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01. Februar 2011 17:12; Akt: 01.02.2011 17:21 Print

«Baby Doc» soll bestraft werden

Die Uno will Haiti helfen, den frühreren Diktator Jean Claude Duvalier wegen Verletzungen der Menschenrechte zu bestrafen.

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Die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, hat den Behörden Haitis Hilfe bei der strafrechtlichen Verfolgung des früheren Machthabers Jean-Claude «Baby Doc» Duvalier angeboten. Schwere Menschenrechtsverletzungen müssten in jedem Fall bestraft werden, niemand dürfe davonkommen, sagte Pillay am Dienstag in Genf.

Haiti habe eine Verpflichtung die gut dokumentierten systematischen Menschenrechtsverletzungen, die unter der Herrschaft Jean-Claude Duvaliers begangen wurden, zu verfolgen: Folter, Exekutionen ohne Gerichtsverfahren, das Verschwindenlassen missliebiger Personen und Vergewaltigungen. Alle dafür Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Gegen den am 17. Januar überraschend aus seinem Exil in Frankreich nach Haiti zurückgekehrte Jean-Claude Duvalier laufen in seiner Heimat Ermittlungen wegen Korruption und Veruntreuung. Vier Haitianer haben zudem ein Strafverfahren wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angestrengt. Duvaliers Anwalt protestierte gegen die Ermittlungen, da die Straftaten bereits verjährt seien.

«Baby Doc» hatte 1971 im Alter von 19 Jahren die Macht in Haiti von seinem Vater François «Papa Doc» Duvalier geerbt. Bis zu seinem Sturz 1986 soll er mit seinen Getreuen hunderte Millionen Dollar an Staatsgeldern veruntreut haben. Die dem Duvalier-Clan treu ergebene Geheimpolizei Tonton Macoutes soll bis zu 30'000 Regierungskritiker entführt, gefoltert und ermordet haben.

(sda)