9/11-Polizeifotograf

11. Februar 2010 13:22; Akt: 11.02.2010 17:30 Print

«Da war niemand mehr zu retten»

Zum ersten Mal ist der Einsturz des World Trade Centers aus der Luft zu sehen – dank den Fotos von Greg Semendinger. Doch dem New Yorker Polizist war erst gar nicht bewusst, was er da vor der Linse hatte.

Quelle: ABC News
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«Wir dachten nicht, dass es sich um einen Terroranschlag handelte», sagt der Fotograf der neuen dramatischen Bilder vom Anschlag auf das World Trade Center. Die Bilder, die einen noch nie gesehenen Blickwinkel auf die schrecklichen Ereignisse vom 11. September 2001 in New York werfen, gingen am Mittwoch um die ganze Welt. Fotograf war Greg Semendinger von der New Yorker Polizei, der wenige Minuten nachdem das erste Flugzeug in den Nordturm des World Trade Centers gekracht war, in einem Helikopter vor Ort war. Gegenüber dem TV-Sender ABC schildert der Polizeifotograf seine Erlebnisse.

Als sie das erste Mal vorbeiflogen, galt ihre Aufmerksamkeit dem Nordturm, der bereits getroffen war. Der Südturm war noch unversehrt: «Wir glaubten erst, dass es ein Unfall war.» Erst als das zweite Flugzeug den Südturm rammte, kam die traurige Gewissheit: Das ist ein Anschlag.

Kleine Punkte im dichten Rauch

Semendinger war am Floyd-Bennett-Landeplatz in Brooklyn in den Helikopter gestiegen mit dem Auftrag, Leute von den Dächern der Twin Towers zu retten. Doch da war niemand, den man hätte retten können. Durch den dichten Rauch sahen sie kleine Punkte. Diese Punkte waren in Wirklichkeit Menschen, die die Fenster eingeschlagen hatten - Momente später stürzten sich die Leute aus dem Turm in den sicheren Tod.

Nach dem Anschlag hatte Semendinger die Bilder der 9/11-Kommission übergeben, dort wurden sie bis 2005 ausgewertet. Schlussendlich erfuhr der Fernsehender BBC bei Recherchen von den Bildern und bewirkte unter Berufung auf den «Freedom of Information Act» deren Veröffentlichung. Die Bilder sollen nun einem Museum übergeben werden, das am Ground Zero an den Anschlag erinnern soll.

(whr)