19. April 2005 17:34; Akt: 19.04.2005 17:40 Print

«Brutale Naziverfolgung»

Ein Abgeordneter der neuen Haider-Partei in Österreich hat mit Äusserungen über eine «brutale Naziverfolgung» nach dem Zweiten Weltkrieg eine Welle der Kritik ausgelöst.

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Der dem Bundesrat angehörende Politiker Siegfried Kampl vom Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) sagte am Dienstag im Österreichischen Rundfunk (ORF), er stehe zu seinen Äusserungen, die er kürzlich in der zweiten Kammer des Parlaments gemacht habe. Dazu gehörte auch die Bezeichnung von Deserteuren im Zweiten Weltkrieg als «Kameradenmörder».

Kampl soll im Juli die Präsidentschaft des Bundesrats übernehmen. Die Grünen erklärten jedoch, dass der Abgeordnete mit seinen Äusserungen für dieses Amt nicht mehr geeignet sei. «Wer von Naziverfolgung in Österreich nach 1945 spricht und wer Wehrmachtsdeserteure als Kameradenmörder bezeichnet, hat in der Volksvertretung der Republik Österreich nichts, aber schon gar nichts verloren», sagte der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundesrats, Stefan Schennach.

(ap)