Schweizer auf White Island

09. Dezember 2019 17:17; Akt: 09.12.2019 17:17 Print

«Da stehst du unmittelbar am Vulkankrater»

Rund 30 Touristen wurden auf einer neuseeländischen Insel vom Ausbruch eines Vulkans überrascht. White Island ist ein beliebtes Reiseziel – auch bei Schweizer Touristen.

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Unmittelbar am Rande des Vulkans: Leser-Reporter Adrian Loosli auf White Island. Reisegruppen von rund 30 Personen werden auf die Insel gefahren. Die Gruppen sind stets mit einem Reiseführer unterwegs und rund ein bis zwei Stunden auf der Insel. Es habe überall ein wenig geraucht und der Geruch nach Schwefel sei sehr intensiv gewesen: Leser-Reporter waren ganz nah am Vulkan auf White Island. «Wir fühlten uns ziemlich sicher und ich hätte nie gedacht, das so etwas passieren könnte», sagt die Leserin. Rettungskräfte bringen Touristen von White Island weg. (9. Dezember) Der Vulkan auf White Island wird von den Maori-Ureinwohnern Whakaari genannt. Er ist der aktivste Vulkan Neuseelands. Verletzte Personen werden ins Spital gebracht. Die Anzahl der Verletzten ist noch unklar. Eine Frau wurde in ein warmes Tuch eingewickelt. Rund 50 Menschen hielten sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs «auf oder um» den Vulkan White Island auf, wie Regierungschefin Jacinda Ardern zudem am Montag bestätigte. Eine unbekannte Zahl von Menschen werde vermisst, erklärte sie. Es habe Verletzte gegeben. «Ich weiss nicht, wie viele oder mit welchen Verletzungen, aber Rettungskräfte versuchen derzeit verzweifelt, diese Menschen von der Insel zu einem Spital zu bringen.» Der Vulkan auf White Island ist gegen 14 Uhr Uhr nachmittags ausgebrochen. (9. Dezember 2019) Eine Gruppe von Besuchern hielt sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs sogar im Krater auf. Der Vulkan auf White Island wird von den Maori-Ureinwohnern Whakaari genannt. Er ist der aktivste Vulkan Neuseelands. Mehrere Unternehmen bieten heute Tagestouren für Touristen an. Die Insel wird pro Jahr von etwa 10'000 Ausflüglern besucht.

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Auf der bei Touristen beliebten Insel White Island in Neuseeland ist am Montagnachmittag (Ortszeit) ein Vulkan ausgebrochen. Er hat eine Reisegruppe überrascht, die sich zu diesem Zeitpunkt auf der Insel befand.

White Island wird pro Jahr von etwa 10'000 Ausflüglern besucht – unter ihnen sind auch Schweizer. Adrian Loosli war vor rund eineinhalb Jahren auf der Insel. «Wir haben drei Tage gewartet, bis wir nach White Island konnten – das Wetter spielte nicht mit und die Wellen waren zu hoch.»

Mit rund 30 weiteren Touristen und einem Reiseführer hätten sie die Fahrt schliesslich antreten können. Knappe drei Stunden dauert die Reise von Neuseelands Nordinsel zu White Island. «Es wurden Gasmasken und Helme verteilt und wir standen tatsächlich unmittelbar am Rand des Vulkankraters.»

«Massenabfertigung»

Der Reiseführer habe sie auf verschiedenste Sensoren zur Früherkennung hingewiesen, erzählt Loosli. «Die Tour war unglaublich spannend», sagt er, «aber wenn man nun hört, dass der Vulkan tatsächlich ausgebrochen ist, ist das beängstigend.»


Touristen filmten die Momente des Vulkanausbruchs. (Video: Twitter)

Nur positiv beurteilt er die Touren nicht: Er habe die Touristenattraktion als Geldmacherei der Veranstalter empfunden – als eigentliche «Massenabfertigung». Jede halbe Stunde sei ein Boot mit rund 30 Personen zur Insel herausgefahren.

«Wir fühlten uns ziemlich sicher»

Auch eine weitere Leser-Reporterin hat White Island besucht. Vor drei Jahren war sie auf einer Rundreise und konnte mit ihrer Reisegruppe ebenfalls unmittelbar in die Nähe des Vulkans. «Wir haben uns da noch gesagt: Wenn der Vulkan nun ausbrechen würde ...»

Es habe überall ein wenig geraucht und der Geruch nach Schwefel sei sehr intensiv gewesen – trotz Gasmaske. Sie hätten sich ziemlich sorglos durch die Insel führen lassen und auf den Reiseführer vertraut. «Wir fühlten uns ziemlich sicher, und ich hätte nie gedacht, dass so etwas passieren könnte», so die Leserin.

(scl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rocks am 09.12.2019 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Giftig

    Passt auf, ist gefählich, Tonnenweise höchst giftiges CO2.

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  • kilian k. am 09.12.2019 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Angesichts der Heerscharen von Touris,

    die weltweit auf den Vulkanen und in den Kratern derselben herumstolpern, geschieht eigentlich vergleichsweise wenig. Zwar kein Trost für die Zeitgenossen, die es jetzt getroffen hat, aber das muss einfach mal gesagt sein. Zuletzt waren vor gut zwei Jahren auf der Solfatara westlich von Neapel Opfer zu beklagen.

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  • Basler1974 am 09.12.2019 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vulkan

    Wir waren auf Nisiros, einem aktiven Vulkan in Griechenland. Ein sehr eindrückliches Erlebnis. Es hat schon eine spezielle Faszination. Die Gerüche zu riechen und vor allem die Hitze zu fühlen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • S.Chlauberger am 10.12.2019 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Aktivster Vulkan Neuseelands

    "Ich hätte nie gedacht, dass so etwas passieren könnte". Das sagt doch wohl schon alles...

  • Samichlaus wünscht frohe Weihnachten! am 10.12.2019 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Alles was sich auf dieser Erde

    und sonstwo im Weltall befindet IST NATUR und natürlich. Somit ist auch klar, dass alles so sein muss wie es ist. Inklusive Veränderung und Tod.

  • Nadine am 10.12.2019 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine ganze Woche

    Schon eine Woche war erhöhte Aktivität im Vulkan, aber Geld war wichtiger.

  • Aldointernationale am 10.12.2019 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Auf einem Auge blind

    Dass es irgendwelche trotteligen Kommentare wegen CO2 gibt, war ja zu erwarten. Erstaunlich, dass man eine lokale Gefahr akzeptiert, eine globale aber nicht.

  • G. Blümchen am 10.12.2019 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heisse Sache

    typisch Schweizer Touristen, müssen ihre Nase immer zuvorderst haben und dann noch zu den Medien rennen unter dem Motto" ätsch wir waren halt dort"