Überfüllter ICE-Zug

15. Dezember 2019 07:27; Akt: 15.12.2019 21:41 Print

«Sie haben sich ein Bein für Greta ausgerissen»

Greta Thunberg reiste in einem Zug durch Deutschland und musste nach eigenen Angaben auf dem Boden sitzen. Auf Twitter zeigte sie sich wenig begeistert davon.

Bildstrecke im Grossformat »
Scheint ihre Hoffnungen in den Uno-Klimagipfel von Madrid aufgegeben zu haben: Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. (13. Dezember 2019) Laut Bolsonaro sei die Bedeutung bemerkenswert, welche die Medien ihr zuschreiben: Greta Thunberg. (10. Dezember 2019) Experten machen die umstrittene Umweltpolitik des brasilianischen Präsidenten für den Anstieg von Brandrodungen und die Verringerung der Waldfläche verantwortlich: Jair Bolsonaro. (Archivbild) Greta Thunberg ist am Dienstag, 2. Dezember, in Lissabon angekommen. Ihre Reise über den Atlantik dauerte knapp drei Wochen. Bedankt sich zwar für die Ehre, lehnt den Umweltpreis aber ab: Greta Thunberg. Greta Thunberg war mehrere Monate zu Besuch in den USA. (17. September 2019) Dort traf sie unter anderem auf den Ex-Präsidenten Barack Obama. Sie und die Protestbewegung Fridays for Future wurden von Amnesty International ausgezeichnet. Die Auszeichnung sei für «all die furchtlosen Jugendlichen, die für ihre Zukunft kämpften»: Greta Thunberg bedankt sich für den Preis von Amnesty International. (16. September 2019) «Jungen Leuten wird oft gesagt, dass sie die Anführer von morgen sind. Doch wenn sie bis morgen warten, wird es für niemanden von uns eine Zukunft geben»: Amnesty-Generalsekretär Kumi Naidoo überreicht die Auszeichnung. «Menschen sterben! Und trotzdem schauen immer noch so viele von uns weg»: Greta Thunberg. Vor Greta Thunberg haben der tschechische Bürgerrechtler Vaclav Havel und die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai den AI-Preis erhalten. Aus ihrem wöchentlichen Schulstreik ist eine internationale Klimaprotestbewegung mit hunderttausenden Anhängern geworden. Die 16-Jährige protestiert seit einem Jahr für mehr Klimaschutz. Die Aktivistin ist vor über zwei Wochen auf einem Segelboot in den USA angekommen. Vergangenen Freitag forderte sie vor dem Weissen Haus mit mehreren Hundert Kindern und Jugendlichen mehr Klimaschutz.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat den Mangel an Fortschritten bei der UNO-Klimakonferenz in Madrid scharf kritisiert. Es sehe so aus, als würde die Konferenz gerade scheitern, schrieb die 16-Jährige am späten Samstagabend auf Twitter.

«Die Wissenschaft ist eindeutig, aber die Wissenschaft wird ignoriert.» An dem Kampf, den sie zusammen mit ihren Mitstreitern gegen die Klimakrise führe, ändere das aber nichts: «Was auch immer passiert: Wir werden niemals aufgeben. Wir haben gerade erst angefangen», twitterte Thunberg, die selbst einige Tage lang bei dem Gipfel dabei war.

Auf ihrem Heimweg meldete sich Thunberg noch einmal per Twitter aus einem ICE-Zug in Deutschland, der sie zurück nach Schweden brachte. «Ich reise in einem überfüllten Zug durch Deutschland. Und endlich auf dem Nachhauseweg!»


Es sah ganz danach aus, dass die junge Klimaaktivistin keinen Platz im überfüllten Zug gefunden hatte. Auf Twitter reihten sich bereits die negativen Bemerkungen dazu. «Willkommen in Deutschland, die öffentlichen Verkehrsmittel sind eine Katastrophe hier», lautete noch einer der freundlicheren Kommentare.

Das Bahnunternehmen lässt das aber nicht auf sich sitzen und antwortet auf Twitter der 16-Jährigen: «Liebe #Greta, danke, dass Du uns Eisenbahner im Kampf gegen den Klimawandel unterstützt! Wir haben uns gefreut, dass Du am Samstag mit uns im ICE 74 unterwegs warst. Und das mit 100 Prozent Ökostrom», beginnt die Nachricht freundlich.

Gret beschwichtigt

Doch dann legen die Social-Media-Verantwortlichen der Deutschen Bahn nach: «Noch schöner wäre es gewesen, wenn Du zusätzlich auch berichtet hättest, wie freundlich und kompetent Du von unserem Team an Deinem Sitzplatz in der Ersten Klasse betreut worden bist.»

Nike Flatt, die zur selben Zeit im Zug war, bestätigt das gegenüber der «Welt»: «Die Bahnmitarbeiter im Zug waren alle ganz aufgeregt, dass Greta Thunberg mitfährt.» Sie hätten sich «ein Bein für sie ausgerissen» und Greta verwöhnt, so die Frau. Dabei hätten sie ihr Schokoladentäfelchen mit der Aufschrift «Lieblingsgast» gebracht und sie gefragt, ob sie noch Kaffee wolle.

Mittlerweile hat sich Greta erneut auf Twitter gemeldet. Der Bahn macht sie keinen Vorwurf, da ihr Zug gestrichen werden musste: «Wir sassen in zwei verschiedenen Zügen auf dem Boden. Nach Göttingen habe ich einen Sitzplatz erhalten.» Greta findet überfüllte Züge nichts schlimmes: «Sie sind ein gutes Zeichen, denn sie bedeuten, dass die Nachfrage nach Zugreisen hoch ist.»

(chk/kat/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mausebüs am 15.12.2019 08:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Puppenspiel im Tollhaus

    Immer schön Drehbuchmässig inszeniert....

  • Morgenrot am 15.12.2019 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh je, das arme Kind

    was solls, hatte auch schon keinen Sitzplatz

    einklappen einklappen
  • Michi am 15.12.2019 09:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin überrascht

    Echt jetzt? Der Klimagipfel hat kein Ergebnis erzielt. Sorry aber, jeder normaldenkende Mensch wusste das bereits vor dem Gipfel. Mehr sls CO2 hat der Anlass nicht produziert!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • J. J. am 15.12.2019 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ach herje

    Sie sagt doch nur das sie in einem Überfüllten Zug unterwegs ist, kein Wort davon das sie sich darüber aufregt das sie am Boden sitzen muss, vieleicht wurde ihr die 1. Klasse gebucht & sie wollte das nicht? Schon mal so betrachtet? Muss schon lässig sein über eine 16jährige her zu ziehen. das man sich ab einem Kind so dermassen nerven kann? Seit doch froh macht sie wenigstens was sinnvolles & sitzt nicht rauchend am Bahnhof & pöbelt leute an...

  • Neumann am 15.12.2019 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Silver Back am 15.12.2019 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dieser mediale Zirkus

    geht wohl nicht nur mir auf den Keks. Einerseits ein Bild mit einem Mädchen das mit viel Gepäck am Boden hockt und die DB sagt, dass sie einen reservierten 1. Klass Platz gehabt hätte. Wer soll da nun noch wem glauben und was soll überhaupt dieser ganze Zirkus? Morgen haben wir Grünabfuhr bei uns , nicht ganz so wie letzte Woche im Bundeshaus.

  • OdinRagnar am 15.12.2019 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Wo ist der IPCC Bericht? Was wurde gegen die Plastik Verschmutzung unternommen? Wie viele Vulkan ausbrüche mag es bis 2030, 2050 und 2100 leiden? Wo waren in Madrid die tausende Wissenschaftler?

  • Axwell am 15.12.2019 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
    • Axwell am 15.12.2019 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
      Giphy Giphy
    einklappen einklappen