Obama ehrt King

28. August 2013 22:21; Akt: 30.08.2013 08:19 Print

«Amerika, der Weg ist noch lang»

In Washington – wo vor 50 Jahren Martin Luther King seine berühmte Rede hielt – würdigte Barack Obama dessen Leistungen. Er betonte aber auch, man sein noch nicht am Ziel.

(Video: Youtube)
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Fünfzig Jahre nach der berühmten «I Have a Dream«-Rede von Martin Luther King hat US-Präsident Barack Obama den Kampf des schwarzen Bürgerrechtlers gegen Rassismus gewürdigt.

Obama prangerte aber auch die nach wie vor bestehende soziale Ungleichheit zwischen Schwarzen und Weissen in den USA an.

Wenn es um Wohlstand und Jobs gehe, seien die rund 30 Millionen Schwarze noch immer benachteiligt. Chancengleichheit sei eine Forderung, die noch nicht erfüllt sei.

In einer leidenschaftlichen Rede rief er die Bürger zu mehr Engagement auf, warnte aber auch vor überzogenen Erwartungen: «Machen wir uns nichts vor, die Aufgabe wird nicht leicht sein.»

Rede an gleicher Stelle

Obama - der erste schwarze Präsident der USA - sprach zu Zehntausenden Menschen in Washington, die sich zum Gedenken an die berühmte «I-have-a-dream«-Rede des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. am 28. August 1963 versammelt hatten. Der «Marsch auf Washington» und die aufrüttelnde Rede des Baptisten-Predigers King war damals ein Fanal für die Bürgerrechtsbewegung.

«Amerika, ich weiss, der Weg wird lang, aber ich weiss, dass wir es schaffen können», rief Obama den Menschen vor dem Lincoln Denkmal am Mittwoch zu. «Ja, wir werden stolpern, aber ich weiss, dass wir wieder aufstehen werden.» Die Bürgerrechtsbewegung habe Amerika verändert. «Weil sie weiter marschierten, veränderte sich Amerika.»

Ein schwarzer Präsident genügt nicht

Bereits zuvor hatte Obama in einem Radiointerview erklärt: «Es genügt nicht, nur einen schwarzen Präsidenten zu haben.» King sei neben dem früheren Präsidenten Abraham Lincoln - der die Sklaverei verbot - die Persönlichkeit in der US-Geschichte, die er am meisten bewundere.

Auch die beiden demokratischen Ex-Präsidenten Jimmy Carter und Bill Clinton waren unter den Rednern. Die republikanischen Ex-Präsidenten George Bush und sein Sohn George W. Bush hatten eine Einladung aus gesundheitlichen Gründen abgesagt.

Rassismus im Alltag

Vor 50 Jahren durften zwei von drei Afroamerikanern nicht wählen, Schwarze durften Schulen nicht zusammen mit Weissen besuchen, nicht mit ihnen im Kino sitzen oder dieselbe öffentliche Toilette benutzen.

Heute bekleiden neben Obama mehrere Afroamerikaner hohe politische Ämter, darunter Justizminister Eric Holder und die Sicherheitsberaterin des Weissen Hauses, Susan Rice.

Viele der rund 30 Millionen Afroamerikaner haben noch heute im Alltag mit rassistischen Vorurteilen zu kämpfen und fühlen sich ungleich behandelt.

Erst kürzlich löste etwa der Freispruch des Todesschützen George Zimmerman landesweite Proteste aus - der Latino hatte den unbewaffneten schwarzen Teenager Trayvon Martin erschossen. Vor Gericht machte der Schütze erfolgreich Notwehr geltend - und wurde zur Empörung vieler Amerikaner freigesprochen.

Clintons Kritik an laxen Waffengesetzen

Auch Carter und Clinton betonten die soziale Ungleichheit zwischen Schwarz und Weiss. Besonders leidenschaftlich wandte sich Clinton gegen Versuche, die Beteiligung von Schwarzen an Wahlen zu erschweren - gleichzeitig brandmarkte er die laxen Waffengesetze in den USA. Wörtlich meinte er: «Dieser Marsch veränderte Amerika. ... er öffnete die Geister, liess die Herzen schmelzen.»

Doch Clinton erinnerte auch daran, dass nur drei Monate nach dem Marsch auf Washington der damalige Präsident John F. Kennedy ermordet wurde. 1968 starb auch King durch die Schüsse eines Attentäters. «Es waren gewaltsame Zeiten damals», meinte Clinton.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • miss you am 29.08.2013 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Obama

    Obama wir lieben dich. Aber bitte keinen Krieg in Syrien.

  • Kim.S. am 29.08.2013 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Natives das wahre Volk der USA

    Was haben sie und tun sie heut noch mit den Natives? Schwarz oder Gelb was soll das. Immer wieder werden die wahren Eigentümer des Landes vergessen!

  • Hans am 28.08.2013 22:50 Report Diesen Beitrag melden

    3. Welkrieg

    Ja Amerika hat sich zum schlechten hin geändert! Wenn Obama so weiter macht haben wir bald den 3. Weltkrieg. Das wollte aber Martin Luther King nicht und das gerade noch von einem farbigen Präsidenten. Ob ein Präsident gut ist hat nichts mit der Hautfarbe zu tun sondern man sieht es an seinen taten und die Von Obama gehen in die falsche richtung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • miss you am 29.08.2013 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Obama

    Obama wir lieben dich. Aber bitte keinen Krieg in Syrien.

  • Franz Berger am 29.08.2013 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Der wahre Skandal?

    Jeder kennt Travon Martin. Wer kennt Fannie Gumbinger? Eine 99Jährige, vor ein paar Tagen ermordet. Man spricht nicht darüber, weil die Hautfarbe hier umgekehrt ist. Wie in 90% der Fälle.

  • Kim.S. am 29.08.2013 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Natives das wahre Volk der USA

    Was haben sie und tun sie heut noch mit den Natives? Schwarz oder Gelb was soll das. Immer wieder werden die wahren Eigentümer des Landes vergessen!

  • Mike Cadell am 29.08.2013 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Dummerweise war

    der einzige schwarze Senator im US Kongress nicht zu den Feierlichkeiten eingeladen. Der Grund? Er ist Republikaner.

  • Alfred am 29.08.2013 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Nobelpreisträger

    Obama soll seinen Friedensnobel-Preis abgeben, eine Schande das so Leute ausgezeichnet werden für nichts. Aber mich verwundert auf dieser Welt gar nichts mehr...