Vermisste US-Drohne

06. Dezember 2011 11:53; Akt: 06.12.2011 11:54 Print

«Biest von Kandahar» gehörte der CIA

Die im Iran vermisste US-Drohne wurde vom Geheimdienst CIA eingesetzt. Dies verstärkt die Befürchtung, dass die Iraner in den Besitz von hochempfindlicher Technologie gelangt sein könnten.

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Zeichnung einer RQ-170 Sentinel, von der es keine offiziellen Fotos gibt. (Bild: Wikipedia/Truthdowser)

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Die NATO-Truppen in Afghanistan hatten am Sonntag den Verlust eines unbemannten Aufklärungsflugzeugs bestätigt. Dieses sei Ende letzte Woche über dem Westen Afghanistans verloren gegangen, hiess es. Der Iran hatte zuvor behauptet, eine US-Drohne vom Himmel geholt zu haben. Es handle sich um eine RQ-170 Sentinel, eine Drohne mit Tarnkappen-Technologie, die nach ihrem Stützpunkt «Biest von Kandahar» genannt wird.

US-Regierungskreise bestätigten, dass es sich um einen dieser geheimen Flugkörper handelte, von denen keine offiziellen Fotos existieren. Gleichzeitig kamen Zweifel auf, dass eine derart hochentwickelte Stealth-Drone vom Militär für kommune Überwachungsflüge in Afghanistan eingesetzt wird. Und tatsächlich enthüllten die «Washington Post» und der Fernsehsender NBC am Montag: Die RQ-170 gehörte dem Geheimdienst CIA.

Auf Spionagemission?

Damit erhärtet sich der Verdacht, dass die Drohne nicht zufällig in den iranischen Luftraum geraten war, sondern Militär- und Atomanlagen ausspionieren sollte. Denn die CIA hatte das «Biest» bereits verwendet, um Osama bin Ladens Anwesen in Pakistan während Monaten auszukundschaften. Gleichzeitig verstärkt sich die Befürchtung, dass der Iran in den Besitz hoch geheimer Spionage-Technologien gelangt sein könnte.

US-Experten wiegelten am Montag jedoch ab: Die Drohne sei wahrscheinlich aus grosser Höhe abgestürzt. Es dürften sich deshalb nur wenige Teile des Flugobjekts finden lassen, aus denen der Iran kaum Rückschlüsse auf das Drohnenprogramm ziehen könne. US-Beamte widersprachen auch der iranischen Version, der Flugkörper sei abgeschossen oder mit einer Cyberattacke vom Himmel geholt worden. Die in den USA sitzenden «Piloten» hätten die Kontrolle über die Drohne verloren.

Tatsächlich konnte Teheran bislang keine Beweise für seine Behauptung vorlegen, ähnlich wie in früheren Fällen, bei denen angeblich US-Drohnen abgeschossen worden waren.

(pbl/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Georg am 05.12.2011 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    Virus

    War da nicht kürzlich eine Meldung über infizierte Drohen in den Medien? Der soll Steuerimpulse aufgezeichnet haben...

  • Beat am 06.12.2011 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn die Iraner ...

    ... diese Drohne tatsächlich unversehrt vom Himmel geholt haben, dann werden sie sich klugerweise davor hüten, den Beweis dafür zu liefern. Ist doch gut, wenn die Amis glauben, die Drohne wäre abgestürzt - das gibt schön Zeit, die Drohne Stück für Stück auseinander zu nehmen und zu analysieren.

  • Dani am 05.12.2011 18:16 Report Diesen Beitrag melden

    Zweiteiler Teil 2

    ... welches anderen Ländern die forschung an Technologien verbieten kann. Jedes Land hat das Recht, sich in jede Richtung zu entwickeln - solange kein anderes Land darunter leiden muss. Ja, der Iran könnte eine Atombombe bauen, genau so wie wir in Europa Hunderte davon haben. Der einzige Grund wieso die Schweizer keine haben, ist weil sie es nicht auf die Reihe gebracht haben (das ist ein Fakt). Die Einmischung seitens der USA, ermordung/entführung von Wissenschaftlern, ist das gleiche wie damals in Deutschland. Die USA sind ein untergehender Stern, dies haben sie selber begriffen, daher

Die neusten Leser-Kommentare

  • Beat am 06.12.2011 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn die Iraner ...

    ... diese Drohne tatsächlich unversehrt vom Himmel geholt haben, dann werden sie sich klugerweise davor hüten, den Beweis dafür zu liefern. Ist doch gut, wenn die Amis glauben, die Drohne wäre abgestürzt - das gibt schön Zeit, die Drohne Stück für Stück auseinander zu nehmen und zu analysieren.

  • Gismo am 06.12.2011 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Vorwände!

    Ich habe Angst, dass diese Behauptung der USA wiedermal nur ein Vorwand ist ein Land azugreiffen. Iran ist eins der wenigen Ländern die sich den USA und Israel nicht unterwerfen. Ich find das auch gut so! Ich kann es jedem Land dieser Welt gönnen, Spionageflugzeuge abzuschiessen und die Technologie zu besitzen. Nur so wird ein einziger Staat die ganze Welt nicht beherrschen.

  • Döme am 06.12.2011 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Klaar

    Da fragt man sich doch was die Amis im Iran verlohren haben. Logisch reagiert der Iran so empfindlich, selbst wenn sie nicht heilig sind.

  • Andy M am 06.12.2011 01:30 Report Diesen Beitrag melden

    Schrittweiser Abbau von Militärs!

    Bestimmte Menschen haben immer noch nicht's aus der Vergangenheit gelernt, die waren stehen geblieben beim alten Kriegsbild. Warum werden diese Waffentechnologienen nicht endlich verboten weltweit, dies wäre doch ein grosser Vortschritt für die Menschheit, spart enorm viel Resourcen und kommt der Umwelt auch noch zu gute. Warum lernt die Menschheit nicht miteinander in Frieden zu leben und zwar schon in Familie, Schule, Beruf sowie im politischen Bereich. Wenn dies der Fall wäre brauchte es gar keine Armee auf dieser Welt sondern nur einen Zivil- oder Katastrophenschutz. Das wäre genug!

    • David am 06.12.2011 11:11 Report Diesen Beitrag melden

      Unrealistisch

      Das würde ich grundsätzlich unterstützen. Das Problem ist nur, dass sich die Länder dafür nicht genug vertrauen (wer würde den Nordkoreanern glauben, dass das Militär von denen abgebaut wird?), und selbst wenn man den Abbau nach aussen machen würde, im stillen Kämmerlein würde trotzdem weiter an Waffen geforscht.

    • Tommy am 06.12.2011 11:21 Report Diesen Beitrag melden

      Utopisch

      Klar wäre es am besten wenn sich alle machtgierigen Kriegstreiber und religiösen Fanatiker auf einen Schlag in friedliebende Hippies verwandeln würden. Aber das wird leider nicht passieren! Deshalb muss man sich an die Gegebenheiten anpassen und das heisst nun mal verteidigungsfähig sein!

    • Tom S. am 06.12.2011 11:52 Report Diesen Beitrag melden

      Verbot?

      Und seit wann hindert ein Verbot die Menschen daran dass zu tun was sie wollen oder für nötig halten?

    • markus am 06.12.2011 12:14 Report Diesen Beitrag melden

      Ich fühle mit dir

      Sehe es auch nicht ein diese ewige kriegstreiberei aber wer würde sich schon an ein waffenverbot halten? -.-

    • Oliver Twist am 06.12.2011 12:27 Report Diesen Beitrag melden

      Stimme ich halbwegs zu.

      Ja, das stimmt. Aber der Nachteil wäre, es gäbe nicht so viel Arbeit. Klarer ausgedrückt, es gäbe mehr Menschen auf der Welt, die ihre Familie, Kinder nicht mehr ernähren könnten wegen der grossen Arbeitslosigkeit. Wie viele Menschen arbeiten für das Militär auf der ganzen Welt. Genug! Also wird es auch nie Frieden geben.

    • Reto Stadelman am 06.12.2011 12:55 Report Diesen Beitrag melden

      Unrealistisch

      Weil Menschen verschieden sind und ganz andere Ansichten haben nach denen sie leben. Sehen sie als Beispiel nur mal die politische Landschaft der Schweiz an... In so einer Welt sind Konflikte vorprogrammiert. Daher kommt es zu Kriegen und daher wird es in einer solchen Welt auch IMMER Armeen geben. Die Welt die Sie sich vorstellen ist, mit Verlaub, eine "Blüemlischmeterlingeherzlibubeliwelt" die es nicht gab, gibt und geben wird...

    • Günther W. am 06.12.2011 13:03 Report Diesen Beitrag melden

      Militärische Forschung

      ... ist auch zivile Forschung. Die ganze Drohnentechnologie kann auch in zivilen Bereichen eingesetzt werden, vor allem im Katastrophenschutz, wo es für den Mensch selbst z.B. zu gefährlich ist. Klar könnte man gezielt in dieselbe zivile Richtung forschen, nur will das niemand finanzieren und auch der Ehrgeiz ist weniger vorhanden, wenn davon nicht die eigene Gesundheit und Reichtum abhängen.

    • Moep am 06.12.2011 13:22 Report Diesen Beitrag melden

      Verbote sind keine Lösung

      Viele innovative Technologien stammen aus der Rüstungsindustrie, bevor sie auch im zivilen Bereich genutzt werden konnten. Man denke zum Beispiel ans Internet oder GPS. Zudem wird es immer Gruppen geben, die sich nicht an solche Verbote halten wie etwa Terroristen. Ein Verbot solcher Technologien wäre meiner Meinung gerade zu fahrlässig

    • ristretto am 06.12.2011 13:23 Report Diesen Beitrag melden

      träumen

      träumen ist erlaubt))

    einklappen einklappen
  • j.b. am 05.12.2011 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Waren sicher nicht alleine..

    Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, das der Iran von den Russen oder Chinesen bei dieser Aktion unterstützt wurden. Vorallem nach dem lesen anderer Quellen, deren Links ich hier nicht posten kann. Geht ja nicht..