US-Präsident Obama

10. Dezember 2014 05:59; Akt: 10.12.2014 11:27 Print

«CIA-Methoden waren brutal und falsch»

Die Veröffentlichung des CIA-Folterberichts wird laut Barack Obama dafür sorgen, dass sich so etwas nicht wiederholt. Er verurteilt die Praktiken scharf.

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Was das CIA tat, war laut Barack Obama «konstituierte Folter». (Bild: Keystone/AP/Jacquelyn Martin)

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US-Präsident Barack Obama bezeichnete die Taktiken nach der Veröffentlichung des Reports am Dienstag als «brutal», «falsch», «kontraproduktiv» und «konstituierte Folter». Der Bericht entkräfte das Hauptargument der Befürworter, wonach die grausamen Methoden geholfen hätten, Terroranschläge auf US-Einrichtungen zu verhindern.

Durch die Veröffentlichung der Ermittlungen sei zumindest ein wichtiger Schritt in die Zukunft getan worden, weil durch ihn sichergestellt würde, dass sich ein solches Szenario nicht wiederholen werde, sagte Obama.

«Wir heben uns dadurch ab, dass wir Fehler zugeben»

Das Verhörprogramm sei zu hastig und ohne ausreichende Überlegungen über potenzielle Konsequenzen ins Leben gerufen worden. «Eines der Dinge, durch die wir uns von anderen Ländern abheben, ist, dass wir Fehler zugeben, wenn wir sie gemacht haben», sagte Obama am Dienstag in einem Interview mit dem spanischsprachigen TV-Netzwerk Telemundo.

Die Ermittler des Geheimdienstausschusses des US-Senats hatten die Verhörmethoden des Auslandsgeheimdiensts CIA nach den Terroranschlägen vom 11. September vehement verurteilt. Rechtliche Grenzen der CIA seien bei Verhören von Häftlingen bei weitem überschritten worden, heisst es in dem Bericht. Die Behandlung von Häftlingen in geheimen Gefängnissen sei vor zehn Jahren schlimmer gewesen, als es die Regierung vor dem Kongress oder der Öffentlichkeit dargestellt habe. Die CIA habe die Nation mit der Behauptung betrogen, die harten Verhörmethoden hätten Leben gerettet.

CIA-Direktor: Es wurden Leben gerettet

Zu den Verhörpraktiken zählten neben wochenlangem Schlafentzug für die Häftlinge auch Schläge in den Unterleib und Waterboarding. Die Gefangenen sollen gegen Wände geschlagen, in kleinen Boxen eingesperrt und über eine verlängerten Zeitraum isoliert worden sein. Zudem seien sie mit dem Tode bedroht worden.

CIA-Direktor John Brennan teilte in einer Erklärung mit, seine Behörde habe Fehler gemacht und daraus gelernt. Er erklärte jedoch auch, dass die gewalttätigen Techniken «Geheimdienstinformationen produziert hätten, die dabei geholfen hätten, Anschlagspläne zu durchkreuzen, Terroristen gefangen zu nehmen und Leben zu retten».

Ganz anderer Ansicht ist in dieser Hinsicht der Untersuchungsbericht. Die «erweiterten Verhörtechniken» hätten nicht die wirklich wichtigen Ergebnisse erzielt, hiess es. Der auf CIA-Telegrammen, E-Mails und Interviewabschriften basierende Report widerlegt die zentrale Argumentation, mit der Folter bislang gerechtfertigt wurde: dass sie Terroranschläge vereitelt und das Leben von US-Bürgern gerettet habe. Der Bericht entkräftet auch die Aussage der CIA, wonach ihre Verhörpraktiken zur Tötung von Terrorführer Osama bin Laden im Mai 2011 geführt hätten.

Furcht vor Antiamerikanismus

Der Veröffentlichung des Berichts waren monatelange Verhandlungen mit der US-Regierung darüber vorausgegangen, welche Inhalte zensiert werden sollten. Es gab Befürchtungen, der Report könnte im Ausland antiamerikanische Reaktionen hervorrufen. Botschaften und Militäranlagen der USA weltweit ergriffen Vorsichtsmassnahmen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frank Gerber am 10.12.2014 06:17 Report Diesen Beitrag melden

    Entschuldigung? Entschädigung!

    Wenn sich die USA vom Unrecht abwenden möchte, dann sollte man sofort die Foltergefängnisse schliessen, den Drohnenterrorismus einstellen und die Angehörigen der zivilen Opfer entschädigen.

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  • Samichlaus am 10.12.2014 06:28 Report Diesen Beitrag melden

    Samichlaus

    Man kann für Nazideutschland, Sowjetrussland, das heutige Russland die USA etc. sein, oder auch nicht. Alle haben aber etwas gemeinsam. Alle sind verlogen. Es spielt deshalb eigentlich keine Rolle. Schaut man die letzten 100 Jahre aller Grossmächte an, halten sich alle in Waage was Kriege und die damit verbundenen Toten bezieht.

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  • B.D am 10.12.2014 06:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Obama..

    Tud ja so als wüsste er von nichts, dabei gibt es die Folterungen scho seit Jahrzente.

Die neusten Leser-Kommentare

  • K. M. am 10.12.2014 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witz des Jahres.

    Und der Preis für den Witz des Jahres geht an (Tromellwirbell bitte) tadaaa an: Obama. Zitat: Eines der Dinge, durch die wir uns von anderen Ländern abheben, ist, dass wir Fehler zugeben, wenn wir sie gemacht haben.. Sie haben bis jetzt etliche Fehler gemacht und nichts zugegeben (Drohnenterror, 9/11 wurde nie richtig untersucht etc.)

  • OdinX am 10.12.2014 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Verloren

    Das erste was im Krieg verloren geht ist die Wahrheit. Nicht von ungefähr bezeichnen die USA ihre Aktionen als Krieg gegen den Terrorismus. Wenn die Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen würden, dann müsste auch Obama in den Knast und wenn die Opfer entschädigt würden, dann müsste die USA Milliarden zahlen. Aber es ist ja wohl egal, weil das sowieso nie passieren wird.

    • oaz am 10.12.2014 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      absolut

      die vietnamesen haben ja auch nie entschädigung für den einsatz von monsantos agent orange erhalten oder die indianer wegen landraub oder die iraker wegen verwendung von clusterbomben ich könnte hier nich zig hunderte beispiele nennen!! nicht nur die regierung sollte bestraft werden auch alk die konzerne welche da arg geldverdient haben und die regierungen zu solchen taten pushen.. oder glaubt wirklich noch jemand dass wir nicht in einer wekt keben die von konzernen und banken regiert wird???

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  • Peter2000 am 10.12.2014 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Achse des Bösen

    Jaja, die Achse des Bösen und so... nur ist die im Westen und nicht im Osten.

  • Marc am 10.12.2014 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    USA Folterstaat

    Im Gegensatz zu Bush und Cheney hat Obama noch einen letzten Rest Anstand in sich.

    • Souffleur am 10.12.2014 14:23 Report Diesen Beitrag melden

      Anstand

      ja deshalb lässtz er mit drohnen leute ermorden. weil er so viel anstand hat.

    • peace am 10.12.2014 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ja klar..

      ägypten, liyben, libanon, syrien, pakistan, jemen etc. alles opfer von Obamas Politik. oder der IS, die wurden von den amerikanern ausgebildet doch jetzt haben sie sich entschieden ohne die amerikaner weiter zu töten, und machen das aus persönlichen gründen also nicht gemäss den "westlichen werten". zu beachten sind die waffen in den IS videos, alles made in america. obama ist ein mörder. er tötet für die wirtschafsinteressen & die globalisierung. also du hasts richtig verstanden, er hat "rückrad" ;)

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  • Erwin am 10.12.2014 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Was sagt man im Ernstfall?!

    Wie würde Mr. Yes we can wohl reden, wenn in nächster Zeit plötzlich wieder Flugzeuge auf US- Städte stürzen, eine Biowaffe hochgeht oder gar eine schmutzige Atombombe gezündet wird?! Genau:-) Deswegen kann ich diesen Typen nicht mehr Ernst nehmen und bin froh, dass er uns nur noch ca. 2 Jahre belästigen wird! Auch würde ich mich sehr freuen, wenn CH, D, F usw. demnächst auch mit solchen 'Problemen' zu kämpfen hätten! Mal sehen, wie sie dann reagieren werden und ob es noch jemanden kümmert, ob Terroristen gefoltert werden oder nicht!