Schweizer Botschafter

01. Juli 2014 14:00; Akt: 01.07.2014 14:18 Print

«Argentinier würden uns Sieg verzeihen»

von K. Leuthold, Buenos Aires - Der Schweizer Botschafter in Buenos Aires veranstaltet ein Public Viewing. Er kann sich vorstellen, dass die Nati gewinnt. Die Beziehung der beiden Länder würde das nicht trüben.

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Der Schweizer Botschafter in Buenos Aires organisiert ein Public Viewing für das Spiel Schweiz-Argentinien. (Bild: zvg)

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Würstli, Laugenbrötli und genug argentinisches Quilmes-Bier: Für das Spiel vom Dienstag gegen Argentinien steht in der Schweizer Botschaft in Buenos Aires alles bereit. 100 Gäste sind geladen, die Hälfte Schweizer – der Rest Argentinier. Ob das gut kommt? 20 Minuten hat beim Botschafter Johannes Matyassy nachgefragt.

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Gewinnt die Schweizer Nati den Achtelfinal gegen Argentinien?
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Herr Matyassy, warum organisiert die Botschaft in Buenos Aires ein Public Viewing?
So ein Event ist eine grossartige Möglichkeit, um eine Brücke zwischen der Schweiz und Argentinien zu schlagen. Wir haben ein sehr entspanntes Verhältnis und darum haben wir nicht nur Schweizer eingeladen, sondern auch Argentinier. Unter anderem hat sich bereits Fussball-Altmeister Enzo Trossero angemeldet, der die Schweizer Nati zwischen 2000 und 2001 trainierte und zu Beginn der 1990er Jahre beim FC Sion spielte.

Sind Sie denn selber ein Fussball-Fan?
Ja, klar. Ich bin allgemein sehr sportbegeistert. Als es hiess, dass die Schweiz auf Argentinien trifft, war das keine Frage, dass wir hier ein Public Viewing organisieren.

Haben Sie keine Angst, dass die Argentinier schlecht reagieren, wenn die Schweiz gewinnt?
Diese Frage haben wir uns auch gestellt. Aber die Argentinier sind sich ziemlich sicher, dass sie am Dienstag gewinnen. Sie wissen aber auch, dass ihre Mannschaft fast nur von Messi lebt. In den letzten Tagen haben sie auch mitbekommen, dass wir zumindest einen guten Spieler namens Shaqiri haben.

Und sollte es doch anders kommen?
Mehrere argentinische Gäste haben mir bereits versichert, dass sie uns einen Sieg «verzeihen» würden. Ich glaube nicht, dass es Schwierigkeiten geben wird. Wir haben keine zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen getroffen.

Wie wichtig ist das Spiel für die Beziehung zwischen der Schweiz und Argentinien?
Der Event passt in die Strategie, die wir seit vier Jahren verfolgen, um die Beziehung zwischen den beiden Ländern zu fördern und zu vertiefen.

Ihre Prognose fürs Spiel?
Zu 80 Prozent dürfte Argentinien gewinnen, das entspricht so der normalen Erwartung. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass es am Schluss ganz anders herauskommt. Bei den Argentiniern flattern die Nerven. Denkbar ist auch, dass die Partie erst im Penaltyschiessen entschieden wird, und da gewinnen wir!