Ölpest in Brasilien

04. November 2019 09:26; Akt: 04.11.2019 12:03 Print

«Das Schlimmste steht noch bevor»

Die Nordküste Brasiliens wird seit Monaten von einer katastrophalen Ölpest heimgesucht. Staatschef Jair Bolsonaro warnt vor dramatischen Folgen.

Mehr als 200 Orte sind inzwischen von der Ölpest in Brasilien betroffen. (Video: AP)
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Angesichts der katastrophalen Ölpest vor der Nordostküste Brasiliens hat Staatschef Jair Bolsonaro vor dramatischen Folgen gewarnt. «Das Schlimmste steht noch bevor», sagte Bolsonaro am Sonntag in einem Fernsehinterview.

«Was bislang angespült und gesammelt wurde, ist nur ein kleiner Anteil dessen, was ausgetreten ist», sagte der Präsident. Bolsonaro sagte, er wisse nicht, ob weitere Ölrückstände an die brasilianische Küste gelangen würden. Es deute jedoch alles darauf hin, «dass die Strömungen in Richtung der brasilianischen Küste gehen», sagte er.

Ölpest in Brasilien

2250 Kilometer Küste verseucht

Seit drei Monaten wird die brasilianische Nordostküste von einer schweren Ölpest heimgesucht. Betroffen sind mehr als 200 Orte, rund 2250 Kilometer Küste wurden seit Beginn der Krise verseucht.

Das ökologische und wirtschaftliche Ausmass der Ölkatastrophe ist offiziellen Angaben zufolge noch nicht klar. Am Freitag hatten die brasilianischen Behörden der Betreiberfirma eines griechischen Tankers vorgeworfen, für die Ölpest verantwortlich zu sein. Die Firma Delta Tankers wies dies zurück.

Einwohner im Feriengebiet legen Hand an

Umweltgruppen werfen der brasilianischen Regierung unter dem rechtsradikalen Präsidenten Bolsonaro vor, die Ölpest bisher weitgehend ignoriert und kaum Mittel für deren Bekämpfung zur Verfügung gestellt zu haben. Experten sprechen von der bislang schwersten Umweltkatastrophe in diesem Teil Brasiliens.

Einwohner des Feriengebiets mit seinen teils paradiesischen Stränden hatten sich verzweifelt selbst an die Säuberung der Küste gemacht - weil die Behörden spät oder kaum reagierten. Zuletzt hatte sich aber auch das Militär an den Säuberungsaktionen beteiligt. Inzwischen wurden laut Armee mehr als 1000 Tonnen Ölrückstände wieder eingesammelt.

Das brasilianische Institut für Weltraumforschung (Inpe) hatte am Freitag erklärt, möglicherweise seien noch immer Ölrückstände im Meer, die durch Strömungen an die brasilianische Küste gespült werden könnten. Diese könnten laut Inpe auch die südöstlich gelegenen Bundesstaaten Espíritu Santo und Rio de Janeiro erreichen.

(scl/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ganchopancho am 04.11.2019 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Verseuchte Regierung

    Dieses Brasilien wird eines Tages eh im Dreck ersticken. Regierung und Beamtemafia, korrupter gehts kaum. Die Müllhalden sind alle hinter dem Hof abgesperrt für die Bevölkerung und Touristen. Malediven genau dasselbe.

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  • Enme am 04.11.2019 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augen öffnen

    Ja bolsonaro, es ist an der Zeit das du die Augen öffnest und nicht nur gegen das etwas unternimmst. Auch die Erlaubnis der ausgiebigen waldrohdung solltest du umgehend wieder einstellen bzw. verbieten.

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  • Kurt am 04.11.2019 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    Viva Brazil

    Und wenn sie ihre eigenen Küsten dann komplett versaut haben dann können sie sicher auch noch alle nach Europa kommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto K. am 04.11.2019 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Nie wieder Brasil

    Was für ein Land was für eine korrupte Regierung. Einfach nichts mehr von Brasilien importieren. Weder GEN Soia noch sonst etwas. Die machen sich selber kaputt und die Umwelt mit. Die Leute dort haben kar kein Gefühl zur Natur, schmeissen alles weg, brennen alles nieder. Hatte dort lange Jahre geschäftlich zu tun. Nie wieder.

  • Daniel am 04.11.2019 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Schande

    Es ist eine Schande, was der Mensch da produziert. Aber es soll mir jetzt niemand mehr sagen, dass Autobaterien für E-Autos dreckig sind. Wir hatten schon so viele Ölkatastrophen, dass jedes E-Auto, dass je produziert wird, nie so viel dreck produzieren kann, wie die Ölindustrie es bis jetzt gemacht hat.

  • Markus S am 04.11.2019 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenz.

    Ich 50+ gehe aus Prinzip nicht in Regionen in denen sich die Regierung nicht im Ansatz Mühe geben etwas für die Umwelt zu tun. Auch wenn ich darum nie Länder besuchen werde, die ich bereisen möchte.

  • Roger M. am 04.11.2019 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Was verurteilt ihr denn Brasilien?

    Für die Ölkatastrophe verantwortlich zeichnet offenbar ein Schiff einer grichischen Reederei. Also liebe Europäer. Ball flach halten und vor allem zur Kenntnis nehmen, dass wir gar keinen Urwald mehr abholzen können da wir diese schon restlos abgeholzt haben. Wir haben lediglich noch grössere Baumplantagen für die Holzwirtschaft. Ihr seid schon genauso verblendet wie unsere Politiker.

  • Lithium/Batterie am 04.11.2019 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    E-Autos sind die Zukunft!

    Das wäre ein guter Artikel für all diejenigen die sich über Umweltschädigung beim Lithium-Abbau aufregen? Benzin wird eben auch nicht aus Gänseblümchen die direkt neben der Tankstelle wachsen hergestellt.