Auto rast in Menschenmenge

24. Februar 2020 17:10; Akt: 24.02.2020 23:35 Print

«Ich wollte nur feiern, jetzt sitzen wir hier»

Mehrere Personen wurden in Volkmarsen von einem Auto angefahren und dabei verletzt. Augenzeugen schildern, wie sie den Anschlag erlebten.

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Rund ein Drittel der Opfer sind nach Angaben des hessischen Innenministers Peter Beuth Kinder. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Auch der Fahrer wurde verletzt und befindet sich in ärztlicher Behandlung. (24. Februar 2020) Es soll eine zweite Festnahme in Volkmarsen gegeben haben. «Es war ein wunderschöner Rosenmontagsumzug und gerade, als der Zug zu Ende ging, hörte ich plötzlich Blaulicht und Sirenen», sagt Landrat Dr. Reinhard Kubat zur «Bild»-Zeitung. Ein Anschlag kann nach Angaben des hessischen Innenministeriums nicht ausgeschlossen werden. Das Foto, welches die angebliche Festnahme des Täters zeigt, sorgte für Verwirrung. Laut Polizei Nordhessen handelt es sich bei der Person beim Fahrzeug nicht um den Täter. Nach den bisherigen Erkenntnissen des hessischen Innenministeriums fuhr der Mann mit hoher Geschwindigkeit. Ein Grossaufgebot von Einsatzkräften ist vor Ort. Ein Autofahrer ist in Volkmarsen in eine Menschengruppe gefahren. Mehrere Personen wurden verletzt. Augenzeugen berichten, dass der Kombi-Wagen etwa 30 Meter in die Menschenmenge gefahren ist. Der Fahrer wurde festgenommen. Zunächst waren die Hintergründe unklar. Augenzeugen berichtet, dass der Fahrer beschleunigt haben soll. Einsatzkräfte sind mit einem Grossaufgebot vor Ort. Einsatzkräfte sind mit einem Grossaufgebot vor Ort. In Main habe die Polizei bereits auf den Vorfall in Volkmarsen reagiert. Man überwache nun gezielt Zufahrtsstrassen mit Drohen, um «auffällige Fahrzeugbewegungen» frühzeitig erkennen zu können.

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Im nordhessischen Volkmarsen ist ein Mercedes in einen Rosenmontagsumzug gefahren. Dabei wurden 30 Menschen verletzt, sieben davon schwer. Rund ein Drittel der Verletzten sind Kinder. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann absichtlich in die Menschenmenge gefahren ist.

Ein Mann beobachtete den Vorfall. Gegenüber der «Welt» sagt er: «Das war meiner Meinung nach kein Unfall. Der Fahrer hat Gas gegeben, als er in die Menge fuhr, und er ist weitergefahren, nachdem er mehrere Menschen erwischt hatte.»
Ein weiterer Augenzeuge berichtete, dass der Fahrer es absichtlich auf Kinder abgesehen habe. Der Fahrer sei zuvor eine Abschrankung umfahren.

Ein in Nordhessen aufgewachsener Spiegel-Redaktor war aus privaten Gründen in Volkmarsen und wurde zufällig Zeuge des tragischen Vorfalls. In einer Pizzeria spricht er mit den traurigen und geschockten Gästen. «Ich wolle heute nur feiern, jetzt sitzen wir hier. Wie kann man so etwas nur machen?», fragt eine Besucherin. «Ich habe gehört die ganze Stadt ist abgeriegelt. Sie lassen niemanden mehr rein und raus.»

Weinende Kinder

«Es war ein wunderschöner Rosenmontagsumzug und gerade, als der Zug zu Ende ging, hörte ich plötzlich Blaulicht und Sirenen», sagt Landrat Dr. Reinhard Kubat zu «Bild». Es seien ihm weinende Kinder entgegen gekommen, sagt Kubat weiter.

«Als ich ankam, lagen 15 Personen am Boden, darunter viele Kleinkinder», sagt Elmar Schulten, Lokalreporter der «Waldeckischen Landeszeitung» zu Bild. «Überall verheulte Gesichter, darunter gestandene Männer. Väter, die ihre Kinder am Boden haben liegen sehen.»

Beim Mercedes-Fahrer soll es sich gemäss der deutschen Nachrichtenagentur DPA um einen 29-jährigen Deutschen handeln. Der Mann soll in Volkmarsen wohnhaft sein.

Alle laufenden Entwicklungen zum Vorfall lesen Sie in unserem News-Ticker.

(fur/kat)