Kind vor ICE gestossen

29. Juli 2019 18:30; Akt: 29.07.2019 21:13 Print

Deutsche streiten nach Tragödie über Flüchtlinge

Wenige Stunden nach der Tragödie von Frankfurt schoss die AfD gegen die deutsche «Willkommenskultur». Darauf entbrannte eine heftige Debatte.

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H. A. soll der Täter des tödlichen Vorfalls am Frankfurter Hauptbahnhof sein. Der 40-Jährige wohnt in der Schweiz und hat bei den VBZ gearbeitet. Am Dienstag, 30. Juli 2019, informierte die Kantonspolizei Zürich zum Fall. Der Mann war in der Woche zuvor polizeilich aufgefallen, als er seine Frau, die drei Kinder und eine Nachbarin in seiner Wohnung eingesperrt hatte. Auch der deutsche Innenminister Horst Seehofer äusserte sich am selben Tag öffentlich zum Fall. Dabei kam heraus, dass der Täter in der Schweiz zur Verhaftung ausgeschrieben war. Die Tat vom Montag, 29. Juli 2019, schockierte international: Am Hauptbahnhof in Frankfurt wurden ein Achtjähriger und seine Mutter vor einen einfahrenden ICE gestossen. Der Achtjährige kam dabei ums Leben. Seine Mutter wurde ins Spital gebracht. Die Polizei konnte einen 40-Jährigen festnehmen. Der aus Eritrea stammende Mann wird der Tat verdächtigt. Passanten konnten dem mutmasslichen Täter hinterherrennen. Augenzeugen, die die schreckliche Tat beobachtet hatten, brachen weinend zusammen. Die Polizei suchte Zeugen. Vier Gleise am Bahnhof wurden gesperrt. Die Spurensicherung lief auf Hochtouren. Wie die Polizei mitteilte, wollte der Täter eine weitere Person vor den Zug stossen. Laut Angaben der Polizei konnte sich diese allerdings wehren. Die Mutter des verstorbenen Buben wurde ins Spital gebracht. Sie konnte sich mit einer Rolle in den Zwischenraum der Gleise retten. Ihren Sohn bekam sie jedoch nicht mehr zu fassen. Etliche Personen am Gleis und im Zug mussten die Tat mit ansehen. Für sie waren Seelsorger am Bahnhof unterwegs. 15 Personen mussten betreut werden. Innenminister Horst Seehofer hat seine Ferien abgebrochen, um sich mit Sicherheitsbehörden zu treffen. Die Mordkommission hat den Fall übernommen. Der Täter soll an einer psychischen Erkrankung leiden.

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Kaum war bekannt, dass der Mann, der ein achtjähriges Kind vor einen einfahrenden ICE-Zug gestossen hat, ein Eritreer ist, meldete sich die Co-Fraktionsvorsitzende der AfD, Alice Weidel, zu Wort: Sie twitterte: «Schützt endlich die Bürger unseres Landes – statt der grenzenlosen Willkommenskultur!» Der Tweet hatte innert Kürze über 4000 Likes.


Damit entfachte sie eine heftige Debatte. «Frau Weidel und Co. instrumentalisieren den Tod des Jungen und kritisieren die Willkommenskultur. Das ist scheusslich», twittert Karamba Diaby, Mitglied des Deutschen Bundestags.

User Arandjel twittert: «Mir wird schlecht von den ganzen Wutbürgern, die den Vorfall in Frankfurt ausnutzen, um gegen Migration und Afrikaner zu propagieren.»


Auf der anderen Seite werden dagegen Stimmen laut, die Merkel eine «verantwortungslose Migrationspolitik» vorwerfen.

Auch wird die Kanzlerin dafür kritisiert, dass sie sich noch nicht zu Wort gemeldet hat und stattdessen in die Ferien fliegt – im Gegensatz zu Innenminister Horst Seehofer, der seine Ferien abgebrochen hat, um sich mit den Sicherheitsbehörden zu treffen. Am Dienstag will er die Presse über das Ergebnis informieren.

(dp/zos/20 Minuten)