Eine Erhebung des Senders ABC und der «Washington Post» sieht den 68-Jährigen bei 28 Prozent, Romney bei lediglich 18 Prozent.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martial Callair am 11.12.2011 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Amerika, das war einmal

    Die Republikaner sind gefährlich und sehr ätzend. Ich finde das ist das amerikanische Pendant der SVP. Wenn man an Busch zurück denkt, derjenige der sein Land in den Schlamassel geführt hat!

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  • Peter Silie am 11.12.2011 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Gingrich!

    Tatsächlich mal einer der die Wahrheit spricht und nicht verlogener Sozialromantik hinterherrennt. Man versucht ihn an der Palästina Frage politisch zu eliminieren! Aber im Grunde genommen hat er recht - im Interview sagt er sogar nochmals dass selbst 2007 der Abgeordnete der Palästinenser das Existenzrecht Israels ABERKANNTE! Mit so jemandem möchte ich auch keinen Frieden schliessen. Und der andauernde Beschuss mit Qassam Raketen von palästinensischer Seite aus, zeigt ziemlich deutlich die friedlichen Absichten jener.

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  • RP 4 P am 11.12.2011 23:07 Report Diesen Beitrag melden

    Ron Paul

    Ich finds schade, dass Ron Paul praktisch nirgends erwähnt wird, obwohl er so gute Vorsätze hat. Ich frag mich, wieso diese anderen Kandidaten (die sehr oft ihr Mangel an Allgemeinwissen bewiesen haben) erwähnenswerter sind als er. Es kommt mir alles wie eine Reality Show rüber.

Die neusten Leser-Kommentare

  • RP 4 P am 11.12.2011 23:07 Report Diesen Beitrag melden

    Ron Paul

    Ich finds schade, dass Ron Paul praktisch nirgends erwähnt wird, obwohl er so gute Vorsätze hat. Ich frag mich, wieso diese anderen Kandidaten (die sehr oft ihr Mangel an Allgemeinwissen bewiesen haben) erwähnenswerter sind als er. Es kommt mir alles wie eine Reality Show rüber.

  • Peter Silie am 11.12.2011 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Gingrich!

    Tatsächlich mal einer der die Wahrheit spricht und nicht verlogener Sozialromantik hinterherrennt. Man versucht ihn an der Palästina Frage politisch zu eliminieren! Aber im Grunde genommen hat er recht - im Interview sagt er sogar nochmals dass selbst 2007 der Abgeordnete der Palästinenser das Existenzrecht Israels ABERKANNTE! Mit so jemandem möchte ich auch keinen Frieden schliessen. Und der andauernde Beschuss mit Qassam Raketen von palästinensischer Seite aus, zeigt ziemlich deutlich die friedlichen Absichten jener.

    • Isaac Asimov am 11.12.2011 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gelobtes land

      Also du solltest erst mal die geschichte der region etwas genauer studieren bevor du hier eine seite ins abseits bevörderst. Die israelis okupieren land dass sie laut der bibel von gott erhalten haben.....also würde ich mich mal rragen mit welcher seite es einfacher wäre zu verhandeln

    • Peter Silie am 11.12.2011 23:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      4 Angriffskriege

      Vielleicht sollten Sie die Geschichte studieren und nachlesen was 1948, 1956, 1967 und 1973 passierte... Die Hand zum Frieden auszustrecken liegt ganz sicher nicht an Israel.

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  • Hellebarde am 11.12.2011 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    USA eigentlich ein kleines Land

    Weltreich zwischen Pazifik und Atlantik, kontrovers vom Lebensstil bis Politik. Land der Indianer einst genommen, Bisons an der Ausrottung angekommen. Schwer auf den Schultern wiegt der Verdacht, die Schmach des Völkermords von den Lippen gelacht. Militärisch reicht ihnen niemand das Wasser, doch liebe zur Natur und Menschenrecht immer blasser. Bereicherung von Alaska bis Georgia, Machtgelüste von Montana bis Virginia. Grosses Land dem ich mein Respekt nicht zolle, denn als Schweizer steck ich in einer anderen Rolle. Mit ja oder nein kann ich hier viel erwägen, die Amis kugelrund sich nicht mehr bewegen. Was Amis glauben zu sein in ihrer Ewigkeit, ist bei uns Realität in Form von solidarischer Einigkeit.

    • asdf am 12.12.2011 07:33 Report Diesen Beitrag melden

      nice

      Schön getroffen.. ;)

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  • Hellebarde am 11.12.2011 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Grundsätzlich

    Die USA widerspiegelt nicht die Menschheit, sondern spiegelt die tiefen der Dummheit. Nicht im weitesten in unserer Zeit angekommen, Intelligenz leider nur angenommen.

  • Martial Callair am 11.12.2011 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Amerika, das war einmal

    Die Republikaner sind gefährlich und sehr ätzend. Ich finde das ist das amerikanische Pendant der SVP. Wenn man an Busch zurück denkt, derjenige der sein Land in den Schlamassel geführt hat!

    • Christian P. am 11.12.2011 19:29 Report Diesen Beitrag melden

      Lernen Sie bitte Englisch?!

      Wer ist Busch?

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