Alternativer Nobelpreis für Greta

04. Dezember 2019 22:19; Akt: 04.12.2019 22:19 Print

«Der Kampf geht weiter»

Vier Gewinner haben am Mittwochabend in Schweden den Alternativen Nobelpreis erhalten. Eine von ihnen ist Greta Thunberg. Sie bedankte sich per Videobotschaft.

Greta Thunberg bedankte sich per Videobotschaft für den Alternativen Nobelpreis. (Video: Tamedia)
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In Abwesenheit von Klimaaktivistin Greta Thunberg und einer weiteren Preisträgerin sind in Stockholm die vier Gewinner der diesjährigen Alternativen Nobelpreise ausgezeichnet worden.

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Während Thunberg und die chinesische Frauenrechtlerin Guo Jianmei bei der feierlichen Preisverleihung im Stockholmer Veranstaltungshaus Cirkus fehlten, nahmen die Menschenrechtskämpferin Aminatu Haidar aus der Westsahara und der brasilianische Ureinwohner Davi Kopenawa ihre Preise am Mittwochabend persönlich entgegen. Haidar ist die erste Preisträgerin aus der Westsahara überhaupt.

«Wir werden niemals stoppen»

Guo Jianmei konnte aus nicht näher genannten Gründen nicht nach Stockholm kommen. Thunberg befand sich nach ihrer Rückreise über den Atlantik noch in Lissabon, weshalb zwei Aktivistinnen von Fridays for Future Schweden die Ehrung für sie entgegennahmen. Thunberg selbst bedankte sich per Videobotschaft (siehe oben), nachdem sie der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Johan Rockström, als «Jeanne d'Arc» des Klimas angekündigt hatte.

Der Preis sei eine grosse Ehre, sagte Thunberg im Anschluss per Video aus Lissabon. «Das bedeutet eine Menge. Und ja, wir werden weiterkämpfen. Der Kampf geht weiter. Wir werden niemals stoppen.»

Praktische Visionäre

Die Motive für die Auszeichnung reichen vom Kampf für das Klima und die Artenvielfalt bis zum Einsatz für Gerechtigkeit und die Rechte von Frauen. Die Right Livelihood Stiftung bezeichnete die vier im September verkündeten Preisträger als «vier praktische Visionäre, deren Einsatz es Millionen von Menschen ermöglicht, ihre grundlegenden Rechte zu verteidigen und für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten zu kämpfen».

Haidar kämpft seit Jahrzehnten für Gerechtigkeit und Selbstbestimmung der Bevölkerung in der Westsahara und eine Unabhängigkeit ihrer Heimat. Das hat ihr den Beinamen «Gandhi der Westsahara» eingebracht.

«Das ist in der Tat eine Anerkennung für den Kampf meines Volkes für Freiheit und Unabhängigkeit, aber auch ein Tribut an die Menschenwürde und die Prinzipien und Werte von Menschen und Völkern», sagte sie bei der Preisübergabe, zu der später auch der 2014 mit dem Award ausgezeichnete US-Whistleblower Edward Snowden aus Moskau zugeschaltet wurde. Er sagte, in der Politik gehe es zunehmend darum, was legal sei - und nicht, was moralisch richtig sei.

Kritische Distanz zu Nobelpreisen

Kopenawa erhielt den Alternativen Nobelpreis gemeinsam mit der von ihm mitgegründeten Vereinigung Hutukara Yanomami, mit der er für die Sicherung der Landrechte und Kultur der Ureinwohner, aber auch auf den Schutz der Wälder und Artenvielfalt im Amazonasgebiet kämpft. «Ich bekomme diesen Preis, weil ich ein Verteidiger des Waldes bin», sagte Kopenawa in seiner Dankesrede. Er prangerte an, dass die brasilianische Regierung den Lebensraum der Yanomami bedrohe. «Goldgräber fallen in unser Land ein und zerstören es.»

Der gewöhnlich als Alternativer Nobelpreis bezeichnete Right Livelihood Award wird seit 1980 und damit diesmal zum 40. Mal vergeben. Der spendenfinanzierte Preis steht in kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen. Das Preisgeld in Höhe von jeweils einer Million schwedischen Kronen (rund 105'000 Franken) ist für die Arbeit der Geehrten gedacht.

(vro/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bravo am 04.12.2019 22:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Segeln mit begleitschiff

    Die Menschheit ist nicht zu retten, die Erde wird sich selbst regenerieren. Die menschen denken über ein zu kurzen Zeitraum. Die Erde ist ca. 4.6 Milliarden jahre alt....seit wann haben wir ein CO 2 problem? Es wird sicherlich wider mal sehr kalt auf der erde, aber auch heisse phasen wird es geben, wie jetzt . Wir haben ein Luxus problem in Europa und können solch hirnrissige Vorschriften machen für Fahrzeuge die ein bruchteil ausmachen der Belastung. Aber ja sie hat schon viel erreicht... durch die medien wird einfach ales gepusht...unglaublich was hier abgeht.

    einklappen einklappen
  • Fred am 04.12.2019 22:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja

    Selbstbeweihräucherung der Eliten - feiert mal schön Euren Untergang

    einklappen einklappen
  • Chris Ritter am 05.12.2019 00:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn

    Windstille dann Dieselaggregat anwerfen..Holy Greta...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lucius Annaeus Seneca am 05.12.2019 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • hi am 05.12.2019 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    militär und Atomversuche etc

    das ist auch wieder eine wo daraus via media geld macht wenn man alle Atomversuche Militäraktionen etc würde streichen wäre schon viel getan sowie 3 Länder wo nur schmutz mit Auto Töff Abfall etc wir in europo müssen für das sorgen ist ja lachhachft ein Tropfen auf einen heissen Stein

  • Wörni am 05.12.2019 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klima Hysterie unglaubwürdig

    Dieses Mädchen soll endlich zur Schule gehen, damit sie ihren Lebensunterhalt mal selbst verdienen kann. Kann diese Hysterie nicht nachvollziehen und die Presse wirkt hier massgeblich mit. Wenn ich die Bibel lese, komme ich auf andere Schlüsse. Der Glaube an den Gott der Bibel fehlt vielen Menschen, vor allem auch der Jugend. Das würde die Ängste abbauen.

  • Mickey House am 05.12.2019 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Abgestempelt...

    ...ein "Nobelpreis" für Alternative. Das sagt doch schon fast alles und ist keine Qualitätsauszeichnung. Greta ...eine junge Frau, die sich noch als Kind bezeichnet...gehört da rein. Was soll's. Vielleicht gibt's auch mal ein "Nobelpreis" für Extremisten jeglichen Couleurs. Irgendwelche Anhänger für ein solches Anliegen wären sicher vorhanden.

  • Helen am 05.12.2019 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    Neues Segelboot neue Kleider, warum?

    Die Erwachsenen, ich nehme an das sind ihre Eltern, haben ihr Leben zerstört. Aber das ist zu wenig um die CO2 Belastung nur um ein µ zu senken.